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Lange Diskussion um Lüftungstechnik für Telgter Schulen im Rat

Vorbereitungen ja – aber kein Finanzierungsfreibrief

Telgte/Westbevern

Noch wird an den Telgter Schulen regelmäßig per Hand gelüftet. Bei seiner jüngsten Sitzung hat der Rat aber grundsätzlich den Weg für den Einbau einer entsprechenden dezentrale Lüftungstechnik frei gemacht.

-agh-

Noch wird an den Telgter Schulen regelmäßig per Hand gelüftet. Bei seiner jüngsten Sitzung hat der Rat aber grundsätzlich den Weg für den Einbau einer entsprechenden dezentrale Lüftungstechnik frei gemacht. Foto: dpa

Auch wenn sich im Grundsatz alle Fraktionen über das Ziel, durch entsprechende Geräte eine optimale Lüftungssituation in den Telgter Schulen zu ermöglichen, einig waren, die Beratung bei der Ratssitzung führte zu einigen Diskussionen. Letztlich war es Bürgermeister Wolfgang Pieper, der einen Antrag der Grünen so umformulierte, dass sich am Ende alle damit einverstanden erklären konnten.

Demnach wurde die Verwaltung beauftragt, in einem ersten Schritt die Vorbereitungen für das Einreichen eines Förderantrags auf Bezuschussung von rund 60 sogenannten dezentralen Anlagen in den Telgter Grundschulen, der städtischen Kindertagesstätte sowie den beiden Kindergärten des Kinder- und Jugendwerks und in den Räumen der Klassen fünf und sechs der weiterführenden Schulen durchzuführen. „Die konkrete Umsetzung und Finanzierung wird separat entschieden“, hatte Bürgermeister Wolfgang Pieper den eigentlichen Knackpunkt formuliert.

Vor allem Christoph Boge (CDU) und Klaus Resnischek (SPD) hatten Bedenken geäußert, dass, hätte man dem Grünen-Antrag in seiner Ursprungsversion wortwörtlich gefolgt, das Ganze „ein Freibrief zur Bauvergabe ohne detaillierten Blick auf die Kosten“ sei.

Vincent Linnemann vom Ingenieurbüro Heidrich hatte zuvor von weiteren Telefonaten mit dem Ministerium bezüglich der Bezuschussung des Lüftungsanlagen-Einbaus berichtet. Pro Förderstelle, das sei eine Schule, gebe es maximal 500 000 Euro Zuschuss. Gut sei, dass nicht nur die durchschnittlich rund 20 000 Euro teuren Geräte, die in jedem Klassenraum aufgestellt werden sollen, sondern auch die dafür notwendigen Arbeiten bezuschusst werden.

Einen Knackpunkt gibt es allerdings: Aufgrund des weltweiten Chips-Mangels seien die Lieferzeiten derzeit länger.

Klaus Resnischek (SPD) legte als erster Redner den Finger in die „Finanzierungswunde“. Denn bei einer maximalen Fördersumme von 500 000 Euro und einem durchschnittlichen Gerätepreis von 25 000 Euro samt Nebenkosten können „nur“ 20 Stück pro Schule beschafft werden. Den Rest, so ein Mehr politisch und seitens der Verwaltung gewünscht, müsse dann aus eigener Tasche bezahlt werden. Insofern bat er um Bedenkzeit und eine Verschiebung der Entscheidung.

Bürgermeister Wolfgang Pieper warnte genau davor. „Wir müssen schnell sein, sonst haben andere Kommunen die Fördertöpfe bereits ausgeschöpft, bevor bei uns eine Entscheidung gefallen ist“, sagte er und warb genauso wie Katja Müller (Grüne) für eine Grundsatzentscheidung in dieser Angelegenheit.

Bauchschmerzen bezüglich eines „Blankoschecks“ hatte auch Christoph Boge (CDU). Letztlich konnte sich sowohl die SPD- als auch die CDU-Fraktion mit dem Kompromissvorschlag des Bürgermeisters abfinden.

Zudem entschied sich wenig eine knappe Mehrheit des Rates dafür, für die Telgter Schulen und den städtischen Kindergarten 100 CO2-Ampeln anzuschaffen, die eine einfache visuelle Überwachung der Raumluftsituation ermöglichen sollen.

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