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Kammermusikkonzert des Kulturfreundeskreises

Stimmiger Dialog wurde spürbar

Telgte

Mit ihrem winterlich inspirierten Liederabend boten die beiden Künstlerinnen einen mit Akribie und Feinsinn zusammengestellten Einblick in ihr künstlerisches Denken und Fühlen. Mezzosopranistin Esther Valentin-Fieguth und die Pianistin Anastasia Grishutina bereicherten die renommierte Reihe der Kammermusikkonzerte des Kulturfreundeskreises.

Von Axel Engelsund

Die Mezzosopranistin Esther Valentin-Fieguth und die Pianistin Anastasia Grishutina begeisterten ihr Publikum im Bürgerhaus. Foto: Axel Engels

Mit einem reinen Liederabend haben die Mezzosopranistin Esther Valentin-Fieguth und die Pianistin Anastasia Grishutina die renommierte Reihe der Kammermusikkonzerte des Kulturfreundeskreises um eine eindrucksvolle Facette bereichert. Die Künstlerinnen sind ausgezeichnet als „New Talents“ des SWR2, musizieren seit drei Jahren zusammen und haben schon den ersten Preis sowie den Publikumspreis bei dem internationalen Schubert-Wettbewerb in Dortmund erhalten.

Mit einem Balladenabend verwöhnten sie die Liebhaber feinster Gesangskunst, hatten aus ihrem großen Repertoire ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt.

Werke russischer Komponisten

Dass darunter auch Werke russischer Komponisten waren, begründete die am berühmten Moskauer Konservatorium sowie in München und Köln ausgebildete Pianistin Anastasia Grishutina zunächst mit einer klaren Stellungnahme gegen den Krieg. Aber russische Musik als Bestandteil gemeinsamer Kultur dürfe auch in solchen Zeiten nicht untergehen.

Mit ihrem winterlich inspirierten Liederabend boten die beiden Künstlerinnen einen mit Akribie und Feinsinn zusammengestellten Einblick in ihr künstlerisches Denken und Fühlen. Esther Valentin-Fieguth konnte sich bei der exquisiten Spielweise ihrer Begleiterin ganz auf den Inhalt jenseits des reinen Notentextes konzentrieren.

Schon beim ersten Lied, dem „Winterabend D.938“ von Franz Schubert, zeigte das Duo einen bis ins kleinste Detail stimmigen Dialog, bei „Auf eine Christblume“ sowie „Schlafendes Jesuskind“ und „Zum neuen Jahr“ aus den „Mörike-Liedern“ von Hugo Wolf spürte man die in Musik gefasste Gefühlstiefe. Dieser hochwertige Eindruck setzte sich bei den impressionistischen Liedern von Claude Debussy fort.

Selten hat man das letzte Lied „Le tombau des Naiades“ aus den drei „Chansons de Bilitis“ so klangmalerisch und stimmungsvoll gehört wie an diesem Abend. Die differenzierte Harmonik und eindrucksvolle Melodieführung in den Gesangswerken von Claude Debussy passte einfach wunderbar zu der emotionalen Musizierweise dieses Duos.

Musikalischer Hintergrund

Die gebürtige Heidelbergerin Esther Valentin-Fieguth ist in einer Musikerfamilie aufgewachsen und schon von Kindheit an als Sängerin aufgetreten. Ihre starke Bühnenpräsenz wirkte an diesem Abend ganz besonders, zumal sie mit versierter Kunst die verschiedensten Klangfarben der jeweiligen Lieder ausleuchtete. Dazu passte die ausdrucksstarke und kultivierte Spielweise von Anastasia Grishutina bestens. Fern irgendwelcher solistischen Ambitionen konzentrierte sie sich ganz auf ihre Rolle als Klavierbegleiterin und schuf so den instrumentalen Grund, auf dem sich die Stimme von Esther Valentin-Fieguth in all ihrer Schönheit entfalten konnte. Selbst so allseits bekannte Lieder wie „Die Forelle“, „Heidenröslein“ von Franz Schubert oder Robert Schumanns „Herzeleid“ sowie „Löwenbraut“ erklangen in einer jederzeit spürbaren Frische und Lebendigkeit.

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