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Standesamt verzeichnete 2021 mehr Hochzeiten als im Vorjahr

Schnapszahl-Daten sind nicht gefragt

Telgte

Heiraten an den Schnapszahl-Daten 2.2.22 und 22.2.22 reizt die Telgter augenscheinlich nicht.

-agh-

Ob der 2.2.22 oder der 22.2.22: Die Schnapszahl-Hochzeitsdaten in diesem Jahr sind in Telgte nicht wirklich gefragt. Foto: dpa

Standesbeamtin Claudia Krüger sieht dem Februar eher gelassen entgegen. Denn während angesichts von gleich zwei Schnapszahlen in einem Monat – 2.2.22 und 22.2.22 – andernorts viele Standesamtstermine schon seit Monaten ausgebucht sind, ist das Interesse in Telgte bisher sehr verhalten.

„Ich habe nur für den 22.2.22 eine Reservierung vorliegen. Bei uns sind diese besonderen Hochzeitsdaten eher selten nachgefragt, daher liegt das im Durchschnitt“, sagt die Expertin. Das Datum 2.2.22 sei bisher überhaupt nicht angefragt worden.

Woran das liegt? Claudia Krüger und ihr Team können nur spekulieren. Möglicherweise habe Corona einen Teil dazu beigetragen, denn viele Paare wünschten sich eine unbeschwerte Feier ohne Einschränkungen und mit möglichst vielen Gästen. Zum anderen könne es auch daran liegen, dass beide Schnapszahl-Termine mitten in der Woche liegen.

Doch warum üben solche Daten auf einen Teil der Heiratswilligen überhaupt einen besonderen Reiz aus? Schnapszahlen bringen Glück: Das glaubt jedenfalls ein Teil der Paare, die sich bewusst an einem solchem Datum das Jawort geben. Und da solche Termine eher selten sind, ist normalerweise der Run darauf groß. Viele umliegende Kommunen und auch etliche Großstädte haben bereits seit einiger Zeit keinen Termin mehr frei – in Telgte ist das anders.

Einen weiteren Reiz für viele Paare haben solche Schnapszahlen zudem: Das Datum lässt sich leicht merken. „Außerdem sieht das Datum geschrieben hübsch aus“, heißt es immer wieder.

Das Ganze ist übrigens keine Erscheinung der Neuzeit, sondern besondere Zahlen faszinierten seit Jahrtausenden die Menschen aller Kulturen. Als Schönheitsköniginnen unter den Zahlen gelten die Schnapszahlen, die nur aus gleichen Ziffern bestehen.

Ein Blick auf das Hochzeitsjahr 2021, das trotz der Corona-Pandemie viele Paare zusammengeführt hat, verrät: „Im vergangenen Jahr hatten wir 103 Eheschließungen, dies waren tatsächlich zwölf mehr als 2020. Damit war 2021 statistisch gesehen ein gutes Jahr“, sagt die Standesbeamtin. Ob Corona überhaupt einen Einfluss auf das Heiraten habe, das sei schwer zu beurteilen sagt die Expertin und zuckt mit den Schultern.

Übrigens: Nicht nur in vielen Standesämtern ist bei den sogenannten Schnapszahl-Hochzeiten ein deutlich größerer Andrang zu verzeichnen, sondern dieser erstreckt sich auf viele weitere Bereiche wie Hochzeitslocations, Gastronomie, Schneider oder Floristik. Diese Anbieter sind an den markanten Daten ebenfalls oft ziemlich ausgelastet.

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