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Ganz neue Dimension

„Unsere Stärke ist die Freiheit“

Telgte

„Mir zerreißt es das Herz, diese Frage beantworten zu müssen“, sagte Bürgermeister Wolfgang Pieper in seiner Rede anlässlich des Volkstrauertages, der in seinen Augen mit dem Angriffskrieg in der Ukraine eine ganz neue Dimension erhalte.

-plk-

Bürgermeister Wolfgang Pieper hielt am Mahnmal „Am Friedhof“ in Telgte die Rede anlässlich des Volkstrauertages. Foto: Bernd Pohlkamp

Das Gedenken zum Volkstrauertag für alle Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, zur Versöhnung und Völkerverständigung, hat in diesem Jahr einen neuen Stellenwert erhalten. Bürgermeister Wolfgang Pieper rief zu Frieden auf, was mit Blick auf den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine schwerfalle: „Jetzt ist wieder Krieg in Europa“, so Pieper. „Der grausame Angriffskrieg gegen die Ukraine hat etwas Unvorstellbares bewirkt, etwas, was wir uns alle, die Älteren wie die Jüngeren, in Europa seit 1945 nicht haben vorstellen können. Wenn wir in den letzten Jahren am Volkstrauertag zusammen gekommen sind, um zu gedenken, dann war es ein Gedenken der vielen Millionen Opfer, der Getöteten und Gefallenen der Weltkriege. In den letzten Jahren haben wir unser Gedenken an alle Opfer von Krieg, Terrorismus und Gewalt ausgeweitet.“

Eine ganz neue Dimension

Mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine erhalte der Volkstrauertag eine ganz neue Dimension. Am Mahnmal „Am Friedhof“ hatten sich Bürger, Fahnenabordnungen vom DRK, der Feuerwehr, der Kolpingsfamilie und der Schützenvereine eingefunden. Der Männergesangverein Liedertafel 1872 gestaltete die Gedenkfeier gesanglich.

In seiner Rede stellte Wolfgang Pieper auch die Frage der Verantwortung. „Bedeutet diese Verantwortung gegenüber einem Land, das sich in Richtung Europa aufmacht, nicht auch, dass wir Waffen in dieses Land liefern. Mir zerreißt es das Herz, diese Frage beantworten zu müssen. Ich finde kein Argument, warum wir die Ukraine nicht unterstützen sollen“, so Pieper. Es sei dringend notwendig, das Machtgehabe des autoritären Putin-Regime an der Stelle zu stoppen, wo es glaube, ein freiheitliches souveränes Land einfach mal überrennen zu können. „Unsere Stärke“, so Pieper, „ist die Freiheit. Diese muss verteidigt werden und wir, die in der Demokratie leben, wissen, dass die Freiheit bei uns selbstverständlich ist, in Russland ist sie verboten.“

Hoffnung auf Frieden

„Ich habe die Hoffnung, dass ein diplomatischer oder militärischer Frieden erzwungen wird, der es ermöglicht, dass die Menschen in ihre Heimat bald zurückkehren können. Das Gedenken zum Volkstrauertag, das wir in den letzten Jahren gepflegt haben, darf nicht nur eine Geste sein: Wir müssen uns bewusst sein, dass wir Verantwortung tragen in der Welt.“

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