1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Telgte
  6. >
  7. „Stadt hat mich auflaufen lassen“

  8. >

Markus Staden möchte in Kraege-Containern Flüchtlinge unterbringen

„Stadt hat mich auflaufen lassen“

Telgte

Die Möglichkeiten, Flüchtlinge unterzubringen, werden immer überschaubarer. Umso erstaunlicher findet es Markus Staden, Geschäftsführer von Kraege International, dass sein Angebot nicht angenommen wird. Schließlich habe er Platz, um 100 Personen unterzubringen.

Von Stefan Flockert

Markus Staden, Kraege, Container für FlüchtlingeMarkus Staden (5.v.r.) traf sich am Freitagmorgen mit Bürgermeister Wolfgang Pieper (r.) an den Kraege-Containern. Die Ukraine-Flüchtlinge betonten, dass sie sich dort sehr wohl fühlen.Stefan Flockert Foto: Stefan Flockert

Markus Staden, Geschäftsführer von Kraege International, machte seinem Ärger über das Verhalten von Stadtverwaltung und Kreisbauamt in der Einwohnerfragestunde in der Ratssitzung Luft. „Ende August habe ich der Stadt das Angebot gemacht, 100 Flüchtlinge aufzunehmen.“ Und bislang sei nichts passiert.

Von der Verwaltung fühlte er sich im Stich gelassen. „Die Stadt hat mich auflaufen lassen“, nimmt er kein Blatt vor den Mund. Für ihn wäre es ein Einfaches gewesen, die Geflüchteten in seinen ansonsten von Saisonarbeitern genutzten Containern aufzunehmen, schließlich stünden die Bolle-Standcontainer auf seinem Firmengelände.

Bürgermeister Wolfgang Pieper konnte die Verärgerung verstehen, versuchte aber auch zu erklären, weshalb es noch zu einer Umsetzung kam. Auch wenn er sich das gewünscht hätte, wäre dadurch der Bezug der Mehrzweckhalle in Vadrup zu vermeiden gewesen. Gescheitert sei der Bezug der Container bislang an der bauordnungsrechtlichen Genehmigung, die der Kreis Warendorf erteilen müsste.

Anlagen müssen abgenommen werden

„Wir dürfen Flüchtlinge, die uns zugewiesen werden, nicht in Anlagen unterbringen, die nicht mängelfrei abgenommen sind“, erläuterte der Bürgermeister. Und fügte hinzu: „Ich hätte mir auch mehr Flexibilität beim Kreis gewünscht. Aber ich kann auch nicht sagen: ,Lieber Kreis, mach mal das und das'.“ Der Kreis habe das Verfahren aber noch nicht abgeschlossen.

„Wir würden gern noch weiter mit ihnen ins Gespräch kommen“, sagte Pieper zu Markus Staden. „Aber wir müssen uns an die Regeln und Gesetze halten. Aber die sind nicht immer mit gesundem Menschenverstand nachzuvollziehen.“ Am Freitagmorgen trafen sich Staden und Pieper und verabredeten, trotz aller Meinungsverschiedenheiten im Gespräch zu bleiben und zusammenzuarbeiten. Ausgelotet werden soll, was für die Flüchtlinge, aber auch für die Stadt das Beste ist. Staden hat im Übrigen Flüchtlinge quasi privat aufgenommen. Derzeit sind es 25. Was ihn dabei ärgert, ist, dass ihm die Stadt dafür die Mietkostenunterstützung gestrichen hat.

Startseite