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Städtisches Archiv in neuen Räumlichkeiten

Viel Platz für das historische Erbe

Telgte

Nicht nur einen neuen Raum, sondern auch eine neue Archivanlage hat die städtische Archivarin Julia Plötzgen zur Verfügung, um alte Urkunden, Papiere und andere wichtige Dokumente im städtischen Besitz für die Nachwelt zu erhalten.

Von A. Große Hüttmann

Noch ist die neue Archivanlage zu großen Teilen leer, doch in den nächsten Wochen sollen hier die wichtigen Dokumente und Bestände des Stadtarchivs eingeräumt werden. Foto: Andreas Große Hüttmann

Viel Platz für die Zukunft: Was sich bei der Beschreibung eines Archivs auf den ersten Blick ein wenig komisch anhört, ist für Archivarin Julia Plötzgen ein Quantensprung für ihre Arbeit. Denn nicht nur ein neuer Kellerraum im Rathaus, sondern vielmehr eine darin passgenau eingebaute moderne Archivanlage ermöglicht es auch in den nächsten Jahren, viele Dokumente, Einzelstücke und vieles mehr einzulagern, die für die Geschichte der Emsstadt und deren Dokumentation wichtig sind.

Doch bis dahin hat Julia Plötzgen noch jede Menge Arbeit. Die Regalanlage steht zwar seit kurzer Zeit, allerdings müssen die zahlreichen Kartons, Aktenordner und anderen Stücke, die dort aufbewahrt werden sollen, noch eingeräumt werden – und das mit System.

Eingeräumt wird mit System

Denn die Verwaltungsmitarbeiterin nutzt die Zeit bis zur Eröffnung der neuen Räume Ende April nicht nur, um die Stücke zu sichten und auf ihren Zustand zu prüfen, sondern auch nach neusten archivarischen Erkenntnissen zu gruppieren und katalogisieren.

Die alten Archivräume stießen nicht nur immer mehr an ihre Grenzen, sondern waren aus fachlicher Sicht – das LWL-Archivamt leistete bei der Neustrukturierung Unterstützung – nur bedingt geeignet. Bei der Einrichtung im Jahre 1974 hatte man sich für einen Kellerraum entschieden, der zwar relativ groß ist, aber etwa von Heizungsrohren durchzogen wird und kein sehr stabiles Temperaturniveau zuließ.

Papierlager ist nun Archivraum

Das ist nun anders. Das ehemalige Papierlager ist Archivraum geworden. Dort stören keine Rohre und die Temperatur unterliegt nahezu keinen Schwankungen – alles ideale Voraussetzungen. Nach vielen Vorüberlegungen wurde die neue Anlage ausgeschrieben. An den Kosten in Höhe von rund 39.000 Euro beteiligt sich das Archivamt des Landschaftsverbandes übrigens mit fast einem Drittel.

Wenn Ende April alles wieder an Ort und Stelle steht, dann will sich Archivarin Julia Plötzgen zwei weiteren Punkten widmen. Zum einen will sie das Archiv in der Öffentlichkeit bekannter machen. Führungen sind angedacht, zudem gibt sie – genauso wie ihr Vorgänger – bei Bedarf gerne Hilfestellung beim Auffinden beispielsweise von Schriftstücken, die etwa in Verbindung mit der eigenen Familiengeschichte stehen. „Das Archiv ist ein echter Schatz für jeden, der an der lokalen Geschichte interessiert ist“, sagt sie aus Überzeugung.

Doch auch an einem weiteren Schritt in die Zukunft arbeitet sie bereits. Zumindest Teile sollen digitalisiert und davon ausgewählte Urkunden und Schriftstücke über Portale öffentlich zugänglich gemacht werden. Und auch beim Thema E-Akte ist Julia Plötzgen verwaltungsintern involviert. Doch eines steht für sie auch fest: „Das analoge Archiv wird immer einen Wert haben.“

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