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Immer mehr Flüchtlinge

Verzweifelte Suche nach Unterkünften

Telgte

Immer mehr Geflüchtete kommen nach Telgte. Ein Ende ist nicht abzusehen. Die Stadt kommt kaum nach, neue Unterbringungsmöglichkeiten zu schaffen.

-stk-

Auf dem Parkplatz am ehemaligen Lidl-Markt am Orkotten könnte vielleicht schon bald Containern aufgestellt werden. Foto: Stefan Flockert

176 Geflüchtete leben derzeit in den von der Stadt Telgte zur Verfügung gestellten Unterkünften. „Und es werden immer mehr“, sagte Kämmerer Stephan Herzig in der Sitzung des Haupt- und Wirtschaftsförderungsausschusses. Zehn bis 20 Personen würden Telgte pro Woche zugewiesen. Kollegen aus anderen Kommunen hätten ihm gesagt: „Kratzen Sie alle Unterkünfte zusammen, die sie kriegen können.“

In Telgte sei die Situation, so Herzig, besonders schwierig. „Ich wüsste nicht, dass einer außer uns schon zwei Hallen als Unterkünfte nutzt.“

Der Kämmerer rechnete vor, dass je Halle bei Vollbelegung bis zu 100.000 Euro pro Monat an laufenden Kosten anfielen. Darin enthalten sind die Betreuung durch das DRK, die Bewachung durch den Sicherheitsdienst, Verpflegung, Reinigung, Versicherung sowie Strom, Wasser und Gas. Die Herrichtungskosten für die Hallen am Schulzentrum und in Vadrup sind nicht eingerechnet.

Wegen zu erwartender neuer Zuweisungen bereitet die Stadt weitere Unterkünfte vor und ist gleichzeitig aber schon auf der Suche nach neuen Unterbringungsmöglichkeiten und Flächen, auf denen Container aufgestellt werden könnten.

Etwa 50 Personen können Ende Oktober in die Container einziehen, die auf der städtischen Fläche neben Hygi.de im Gewerbegebiet Kiebitzpohl stehen. Ende April 2023 muss das Areal allerdings geräumt werden, weil es fortan gewerblich genutzt wird. Die Stadt hofft nun, ab April den ehemaligen Recyclinghof für eine Unterbringung in Containern nutzen zu können. Man sei in der Endabstimmung mit den Lärmschutz- und Brandschutzgutachtern.

Julia Lückfeldt, Leiterin des Fachbereichs Stadtentwicklung und Nachhaltigkeit, berichtete, dass auf der Suche nach weiteren geeigneten Grundstücken zehn Flächen geprüft worden seien. Übrig geblieben sind der Parkplatz am frühen Lidl-Markt am Orkotten und eine städtische landwirtschaftliche Fläche an der Einener Straße. Derzeit läuft die planungsrechtliche Prüfung, ob dort Container aufgestellt werden können. Sollte dies möglich sein, könnten am Orkotten 50 bis 60 Personen und an der Einener Straße 100 weitere untergebracht werden.

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