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33. Telgter Kutschenwallfahrt

Tausende säumen die Straßen

Telgte

Die 33. Telgter Kutschenwallfahrt war wieder ein voller Erfolg. Die Zahl der Kutschen ging zwar von 77 im Jahr 2019 auf nunmehr 47 zurück, die Zuschauerzahl stieg aber merklich. Die Besucher an den Straßenrändern der Altstadt genossen das bunte Treiben.

Von Bernd Pohlkamp

Ein besonders schönes Bild bot sich den Zuschauern, als die 47 Kutschen über den Marktplatz rollten. Foto: Bernd Pohlkamp

Die 33. Telgter Kutschenwallfahrt hat nach dreijähriger coronabedingter Abstinenz gezeigt, wie sehr die Menschen derartige Volksfeste und Traditionsveranstaltungen herbeisehnen und auch annehmen. Von Beginn an erlebte dieses Gemeinschaftsprojekt der Stadt, des RV Gustav Rau Westbevern und der Katholischen Kirchengemeinde St. Marien bei gutem Wetter einen gelungenen Neustart. Wenn auch die Zahl der Kutschen von 77 in 2019 auf nunmehr 47 zurückging, steigerte sich die Zahl der Besucher auf der Planwiese, im Pappelwald und später beim Umzug durch die Straßen der Altstadt auf mehrere Tausend.

Für Organisator Hermann-Josef Schulze Hobbeling und sein engagiertes Team hatte diese Wallfahrt bereits Tage vorher begonnen. Die Kutschenfamilien trafen sich nämlich auf dem Reiterhof Schulze Hobbeling in Vadrup, übernachteten dort und feierten ihr Wiedersehen. 30 „Kutschenfamilien“ waren es schließlich, die bereits am Vormittag des Himmelfahrtstages gemeinsam den Weg über Haus Langen zur Planwiese fuhren. Dort begann das Pontifikalamt mit Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, dem päpstlichen Ehrenkaplan Monsignore Heinz Gunkel und Propst Dr. Michael Langenfeld. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von den Jagdhornbläsern Hubertus Coesfeld.

Nach der Heiligen Messe herrschte im Pappelwald ein buntes Treiben. Die Getränke- und Imbissstände und die zahlreichen Sitzflächen boten den vielen Besuchern Möglichkeiten, sich zu stärken oder einfach sich zu unterhalten und Wiedersehen zu feiern. Die Kutschenfahrer-Familien kümmerten sich liebevoll um ihre Tiere. Der Tierarzt des Reitervereins Gustav Rau Westbevern, Dr. Klaus Holtgreve, besuchte mit Hermann-Josef Schulze Hobbeling die einzelnen Kutschenplätze und schaute nach dem Wohl der Pferde und Ponys. Er sah, dass die Vierbeiner ausreichend mit Heu und Wasser versorgt waren und keinerlei Verletzungen aufwiesen. Hermann-Josef Schulze Hobbeling, der bereits seit 35 Jahren die Verantwortung für die Kutschenwallfahrten trägt und in seiner Jackentasche das immer umfangreichere Sicherheitskonzept trug, stellte Dr. Stefan Zekorn, Monsignore Heinz Gunkel, Polanicas Bürgermeister Mateusz Jellin, Michael Langenfeld und Bürgermeister Wolfgang Pieper die einzelnen Kutschen vor. Dazu gehörten auch die von Dirk Morkötter aus Osnabrück, der bislang alle Kutschenwallfahrten in Telgte mitgemacht hat, und die des 21-jährigen „Nachwuchsfahrers“ Hardy Kollenberg aus Ostercappeln, der zum dritten Male in Telgte dabei war.

Bevor der Kutschenkorso durch die Altstadt fuhr, präsentierten die Kutschenfamilien ihre geschmückten Wagen und Pferde den Ehrengästen auf der Bühne und dem zahlreichen Publikum am Fahrweg entlang der Planwiese und der Ostbeverner Straße.

Als Moderator erwies sich Hermann-Josef Schulze Hobbeling einmal mehr als ein erfahrener Pferde- und Kutschenexperte. Er begrüßte alle Kutschenfahrenden persönlich mit Namen und hatte auch immer ein herzliches, humorvolles Wort parat. Das Lächeln auf den Lippen verriet, wie es gemeint war: Etwa: „Auch dieser wunderschöne Blumenschmuck kommt aus unserem Garten oder bei der Überreichung eines Gutscheines: „Wenn ihr nicht wisst, wo Pieser ist, kommt bei mir vorbei.“

Die Gewinner von Wertgutscheinen zur Einlösung in Telgter Gastwirtschaften sind Hermann Jansen (Meppen-Hemsen), Reinhilde Große Maestrup (Neuenkirchen), Holger Pöpping (Rheine-Elte), Carsten Bernsmann (Altenberge), Karin Ungewisse (Nordwalde), Jürgen Kolbenberg (Ostercappeln), Anna Mackenbrock (Drensteinfurt), Karl Hafermann (Wietmarschen) und das Bestattungshaus Huerkamp (Warendorf).

In flottem Schritttempo kamen sie alle vor die Bühne gefahren: Landauer, Wagonetten, Gigs, Federwagen, Münsterländer Jagdwagen, Planwagen und kleine Kutschen. Sie wurden gezogen von schön herausgebrachten Pferden und Ponys wie Friesen, Isländer, Fjordpferde, Haflinger, Minipferde, Irish Ticker oder Kaltblüter.

Gustav-Rau-Vorsitzender Alexander Prinz begrüßte die 47 Gespannfahrenden aus dem Münsterland, dem Osnabrücker Land und dem Sauer- und Siegerland und Ostwestfalen. Tausende Einheimische und Gäste säumten die Straßen, waren begeistert, spendeten immer wieder Beifall und erfreuten sich über den Anblick der prachtvollen Pferde und Ponys, die die historischen Kutschen durch die Innenstadt zogen. Auch viele Kutscher hatten sich für dieses Ereignis in Schale und Kostüm geworfen.

Die 34. Auflage werde es am 18. Mai 2023 geben, versicherte Hermann-Josef Schulze Hobbeling. Dann werden, „da bin ich mir sicher und dafür werben wir,“ wieder mehr Kutschen nach Telgte kommen.

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