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Dieter und Elisabeth Rex feiern Goldhochzeit

Sein bester Schachzug

Telgte

Alles begann beim „Tanz in den Mai“ in Warendorf, drei Jahre nach dem Kennenlernen läuteten die Hochzeitsglocken. Das war vor einem halben Jahrhundert.

Von Bernd Pohlkamp

Feiern glücklich ihre Goldhochzeit: Dieter und Elisabeth Rex heirateten vor 50 Jahren. Foto: Bernd Pohlkamp

Sein bester Schachzug gelang Dieter Rex nach eigenem Bekunden am 25. Februar 1972, als er seine „Königin der Herzen“ eroberte. Vor dem Standesamt Telgte gaben sich an jenem Freitag heute vor 50 Jahren Dieter Rex und Elisabeth (geb. Kleinherne) das Ja-Wort. Drei Jahre zuvor, es war der 30. April 1969, lernte er seine künftige Frau beim „Tanz in den Mai“ in Warendorf kennen. Danach ließ er sie nicht mehr los.

Ein halbes Jahrhundert ist seitdem vergangen. Vieles hat das Paar in dieser Zeit bewegt. Vereint hat beide in all den Jahren das soziale Engagement – Gutes tun für andere Menschen: Dieter Rex beim Malteser Hilfsdienst und bei den Schachfreunden. Ehefrau Elisabeth tat dieses für die Senioren im Knickenberghaus.

Geboren wurde Elisabeth Kleinherne am 6. Dezember 1948 in Everswinkel. Aufgewachsen ist sie auf einem Bauernhof in Hoetmar. Dieter Rex wurde am 11. Februar 1945 in Telgte geboren. In der Familie Rex nahm das Schachspiel schon damals eine dominierende Rolle ein. Im Elternhaus fanden in den Jahren nach der Vereinsgründung 1959 die ersten Schachspiele statt.

Kopf der Schachbewegung

Immer wieder schaute Dieter seinem Vater dabei über die Schulter. Er studierte jeden Schachzug und wuchs so zu einem leidenschaftlichen Schachspieler heran. Er wurde in der Wallfahrtsstadt zum Kopf der Schachbewegung. Seit über 60 Jahren dreht sich bei ihm alles um die Schachfiguren auf dem Brett mit 64 Spielfeldern.

Er hat bis auf die Kassierer-Tätigkeit alle Ämter im Schachverein bekleidet. Bei der Vereinsgründung wurde er 1959 gleich Jugendwart. Von 1971 bis 2009 war Dieter Rex erster Vorsitzender. Ehefrau Elisabeth unterstützte ihren Mann bei der Organisation und Durchführung von Schachveranstaltungen.

Als Ehefrau und Mutter kümmerte sie sich auch liebevoll um die beiden Töchter Sandra und Christine und führte den Haushalt. Dieter Rex entwickelte sich im Schachsport zu einem vielseitig einsetzbaren Menschen: Er organisierte die Vereinsarbeit, lehrte Kinder das Schachspielen, bestritt mit dem Verein Turniere und trug Verantwortung als Funktionär auf Vereins- und Bezirksebene. Er sorgte auch bei der Städtepartnerschaft mit Polanica immer wieder dafür, dass Schach eine verbindende Rolle einnahm.

Als Spieler hat er viele Meisterschaften mit dem Verein gewonnen und steht auch mit 77 Jahren bei Bedarf auf dem Spielberichtsbogen der ersten Mannschaft. Auch stand er mehrmals in der Jugendauswahl des Schachverbandes Münsterland.

Beim Malteser Hilfsdienst

„Schach spielen“, sagt Dieter Rex, „kann man bis zum Lebensende. Es verbindet Generationen und fördert die Bildung spezieller Gehirnzellen.“

Beim Malteser Hilfsdienst engagiert sich Dieter Rex seit 1967. Rund 150 Hilfstransporte nach Polen und in die Ukraine ist er gefahren. Er stellte sich in den Dienst der Malteser als Ersthelfer bei unterschiedlichen Einsätzen, so beim Jahrhundert-Hochwasser in den neuen Bundesländern in Grimma und Wesenstein. Auch war er bei zahlreichen Wallfahrten im Einsatz. Höhepunkt war die dreimalige Rom-Wallfahrt mit jeweils 600 Behinderten zu Papst Johannes Paul II..

Für sein großes ehrenamtliches Engagement wurde er mehrfach vom Deutschen Schachverband und 1993 vom Sportverband als „Sportler des Jahres“ ausgezeichnet. Beruflich arbeitete Dieter Rex als Buch- und Offsetdrucker zuletzt bis 2006 beim Bischöflichen Generalvikariat in Münster in der Druckerei und Mediengestaltung.

Elisabeth Rex arbeitete als Einzelhandelskauffrau in unterschiedlichen Unternehmen in Warendorf und zuletzt in Telgte.

Gemeinsame Unternehmungen

Die beiden unternehmen sie viel gemeinsam: Sie kegeln, fahren mit dem Rad, gestalten ihre Freizeit mit ihren Kindern und drei Enkelkindern und nehmen sich viel Zeit für die Gestaltung ihres Gartens.

Sport und Bewegung sind für Dieter und Elisabeth Rex auch sehr wichtig: Beide gehen gemeinsam zur Gymnastik, und Elisabeth Rex hält sich zusätzlich im Fitnesszentrum gesund. Auch unternimmt das Paar mit seinen Pedelecs viele Radtouren in der Region – auch mit der Radfahrgruppe Ü55.

Der Tag beginnt für beide übrigens immer gemeinsam, so auch an ihrem heutigen Jubeltag: Mit einem gemeinsamen Frühstück und der Lektüre der Tageszeitung. „Das ist für uns immer ein gelungener Start in den Tag hinein.“

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