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Arbeitskreis Auswanderer

Viel Arbeit im Verborgenen

Telgte

Der Arbeitskreis Auswanderer hat mit einem weiteren Werk Licht in das Dunkel der Geschichte eines Telgters gebracht, der die Heimat verlassen und in den USA einen Neustart gewagt hat.

agh/pd

Dr. Dorothe Beck (l.) und Alfons Große Stetzkamp vom Arbeitskreis Auswanderer des Heimatvereins übergaben jetzt das fertige Werk über den Auswanderer Friedrich Christopher Bockelmann an Gisela Austermann, deren Vorfahren seinerzeit den Hof in der Bauerschaft Schwienhorst übernahmen. Foto: privat

Die Freude bei Gisela Austermann angesichts dieser vorweihnachtlichen Überraschung war groß. Denn die Fleißarbeit, die ihr Dr. Dorothea Beck und Alfons Große Stetzkamp übergaben, brachte viel Licht in ein bislang weitgehend unbekanntes Stück der Geschichte des Hofes in der Bauerschaft Schwienhorst.

Fleißarbeit

Dank der Nachforschungen von Dorothea Beck und weiterer Mitglieder der Arbeitsgruppe Auswanderer des Heimatvereins wurde die Geschichte von Friedrich Christopher Bockelmann ergründet, der vor rund 170 Jahren den Hof verließ und in den USA einen Neuanfang wagte.

Die Familie Austermann wiederum übernahm seinerzeit das Anwesen, bewahrte aber sämtliche Briefe und anderen Dokumente aus dieser Zeit auf und legte damit den Grundstein für die Erforschung dieses Stücks Telgter Auswanderergeschichte.

Für Alfons Große Stetzkamp, der zusammen mit Ferdinand Neuhaus im Arbeitskreis die Fäden zusammenhält, ist diese Arbeit ein gutes Beispiel für das Tun des Teams. „Wir sind stetig bei der Arbeit, um nach und nach die Geschichte Telgter Auswanderer zu erforschen“, betont er. Aber es sei viel Zeit notwendig, um eine so umfangreiche Recherche abzuschließen.

Alfons Große Stetzkamp

Stolz sind Große Stetzkamp und Neuhaus, eine Fachfrau für die Erforschung dieser Telgter Geschichte(n) gefunden zu haben. Die Telgter Historikerin Dr. Dorothea Beck hat in Zusammenarbeit mit Ferdinand Neuhaus, der als IT-Fachmann die Datenrecherche im Internet übernahm, in den vergangenen Monaten drei Auswandererbiografien erarbeitet, die vierte ist in Arbeit.

So liegt schriftlich bereits die Geschichte der Auswanderer Hildegard und Helga Markötter vor, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Australien umsiedelten. Auf Initiative von Arbeitskreismitglied Paul Möllers wurde der Text übrigens auch ins Englische übersetzt, damit die Nachkommen in Australien das Leben ihrer Mutter und ihrer Großmutter besser nachvollziehen können.

Eine weitere Arbeit befasst sich mit den Auswanderern Geistkemper, die von einem Hof in Raestrup stammen.

Ganz frisch fertiggestellt ist das Werk über den Auswanderer Friedrich Christopher Bockelmann, der sich mit Frau, zwei Knechten und einer Magd, die auf dem elterlichen Hof Schwienhorst 4 lebten, auf den Weg machte. 1848 verließen sie gemeinschaftlich Preußen und fanden in Indiana eine neue Heimat.

Die Familie Austermann, die den Hof übernahm, hat die Schriftstücke, Dokumente und Briefe der Auswanderer und ihrer Freunde über die Jahrzehnte gehütet und sie für die Arbeit zur Verfügung gestellt.

„Im kommenden Jahr wird man Näheres über die Tuchmacherfamilie Frederich erfahren, die die Krise ihres Handwerks auf Grund der Industrialisierung aus Telgte vertrieb“, wirft Alfons Große Stetzkamp zudem bereits den Blick auf das nächste Projekt.

Da die Arbeiten nicht veröffentlicht werden, aber im Stadtarchiv vorliegen, müssen sich Interessierte für eine Einsichtnahme an die Stadtarchivarin wenden.

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