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Freundeskreis Guatemala feiert 30-Jähriges

Über 800 000 Euro investiert

Telgte

Eine Handvoll junger Leute aus Telgte und Umgebung gründete 1992 den Freundeskreis Zentralamerika. Hute heißt er Freundeskreis Guatemala und hat in seiner 30-jährigen Geschichte so einiges bewegt. Zeit für einen Rück- und Ausblick:

Am Samstag feierten Mitglieder und Freunde des Vereins den runden „Geburtstag“ auf dem Hof Hertleif. Foto: privat

Eine Summe, die sich sehen lassen kann: In den 30 Jahren seines Bestehens investierte der Freundeskreis Guatemala (ehemals Freundeskreis Zentralafrika) nach eigener Aussage 836 294 Euro (inklusive Fördermittel) in Hilfsmaßnahmen wie den Bau von rund 90 Klassenräumen, fast alle in der Region Sololá im Westen des Landes. Aktuell zählt der Verein 140 Mitglieder. Am Wochenende feierte der Freundeskreis Geburtstag.

Eine Handvoll junger Leute aus Telgte und Umgebung gründete 1992 den Freundeskreis Zentralamerika. Vorausgegangen war eine Reise nach Guatemala. Andreas Hellmann ist seit neun Jahren Vorsitzender und erklärt, welche drei Eigenschaften den Verein ausmachen: „Für mich sind das Freundschaft, Nachhaltigkeit und Offenheit. Der Freundeskreis funktioniert trotz des einen oder anderen Generationenwechsels und lebt davon, dass sich auch ehemals Aktive weiter verbunden fühlen.“ Der Verein schaue immer wieder genau hin, was die Menschen in der Region Sololá brauchen oder wie man bestehende Projekte verbessern könne: „Inzwischen unterstützen wir zum Beispiel die Anlage von Schulgärten, die in Permakultur bewirtschaftet werden. Und beim Schulbau kommen mittlerweile ressourcenschonende Materialien wie Bambus und Lehm zum Einsatz.“

Als größten Erfolg bewertet Hellmann die Tatsache, „dass wir jetzt 30 Jahre Engagement für Guatemala feiern können.“ Es sei eine Herausforderung, einen jungen Verein auch jung zu halten: „Immer wieder zu sehen, dass wir erfolgreich Projekte in Guatemala umsetzen können, das motiviert ungemein. Und natürlich ist es auch toll zu spüren – wie jetzt bei den Vorbereitungen zum Jubiläum – wie vielen Menschen etwas an unserem Verein liegt.“

Ein wenig Sorge bereitete dem Freundeskreis die Überlegung, wie die Arbeit in Guatemala weitergeht, wenn der Architekt und Partner Luis Alberto Palacios einmal kürzertreten will. Hellmann: „Umso glücklicher waren wir und unsere Partnervereine Esperanza und Oyak, als Luis‘ Sohn Estuardo signalisiert hat, dass er die Arbeit gerne fortführen möchte. Er ist wie sein Vater Architekt, und auch ihm sind die Projekte und Orte ein echtes Herzensanliegen.“

Und welche Pläne hat der Freundeskreis? „Das aktuelle Projekt wird in der Gemeinde La Fé umgesetzt“, sagt Hellmann. Die Vor- und Grundschule werde um vier Klassenräume und ein Büro erweitert. „Gerade freuen wir uns darauf, dass Estuardo in der Kirmes-Woche in Telgte sein wird. Er wird einige Schulen besuchen, und wir wollen die Gelegenheit nutzen, mit ihm über neue Projekte zu sprechen.“

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