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Ausstellung in Telgte

Wenn der Faust zur Leidenschaft wird

Telgte

Die Symbiose ist perfekt: Denn während der Germanist Dr. Alwin Binder ein Faust-Kenner par excellence ist und wie kaum ein anderer das Goethe-Werk bis in seine kleinsten Details erforscht hat, ist Rainer G. Schumacher ein Künstler, der es versteht, sich intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen und es bildnerisch in hoher Qualität umzusetzen.

Andreas Große-Hüttmann

Der Künstler und der Germanist sind seit 25 Jahren eng befreundet. Und Goethes Faust ist für sie beide mittlerweile zur Leidenschaft geworden. Insofern kam Rainer G. Schumacher vor einigen Monaten die Idee, zum 80. Geburtstag seines Freundes ein besonderes bildnerisches Werk zu schaffen. Rund drei Monate benötigte der mittlerweile in Spanien lebende Künstler, um aus Keramik bei 1260 Grad im Ofen diese einzigartigen Werke zu erstellen.

Dr. Alwin Binders Lieblingsstück ist dabei das „Irrlicht“. Wie kaum ein anderes Stück verweist es darauf, „dass es in der faustischen Welt darum geht, Natur und Mensch durch Bedrohung ihrer Existenz zu zwingen, sich der Fortschritts- und Geschwindigkeitsideologie zu unterwerfen und in einer Leistungsgesellschaft zu informieren“. Für Rainer G. Schumacher quasi das Vorhersehen der heutigen Zeit mit ihren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zwängen.

Schumacher, der mit seiner Frau, der Künstlerin Teresa-Marta Batalla in Telgte zu Gast ist, hat die Keramik als ideale Ausdrucksform gewählt. Zuvor widmete er sich viele Jahre der Malerei, mittlerweile gibt es aber für ihn nichts Faszinierenderes mehr als die Möglichkeiten einer dreidimensionalen Gestaltung. Und so gewähren seine Werke aus jedem Blickwinkel immer wieder neue Ansichten, und vieles erschließt sich erst bei näherer Betrachtung.

Kein Wunder ist es daher, dass auch Hausherr Karl-Erich Böttcher seit vielen Jahren mit Rainer G. Schumacher in engem Kontakt ist. Bei einem Besuch in Spanien überzeugte er ihn schließlich von der Idee einer Ausstellung im „Kunst- und Heidegarten“. Und beim Blick aus dem Ausstellungsraum in den weitläufigen Garten kommt auch Dr. Alwin Binder richtig ins Schwärmen. „Rainer G. Schumacher hätte keinen besseren Ort für diese Ausstellung finden können.“

Was dabei herausgekommen ist, das können alle Interessierten noch bis 1. Juni täglich von 14 bis 19 Uhr im Haus von Böttchers „Kunst- und Heidegarten“ in Lauheide sehen. Danach ist die Ausstellung noch einen weiteren Monat lang nach telefonischer Voranmeldung unter ✆ 22 01 oder ✆ 01 72/53 40 489 zu besichtigen.

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