1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Telgte
  6. >
  7. Thema mit vielen Facetten

  8. >

Gleichstellungsbeauftragte legt Bericht vor

Thema mit vielen Facetten

Telgte

Seit knapp zwei Jahren ist Kada Malaj als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt im Amt. Jetzt hat sie ihren ersten großen Bericht vorgelegt, der verschiedene Schwerpunkte ihrer Tätigkeit beleuchtet. 60 Prozent der Beschäftigten in der Telgter Verwaltung sind Frauen.

Von A. Große Hüttmann

Seit knapp zwei Jahren ist Kada Malaj als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt im Amt. Jetzt hat sie ihren ersten großen Bericht vorgelegt, der verschiedene Schwerpunkte ihrer Tätigkeit beleuchtet. Foto: Andreas Große Hüttmann

Das Thema Gleichstellung hat in der Stadtverwaltung seit einiger Zeit – aus rein personeller Sicht – einen höheren Stellenwert als bislang. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass die Emsstadt die „Schallmauer“ von 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durchbrochen hat. Und ab dieser Grenze gibt es nach dem Landesgleichstellungsgesetz Nordrhein-Westfalen eine Freistellung im Umfang von 20 Stunden in der Woche, um sich den Aspekten dieses Themas intensiv widmen zu können. „Das ist eine wesentliche Erleichterung, da vorher vieles neben der normalen Arbeit nebenher lief“, sagt Kada Malaj, die seit knapp zwei Jahren in der Verwaltung für das Thema zuständig ist.

Dass Kada Malaj in Sachen Gleichstellung in vielerlei Hinsicht gefordert ist, ist ihrem Jahresbericht zu entnehmen. Seit März 2020 bis zum Jahresende 2021 war sie an insgesamt 30 Stellenausschreibungen und entsprechend vielen Besetzungsverfahren beteiligt. Etwa 200 Organisations- und Personalentscheidungen wurden ebenfalls in diesem Zeitraum getroffen. Und auch dabei hat sie jeweils mitgewirkt. Hinzu kommen regelmäßige Gespräche mit dem Bürgermeister und dem Personalrat sowie die Mitwirkung an arbeitsmedizinischen und sicherheitstechnischen Sitzungen. Zudem stand die Überarbeitung von verschiedenen internen Dienstanweisungen an, auch hierbei waren Aspekte der Gleichstellung berührt und eine entsprechende Mitwirkung notwendig.

Nicht nur in der Verwaltung war Kada Malaj gefragt, sondern die Gleichstellungsbeauftragte ist auch extern viel im Einsatz und eine gefragte Expertin bei diesem Thema. Beratungsgespräche mit Ratsuchenden, die Teilnahme am Arbeitskreis „Wir Frauen in Telgte“, ein nahezu ständiger Austausch mit den Sozialarbeitern am Schulzentrum sowie Gespräche und Treffen mit den Verantwortlichen im Frauenhaus waren weitere Aspekte.

Hinzu kommen überregionale Vernetzungen und Kooperationen, etwa im Rahmen des Arbeitskreises der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis, die Vernetzung mit dem Runden Tisch gegen Gewalt an Frauen und Kindern im Kreis sowie ein Austausch mit den Landes- und Bundesarbeitsgemeinschaften.

Pandemiebedingt ziemlich überschaubar war indes in den vergangenen knapp zwei Jahren die Zahl der Veranstaltungen. Der Internationale Frauentag am 8. März 2020, die erste große Veranstaltung für die neue Gleichstellungsbeauftragte, konnte noch ohne Einschränkungen gefeiert werden. Danach war nicht mehr viel möglich. Trotzdem nutzten Kada Malaj und andere Mitstreiter die Möglichkeit, am „Tag gegen Gewalt an Frauen“, der jeweils am 25. November begangen wird, Veranstaltungen unter Pandemiebedingungen am Schulzentrum durchzuführen. Ein Hingucker war zudem am gleichen Tag die „Orange the world“-Beleuchtungsaktion. Dabei erstrahlte das Rathaus in orange.

Interessant ist im Zusammenhang mit dem Thema Gleichstellung übrigens ein Blick in die Beschäftigtenstatistik der Verwaltung. Von den insgesamt 203 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind knapp 60 Prozent Frauen, nämlich genau 119. Die Besonderheit im Vergleich zu den männlichen Kollegen ist dabei aber der Unterschied beim Thema Voll- oder Teilzeitbeschäftigung. Während von den 84 Herren in der Stadtverwaltung nur knapp 30 Prozent eine Teilzeitstelle haben, liegt dieser Anteil bei den Frauen bei knapp 70 Prozent.

Startseite
ANZEIGE