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Nationalspielerin Sophia Kleinherne besucht ihren Heimatverein

Telgte, Wembley und zurück

Telgte

Vor wenigen Wohen stand sie im Finale der Fußball-Europameisterschaft, nun besuchte Sophia Kleinherne ihren Heimatverein und verriet so manche Überraschungen.

Von Bernd Pohlkamp

Nationalspielerin Sophia Kleinherne war nun zu Besuch in Telgte und stand den zahlreich erschienenen Juniorenkickern Rede und Antwort. Foto: Pohlkamp

In leuchtende Kinderaugen sah Sophia Kleinherne, als sie am Donnerstagabend im Jugendstadion stand, auf dem sie in ihrer Kindheit das Fußballspielen erlernt hatte. 110 Mädchen und Jungen bereiteten ihrem Idol einen jubelnden Empfang. Die 22-jährige, 19-fache Fußball-Nationalspielerin im Dienste des Bundesligisten Eintracht Frankfurt stattete ihrem früheren Verein, der Sportgemeinschaft, einen Besuch ab.

Schon mit 14 Jahren spielte Sophia Kleinherne in der U-17-Auswahl des FSV Gütersloh. Mit der U-17-Nationalmannschaft ist die damals 16-Jährige 2016 Europameisterin geworden. 2019 startete sie als A-Nationalspielerin im Wembleystadion von London. „Mein liebstes Stadion“ nennt sie diese Fußballarena. Am 31. Juli zum Finale der EM kehrte sie dorthin zurück.

Der dritte Vereinsvorsitzende, Jens Hampel, hatte über die Brüder von Sophia Kleinherne den Weg für diese Begegnung geebnet. Am Donnerstagabend nahm sich Sophia Kleinherne viel Zeit. Sie zeigte sich als Persönlichkeit, bodenständig, höflich, respektvoll und dankbar.

Sie, die der SG Telgte so viel zu verdanken hat, begab sich zunächst mit Jens Hampel in Telgte auf Spurensuche. Nach dem „Filmdreh“ stand Sophia den Kindern Rede und Antwort, schrieb Autogramme, machte Selfies mit den Fußballmädels und -jungs und freute sich auch, dass sich auch Bürgermeister Wolfgang Pieper Zeit genommen hatten, die Vize-Europameisterin in ihrer Heimatstadt Telgte willkommen zu heißen.

Pieper bezeichnete Kleinherne als Persönlichkeit und Sympathieträgerin für den Frauen-Fußball. Mit ihrem herzhaften Auftreten sei sie zu einem Vorbild für viele junge Nachwuchsfußballerinnen geworden. Sie verkörpere außerdem Esprit, Charme, Ausstrahlungskraft und Coolness.

Davon konnten sich die 110 Kinder überzeugen. Auf die vielen Fragen gab es auch überraschende Antworten. Etwa diese, dass sie nach Vertragsende bei Eintracht Frankfurt im Sommer 2024 ihre Fußballerinnen-Karriere in England fortsetzen wolle. Dass ihr Lieblingsverein in der Kindheit der FC Bayern München war. Dass ihr Vorbild ihre Nationalspielerin-Kollegin Sara Ilonka Däbritz ist, die beim französischen Club Olympique Lyon spielt. Sophia Kleinherne studiert Sportmanagement, hat sich jedoch noch nicht festgelegt, auf was sie sich spezialisieren werde.

Für den Sport begeisterte sie sich bereits sehr früh. Sie turnte beim TV Friesen, kam über ihre Brüder zum Fußball der SG Telgte. Dort spielte sie mit Jungs. „Dieses Training hat mich geprägt, weil ich ganz anders gefordert wurde. Jungs haben ein höheres Tempo und spielen mit mehr Körpereinsatz.“

Sowohl das Turnen und der Fußball begeisterten sie. „Doch in der Jugend wollte ich eine Entscheidung treffen. Fußball oder Turnen? Ich entschied mich für die Karriere als Fußballerin,“ verriet sie.

Ihr Fußballerinnen-Leben ist geprägt von ihrem Verein Eintracht Frankfurt und vom Deutschen Fußballbund. Monatlich – jeweils für sieben bis zehn Tage – treffen sich die Nationalspielerinnen zu einem Lehrgang. So trainiert sie intensiv mit den besten Fußballerinnen Deutschlands. Zwischen den DFB-Lehrgängen spielt sie beim Bundesligisten Eintracht Frankfurt in der Verteidigung.

Auf dem Rücken trägt sie die „4“, im Nationaldress die „2“. Als Rechtsfüßlerin hatte sie ihre Karriere begonnen. Inzwischen ist sie so gut trainiert, dass sie beidseitig gleich gut schießt. Ihre Position ist die Linksverteidigung. Ihre Trainerin bewertet diese so: „Die besten Verteidigerinnen sind die besten Stürmer.“

Von der Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg erhält sie viel Lob und Unterstützung. Im EM-Spiel gegen Finnland hatte sie von ihrer Bundestrainerin so viel Vertrauen und Unterstützung erfahren, dass sie in dem Spiel immer wieder nach vorne lief und torgefährlich war. Belohnt wurde sie mit ihrem ersten Kopfballtreffer.

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