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Erneuerung der technischen Infrastruktur „alternativlos“

Verständnis für genervte Bürger

Telgte

Die technische Infrastruktur muss von Zeit zu Zeit erneuert werden. Ohne Baustellen – und damit Unannehmlichkeiten für die Bürger – geht das allerdings nicht. Stadt, Stadtwerke und Abwasserbetrieb machen aber deutlich, dass die Maßnahmen „alternativlos“ seien.

Von Stefan Flockert

Die Baustelle am Münstertor wird wohl noch eine Weile erhalten bleiben. Die beteiligten Akteure versuchen aber, die die Unannehmlichkeiten für die Bürger so gering wie möglich zu halten. Foto: Stefan Flockert

Die vielen Baustellen in der Stadt und die damit für die Bürger verbundenen Unannehmlichkeiten haben in den vergangenen Monaten für viele Diskussionen gesorgt. Bürgermeister Wolfgang Pieper und Vertreter des Abwasserbetriebs TEO sowie der Stadtwerke Ostmünsterland zeigten am Montagmorgen durchaus Verständnis dafür, dass viele Bürger genervt sind. In einem Pressegespräch machten sie jedoch deutlich, dass die Maßnahmen und auch die damit verbundenen Einschränkungen unumgänglich seien. Schließlich gelte es, die technische Infrastruktur zu erneuern.

Der Bürgermeister erinnerte sich an die 1960er Jahre zurück, als es noch dreistellige Telefonnummern gab und nur jedes fünfte Haus überhaupt ein Telefon hatte. „Seitdem haben wir im Bereich der technischen Infrastruktur unglaublich viel geschafft“, so Pieper. Für die Menschen sei es selbstverständlich, dass sie morgens das Licht und den Toaster anmachten oder die Toilettenspülung bedienten. Um den technische Standard aber aufrechtzuerhalten oder weiter zu verbessern, seien Baumaßnahmen zwingend notwendig. Ziel sei immer die Versorgung der Bürger mit Strom, Gas, Wasser, Wärme sicherzustellen, aber auch Abwasserleitungen sowie Straßen und Wege auf dem neuesten Stand zu bringen.

Sowohl der Bürgermeister, als auch Stadtwerke-Geschäftsführer Rolf Berlemann und Thomas Taugs, Geschäftsführer des Abwasserbetriebs, betonten, dass bei jeder Maßnahme versucht werde, diese bestmöglich zu koordinieren. Das heißt, wenn der eine Beteiligte eine Maßnahme in Angriff nimmt, werden die anderen mit ins Boot geholt, um Straßen und Bürgersteige nicht binnen weniger Jahre mehrmals aufreißen zu müssen und damit für unnötige Unannehmlichkeiten zu sorgen.

Alle drei warben bei den Bürgern für Verständnis. „Die Leute hätten das am liebsten, wenn die Infrastruktur über Nacht mit dem Hubschrauber eingeflogen würde“, so Wolfgang Pieper. „Das zerrt an den Nerven. Aber wir machen das nicht, um die Leute zu quälen.“

Ein Beispiel für viel Ärger ist das Münstertor. Dort sind Stadt, Stadtwerke, Abwasserbetrieb und Straßen NRW beteiligt. Die Straße war zunächst vom Bahnübergang bis zur Bundesstraße 51 gesperrt und ist nun abschnittsweise zwischen Orkotten und Marienlinde nicht befahrbar. Eigentlich hatte es bei der derzeitigen Maßnahme keine Sperrungen geben sollen. Diese waren dann aber von der Berufsgenossenschaft angemahnt worden.

Hier gestand Bürgermeister Pieper Kommunikationsprobleme ein. Allerdings seien die dortigen Arbeiten „alternativlos“. „Manchmal muss man den Leuten aber etwas abverlangen, was nicht angenehm ist“, so Pieper. Dort werde die technische Infrastruktur komplett erneuert und außerdem gebe es nach Fertigstellung einen neuen Geh- und Radweg. Einen Fertigstellungstermin wollte Tim Jungmann vom städtischen Bauamt fürs Münstertor nicht nennen. „Das hängt auch vom Winter ab“, sagte er. Der Bauzeitenplan sehe derzeit Anfang August 2022 vor. Alles unter Vorbehalt.

Allerdings bleibe das Münstertor keinesfalls so lange gesperrt. Sobald die Baustelle im Bereich Mönkediek angekommen sei, können der Verkehr wegen der breiteren Straße wieder einspurig geführt werden.

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