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Informationsveranstaltung „Verkehrssicherheit für ältere Radfahrer“

Unfälle mit Pedelecs nehmen zu

Telgte

Viel Wissenswertes wurde bei der Informationsveranstaltung „Verkehrssicherheit für ältere Radfahrerinnen und Radfahrer“ im Bürgerhaus vermittelt.

Von Bernd Pohlkamp

Verkehrssicherheitstipps rund um Pedelec und E-Bike gaben Polizeihauptkommissar Richard Rauer von der Kreispolizeibehörde Warendorf und Fahrrad-Fachexperten auf der Bürgerhaus-Bühne. Foto: Bernd Pohlkamp

Immer mehr Telgter schätzen es, mit dem Pedelec unterwegs zu sein. Insbesondere seit Corona ist die Nachfrage noch größer geworden. Gerade Fahrräder mit elektrischem Hilfsmotor bieten inzwischen nicht nur für die Ü55-Generation den Vorteil, mit weniger Kraftaufwand höhere Geschwindigkeiten zu erzielen und damit längere Strecken fahren zu können. Durch die Kostenexplosion bei Benzin und Diesel werden wohl noch mehr Telgter umsatteln und sich ein Pedelec oder ein E-Bike, das auf Knopfdruck ohne Pedalunterstützung fährt, anschaffen.

Weil viele Pedelec-Fahrerinnen und -Fahrer die Gefahr jedoch unterschätzen, veranstaltete das Seniorenbüro der Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit der Kreispolizeibehörde, der Verkehrswacht im Kreis Warendorf und dem ADFC Telgte/Ostbevern eine Informationsveranstaltung mit dem Thema „Verkehrssicherheit für ältere Radfahrerinnen und Radfahrer“ insbesondere bei der Nutzung von Pedelec und E-Bike. Karla Papendorf – zuständig für Seniorenangelegenheiten bei der Stadt – begrüßte am Donnerstagnachmittag im Bürgerhaus rund 40 Interessenten. Sie freute sich über die gute Beteiligung.

Polizeihauptkommissar Richard Rauer von der Kreispolizeibehörde Warendorf präsentierte zu Beginn eine alarmierende Statistik, die deutlich mache, dass die Unfälle mit Pedelecfahrern seit Jahren deutlich zunehme. Anschaulich und mit Beispielen, Filmen und Bildern bekräftigte Richard Rauer Hinweise und Informationen zu wichtigen Themenbereichen. Dazu ging er auf die verschiedenen Wege für Radfahrer ebenso ein wie auf Neuerungen in der Straßenverkehrsordnung.

„Der Fahrradhelm als Kopfschutz verhindert schwere Kopfverletzungen und kann eine Lebensversicherung sein“, erklärte Rauer. Er empfiehlt diesen immer zu tragen. Verschiedene Modelle stellten Rauer und seine Mitreferenten vor. Unterstützt wurde Rauer bei seinen Ausführungen von Fahrradexperten. Dazu gehörten Martin Brune von Zweirad Brune und Stefan Lange von Leezen Lange. Sie hatten Elektrofahrräder als Anschauungsmaterialien mitgebracht. Durch ihre fachliche Kompetenz mit großem Praxiswissen erhielten die Zuhörer auch wertvolle Anregungen zur Technik und zu Anschaffung eines neuen Fahrrades.

Richard Rauer wies auf Unfallursachen und auch auf das Fahren in der Gruppe und in Kolonnen hin. Beim Einsatz von Licht am Fahrrad wurde Richard Rauer ebenfalls deutlich: Auch am Tage sollten Radfahrer unbedingt mit Licht fahren.

Radfahrer sollen beim Fahren auch auf sich aufmerksam machen. Daher empfahl Richard Rauer auffällige, helle oder reflektierende Kleidung zu tragen. Und beim Fahren über Kreuzungen soll man die Absichten durch Handzeichen erkennbar machen, um so anderen Verkehrsteilnehmern die Möglichkeit zu geben, sich darauf einzustellen.

Jede Menge Fragen aus dem Publikum beantwortete Richard Rauer präzise und manchmal auch mit einem freundlichen Humor. Nach Aussage des Polizeihauptkommissars liege die steigende Unfallzahl nicht nur daran, dass immer mehr Pedelecs oder E-Bikes auf den Straßen fahren. Viele würden sich bei der Geschwindigkeit ihrer Elektro-Fahrräder verschätzen.

Johannes Meiser vom ADFC warb daher für Fahrsicherheitstrainings für Senioren und nannte hier drei Termine: Am 6. November in Ostbevern sowie am 2. und 9. April 2022 in Telgte.

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