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Glatzer haben einen neuen Präses

Wallfahrt als Heimattreffen

Telgte

Die 74. Glatzer Wallfahrt fand am Sonntag mit einjähriger Verspätung statt.

Von Stefan Flockert

Rund 300 Besucher nahmen an dem feierlichen Gottesdienst in der Clemenskirche anlässlich der Glatzer Wallfahrt teil.Freuten sich über einen gelungenen Wallfahrtstag: (v.l.) Michael Güttler vom Heimatwerk Grafschaft Glatz, Präses Dr. Marius Linnenborn, Propst Dr. Michael Langenfeld, Vertriebenenbischof Dr. Reinhard Hauke und der ehemalige Präses Martin Karras. Foto: Stefan Flockert

2020 sollte eigentlich die 74. Glatzer Wallfahrt nach Telgte stattfinden. Doch Corona machte den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung. So fand die 74. Auflage am Sonntag mit einem Jahr Verspätung statt. Die Vertriebenen der Grafschaft Glatz in Schlesien kommen seit 1947 immer wieder Ende August nach Telgte zur Gnadenmutter.

Für die Heimatvertriebenen ist der Besuch in der Emsstadt viel mehr als nur eine Wallfahrt. Für sie ist es ein Heimattreffen, bei dem sich die wiedersehen, die bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges im selben Dorf oder im Nachbarort wohnten. Aber auch deren Nachfahren. „So lange die Menschen noch kommen, werden wir das auch noch machen“, erläuterte der neue Präses für das Heimatwerk Glatz, Dr. Marius Linnenborn.

Die Wallfahrer eint das gleiche Schicksal. Denn vor 1945 gehörte ihr Gebiet zu Deutschland, nach dem Krieg wurde die Grafschaft Glatz Teil Polens, und rund 180 000 Menschen – davon 160 000 Katholiken – wurden damals aus ihrer Heimat vertrieben.

Und eine Besonderheit hatte die diesjährige Wallfahrt der Glatzer auch, findet sie doch normalerweise an einem Samstag statt. Weil aber Vertriebenenbischof Dr. Reinhard Hauke am Sonnabend verhindert war, aber nicht darauf verzichten wollte, den neuen Präses für das Heimatwerk einzuführen, kam es zu der Verschiebung.

Marius Linnenborn ist Leiter des Liturgischen Institutes in Trier. Seine Mutter stammt aus Glatz. Der neue Präses löste Pfarrer Martin Karras aus dem Bistum Hildesheim ab, der dieses Amt fünf Jahre lang inne hatte und nun Hospiz- und Klinikseelsorger in Lüneburg ist.

Zu Beginn des feierlichen Gottesdienstes drückte Propst Dr. Michael Langenfeld seine Freude darüber aus, dass so viele Wallfahrer trotz Corona den Weg zur Schmerzhaften Muttergottes nach Telgte gefunden hatten. Rund 300 Besucher nahmen an dem Gottesdienst in der Clemenskirche teil. Streng war dabei schon im Vorfeld be der Platzvergabe auf die Einhaltung der Corona-Bestimmungen geachtet worden.

Auch Präses Linnenborn war später sehr zufrieden mit dem Verlauf: „Wir waren erstaunt, wie viele sich angemeldet haben. Das war die vollste Messe in den letzten anderthalb Jahren.“

Ein großes Lob von Großdechant Franz Jung gab es für Propst Michael Langenfeld und seine Mitarbeiter, die „toll geholfen“ und die Einladungskarten verschickt hätten. „Allein hätten wir das gar nicht geschafft“, erklärte Jung.

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