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Alfons mit „Le Best of“ im Bürgerhaus

„Typisch deutsches Verhalten“

Telgte

Bei seinem ultimativen Angriff auf die Lachmuskulatur des Publikums versprühte er ungehemmt seinen französischen Charme, dieser sympathischen Mann hatte sofort alle Herzen im Sturm erobert.

Von Axel Engels

Mit französischen Charme eroberte Alfons binnen kürzester Zeit die Herzen der Zuschauer. Foto: Axel Engels

Mit seinem Programm „Le Best of“ präsentierte der Kultreporter in Diensten des deutschen Fernsehens am Freitagabend eine Show, bei der sich das Beste aus Comedy und Kabarett bestens ergänzten. Alfons, mit bürgerlichem Namen Emmanuel Peterfalvi, ist in Paris geboren, hat bereits in Kindertagen mit dem Kassettenrekorder bewaffnet seine Mitmenschen befragt und später Kommunikationswissenschaften studiert. Vor diesem akademischen Hintergrund startete er als Redakteur beim TV-Sender Premiere und hat im Norden der Republik eine neue Heimat gefunden. Seit dieser Zeit als rasender Reporter Alfons kennt und liebt man ihn, und so war die Resonanz auf seinen Besuch in Telgte natürlich groß.

Auf der Bühne noch besser als im Fernsehen

Enttäuscht wurde sicherlich niemand an diesem Abend, denn auf der Bühne ist der umtriebige Künstler vielleicht noch besser, als man ihn von der Mattscheibe her kennt. Bei seinem ultimativen Angriff auf die Lachmuskulatur des Publikums versprühte er ungehemmt seinen französischen Charme, dieser sympathischen Mann hatte sofort alle Herzen im Sturm erobert.

Der bundesdeutsche Alltagswahnsinn

Bei der Auswahl der auf großer Leinwand eingespielten Szenen hatte er besonders eingängige Befragungen ausgewählt, die ein deutliches Licht auf seine ganz eigene Sichtweise des „typisch deutschen Verhaltens“ warfen. Man erlebte den allgemeinen bundesdeutschen Alltagswahnsinn dabei aus der Sichtweise des französischen Nachbarn. Allerdings zeigte sich auch bei diesem Klamauk seine journalistischer Akribie im Umgang mit Situationen und Fakten. Da wurde keiner der Befragten vorgeführt, sondern der Humor fand sich eher in der Situationskomik, die natürlich mit fulminantem Applaus belohnt wurde. Da wurden Rollenklischees genauso unter die kabarettistische Lupe genommen und alles dann mit einer Prise Comedy leichter verdaubar gemacht. Selbst eigentlich so ernste Dinge wie das Leben eines Künstlers unter dem Damoklesschwert der Pandemie wurde nicht platt behandelt, sondern mit Selbstironie und mitreißenden Spitzen gewürzt.

Kulturell bedingte Unterschiede

Die deutsch-französische Freundschaft hatte es dem Mann aus Paris mit dem selbstgewählten Hamburger Exil angetan, da zeigte er mit Feinsinn die kulturell bedingten Unterschiede. Das zeigte er bei den länderspezifischen Ehrungen von Siegern und Verlierern im sportlichen Wettkampf auf süffisante Weise auf. Mit Feinsinn spürte er dem Mysterium des wahren Wesens der Deutschen nach, vor seinem Blick waren niemand im Lande der Dichter, Klempner, Kleingärtner und Hinterwäldler sicher.

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