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Bauhof mit mehreren Kolonnen im Einsatz / Kälte soll am Wochenende bleiben

Weißer Puder sorgt für Arbeit

Telgte

Es war kein Aprilscherz, auch wenn sich sicherlich viele Telgter verwundert die Augen gerieben haben, als sie am Freitagmorgen aus dem Fenster schauten. Denn Schnee war über Nacht gefallen.

Von A. Große Hüttmannund

Für viele schöne Motive sorgte der Schneefall in Telgte und Westbevern. Foto: Stefan Flockert/Andreas Große Hüttmann

Um 3 Uhr morgens war für Bauhofleiter Kenan Islek die Nacht zu Ende. Denn der städtische Angestellte ist derzeit für den Kon­trolldienst verantwortlich. Dabei wird – wenn es aufgrund der Wettervorhersage notwendig ist – an neuralgischen Stelle im Stadtgebiet geschaut, ob es dort beispielsweise glatt ist. Brücken stehen dann auf dem Plan, zudem die eine oder andere Straße im Stadtgebiet.

Glatt war es in der Nacht von Donnerstag auf Freitag zwar eher nicht, aber dafür lag an etlichen Stellen Schnee, beispielsweise auf vielen Brücken, wo die weiße Pracht aufgrund der Temperaturen liegen blieb. Entsprechend alarmierte der Bauhofleiter nach seiner Kontrollrunde verschiedene Kolonnen, die anschließend dafür sorgten, das Auto- und Radfahrer sowie Fußgänger weitgehend problemlos ihre Ziele erreichen konnten.

„Wir streuen nur so viel und auch nur da, wo es unbedingt nötig ist“, betont der Fachmann. Sprich: Der Einsatz beispielsweise von Salz sei in den vergangenen Jahren immer weiter reduziert worden. Zudem komme modernste Technik unter anderem bei den Streufahrzeugen zum Einsatz, die einerseits ein gezieltes Aufbringen ermöglicht, andererseits den Salzaufwand pro Quadratmeter minimiert.

Da die Straßenverhältnisse am Freitagmorgen ein Eingreifen des Bauhofes nur an einigen Stellen erforderlich machten, wurde auch beim Personaleinsatz mit reduziertem Aufwand gearbeitet. Nur einige Straßen- und Handkolonnen waren im Einsatz. Während die einen für freie Wege sorgten, nahmen sich die anderen beispielsweise gezielt Fußwege und Überwege vor.

Der Normalfall ist: Pro Ortsteil kümmert sich eine Einheit um die Straßen, eine um Geh- und Radwege, eine um die Strecken der Busse und die sogenannten Handkolonnen steuern die Stellen an, die mit Streufahrzeugen nicht erreicht werden können. Auf den Geh- und Radwegen kommt dabei in der Regel kein Streusalz zum Einsatz, sondern Eifellava.

Knapp 20 Einsätze hatte die Mitarbeiter des städtischen Baubetriebshofes in den vergangenen Monaten. Das ist im langjährigen Vergleich sehr wenig. 2021 wiederum war mit dem starken Schneefall im Februar ein Ausnahmejahr. Die weiße Pracht beschäftigte den Bauhof etliche Tage.

Wegen der eher geringen Zahl an Einsätzen sind die Salzvorräte noch längst nicht aufgebraucht. Im Herbst waren in zwei Silos zusammen rund 100 Tonnen Salz eingelagert worden. Etwa 70 Prozent sind davon aktuell verbraucht, auch das ist ein Ergebnis, was unter dem langjährigen Durchschnitt liegt.

Während der Bauhof im Wintereinsatz war und mancher Pendler aufgrund eines teilweise schleppenden Vorankommens beispielsweise auf dem Weg nach Münster stöhnte, genossen etliche Telgter den Schneefall – nicht nur die Kinder.

„Ich habe schon einen großen Spaziergang durch die Emsauen gemacht. Wenn jetzt noch die Sonne scheinen würde, wäre der Wintertraum perfekt“, sagte beispielsweise Brigitte Lechler. Sie war am Freitagmorgen bereits früh mit ihrem Hund unterwegs – genauso wie viele andere auch. Und der eine oder andere Schüler kratzte den Schnee zusammen, um einen Schneeball werfen zu können.

Weniger der Schnee aber zumindest die kühlen Temperaturen sollen am Wochenende bleiben. Von daher wird Kenan Islek auch in den nächsten Tagen früh aufstehen, um einzelne Bereiche im Stadtgebiet zu kontrollieren. Und vermutlich werden anschließend wieder einige Kolonnen ausrücken müssen, um dann für freie Straßen und Weg zu sorgen . . .

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