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FÖJ-ler und BFD-ler arbeiten auf dem Emshof

Sechs begeisterte Freiwilligendienstler

Telgte

Sechs Freiwilligendienstler – Bundesfreiwilligendienstler und FÖJler – sind derzeit auf dem Schulbauernhof Emshof tätig. Unter ihnen ist auch der 62-jährige Fritz Adriaans. Der Telgter übernimmt den Job des Hausmeisters, bevor er am Ende seiner Zeit dort in den Ruhestand geht.

Stefan Flockert

Geschäftsführerin Foto: Flockert

Bundesfreiwilligendienstler und Absolventen eines Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) sind jung. So zumindest denken die meisten. Aber das muss nicht so sein. Ein Beweis dafür ist Fritz Adriaans. Der 62-jährige Telgter hat bis zum 31. Januar als Maschinenschlosser zumeist auf Montage gearbeitet. Doch von 100 auf null wollte er nicht in Ruhestand gehen. Deshalb ist er nun für ein Jahr als Bundesfreiwilligendienstler auf dem Schulbauernhof Emshof beschäftigt. Vier Tage die Woche übernimmt er dort die Aufgaben des Hausmeisters.

Insgesamt sechs Freiwilligendienstler

Aber Adriaans ist bei weitem nicht der einzige Freiwilligendienstler an dieser Stelle. Vier junge Damen und eine junger Mann engagieren sich dort ebenfalls – zwei BFDler und drei ÖFDler. Sie alle verstehen sich prächtig und wohnen – außer Fritz Adriaans – alle auch auf dem Schulbauernhof, der nach den Richtlinien von Bioland ökologisch bewirtschaftet wird.

Hannah Kemper, Ida de Castillo, Josie Wallis, Louisa Mies und Tom Hillebrandt haben eine ganz andere Motivation, den Freiwilligendienst auf dem Schulbauernhof, der der Stadt Münster gehört, von dieser aber an den Trägerverein verpachtet worden ist, zu leisten. Sie alle sind nach dem Schulabschluss auf der Suche nach der richtigen Idee, was sie im Anschluss beruflich machen möchten oder sie überbrücken die Zeit bis zum Studienbeginn sinnvoll.

Ida de Castillo

Ida de Castillo beispielsweise möchte Tierärztin werden, hat sie für sich bereits klar. Als Kind ist sie mehrere Jahre lang in allen Ferien auf dem Schulbauernhof gewesen. „Das war eine sehr sehr gute Entscheidung, hierhin zu gehen“, weiß die junge Frau aus Münster.

„Einfach toll“ findet es Josie Wallis auf dem Hof. Die Münsteranerin wollte nach dem Abi ein Jahr der Orientierung. Das hat sie nun. In der Natur hat sie sich immer schon wohlgefühlt. Mit Kindern zu arbeiten, findet sie „toll“. Und beides verbindet der Emshof. Da ist zum einen die Landwirtschaft. Acht Hektar werden bewirtschaftet. Und zum anderen die Bildungsarbeit, auf der, wie Geschäftsführerin Ute Wichelhaus verdeutlicht, das Hauptaugenmerk liegt.

Die Hiltruper Louisa Mies hatte zunächst Grundschullehramt studieren wollen. Doch nach den Erfahrungen auf dem Emshof hat sich der Berufswunsch komplett geändert. Sie wird eine Ausbildung zur Landwirtin machen.

Hannah Kemper kommt aus Senden. Sie hatte nach dem Abitur den Plan gefasst, „ein Jahr etwas ganz anderes zu machen“. Für das FÖJ hat sie sich mehrere Stelle angeguckt, ist dann aber auf dem Emshof gelandet, an dem sie es sehr schätzt, das dort die Pädagogik in der Arbeit mit Schulkindern mit der Landwirtschaft verknüpft wird. Im August beginnt sie eine Ausbildung zur Chemielaborantin.

Verschiedene Arbeitsbereiche

Auf dem Emshof haben alle sechs ihre festen Verantwortungsbereiche. Was auch unabdingbar ist, damit alles reibungslos abläuft. „Das erfordert von allen aber auch große Disziplin“, erklärt Ute Wichtelhaus. Klar ist, dass morgens immer die Tiere versorgt werden müssen. Anschließend kommen dann immer Kindergruppen oder Schulklassen, mit denen dann thematisch gearbeitet wird. Manchmal ist Wasser und dessen Verschwendung Thema, manchmal auch das Klima. Wobei eine Vielzahl von Themenkomplexen behandelt wird. Hinzu kommt die Gartenarbeit. Und natürlich werden auch die auf den eigenen Ländereien gewonnen Feldfrüchte gemeinsam mit den jungen Besuchern zubereitet.

Neben dem Engagement auf dem Hof nehmen sowohl BFDler als auch FÖJler an Seminaren teil. Hinzu kommen auf dem Hof regelmäßig Reflexionen. Ziel sei es immer, so Wichelhaus, die jungen Leute in Ausbildung zu bringen.

Die Geschäftsführerin ist begeistert von ihren Freiwilligendienstlern. Nicht nur, dass deren Arbeit für einen reibungslosen Ablauf auf dem Hof unverzichtbar ist. „Ich finde es unglaublich bereichernd, mit den jungen Menschen zu arbeiten“, sagt sie. „Und dabei auch zu sehen, was sich nach einiger Zeit verändert und welche Entwicklung die Freiwilligen machen. Da passiert was mit den jungen Menschen.“ Spannend findet sie auch, zu beobachten, wo ihr BFDler und FÖJler später landen. Die Berufe seien ganz unterschiedlich: Die einen würden Lehrer, andere Landwirt. Wieder andere ergriffen grünen Berufe oder würden im sozialen Bereich engagiert.

Wer Interesse hat, seinen Freiwilligendienst auf dem Emshof zu leisten, der kann sich unter  0 25 04/ 72 96 88, Fax 0 25 04/ 88 04 84 oder schulbauernhof@emshof.de melden.

Freiwilliges Ökologisches Jahr

Das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) beziehungsweise das Freiwillige Umweltjahr (FUJ) ist ein Freiwilligendienst als Bildungs- und Orientierungsjahr für Jugendliche im Alter von 16 bis 26 Jahren. Es dauert in der Regel zwölf Monate, kann aber auch in einem Zeitraum zwischen sechs und achtzehn Monaten absolviert werden. In der Regel beginnt es am 1. August. Die Finanzierung der FÖJler auf dem Emshof erfolgt über den LWL. Die Freiwilligendienstler wohnen dort und erhalten 300 Euro Taschengeld. Die Sozialversicherungsbeiträge werden vom Arbeitgeber bezahlt.

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