1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Telgte
  6. >
  7. Vor allem Zuversicht vermitteln

  8. >

Team des Kinder- und Jugendtreffs zur Arbeit unter Corona-Bedingungen

Vor allem Zuversicht vermitteln

Telgte

Die Vorgaben und Bestimmungen während der Corona-Pandemie haben auch bei Jugendlichen den Alltag durcheinander geworfen. Davon wussten Babette Zimmermann vom Treff „Mühle am Emstor“ und Jens Micke vom Kinder- und Jugendwerk Telgte im Jugendausschuss zu berichten. Vermehrt seien Konflikte, Alkohol und Drogen auf die Tagesordnung gekommen.

A. Große Hüttmann

Das Außengelände des Jugendheims, hier ein Bild von einem Graffiti-Workshop vor rund einem Jahr, war in Corona-Zeiten ein Pfund, denn mit Abstand konnten dort Treffen durchgeführt werden.

Zukunftssorgen, mehr Gesprächsbedarf und eine Zunahme beim Alkohol- und Drogenkonsum: Die Corona-Pandemie hat bei etlichen Jugendlichen in Telgte Auswirkungen auf ihr Verhalten. Das war dem Bericht von Babette Zimmermann, Mitarbeiterin im Kinder- und Jugendtreff „Mühle am Emstor“, und von Jens Micke, der für die aufsuchende Jugendarbeit zuständig ist, im Jugendausschuss zu entnehmen.

„Ein Vorteil ist sicherlich, dass wir über Corona schneller mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen“, sagte Micke. Er bezeichnete seine Rolle derzeit vor allem als Zuhörer, denn die Jugendlichen würden mit ihm und den anderen aus dem Team zumeist sehr offen ihre Sorgen, Anliegen und Probleme teilen.

Babette Zimmermann

„In den Familien, in denen es vorher schon Konflikte gab, hat sich die Situation oft verschärft“, sagte etwa Babette Zimmermann. Denn in Zeiten von Corona sei es schwieriger geworden, sich aus dem Weg zu gehen. Zudem hat sie noch eine andere Beobachtung gemacht. „Für viele Jugendliche war ihr persönlicher Kompass, der sie durchs Leben begleitet hat, plötzlich weg.“ Sprich: Die Veränderungen im Schulalltag etwa mit Unterrichtseinschränkungen, die Unsicherheit unter anderem bei der Suche nach einer Lehrstelle, sowie die Tatsache, dass es schwierig bis unmöglich geworden sei, sich regelmäßig mit Freunden zu treffen, würden deutlich sichtbare Spuren hinterlassen. „Wir spüren vor allem mit Blick auf die Zukunft eine große Unsicherheit bei den Jugendlichen.“

In der wärmeren Jahreszeit habe sich die große Wiese hinter dem Kinder- und Jugendwerk als Pfund erwiesen. „Wir haben viel draußen gemacht, natürlich mit dem gebotenen Abstand“, sagte Zimmermann. Corona habe auch dazu geführt, dass neue Personen oder Gruppen in die Einrichtung gekommen seien, etwa auf der Suche nach Abwechslung. Zudem sei zu beobachten, dass etlichen Jugendlichen der Wegfall regelmäßiger Sportangebote fehlen würde.

Babette Zimmermann

Allerdings habe die Pandemie mit ihren Einschränkungen auch erhebliche Auswirkungen auf die Arbeit. „Vieles ist nur einzeln oder in einem kleinen Kreis möglich“, betonte sie. Unter anderem über soziale Medien versuche das Team aber, einen großen Kreis zu erreichen. Das Wichtigste sei derzeit, Zuversicht zu verbreiten.

Sowohl Zimmermann als auch Micke sprachen davon, dass bei einigen Jugendlichen Drogen verstärkt eine Rolle spielen würden. Selbst im Schulalltag würden diese zum Teil offen konsumiert, berichtete Micke von seiner Arbeit in Warendorf, wo er auch in der aufsuchenden Jugendarbeit tätig ist. Zudem sei ein höherer Alkoholkonsum als vor der Pandemie zu beobachten.

Startseite
ANZEIGE