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Krinkrentner feiern 20 Jahre Bestehen

„Wir sind auf vielen Feldern aktiv“

Westbevern

Aus einer Schnapsidee hat sich für Westbevern großes entwickelt.

wn

Seit rund fünf Jahren führt Heiner Schapmann die Geschicke der Krinkrentner. Im Interview äußerte er sich über seinen Vorgänger und seine Mitstreiter, aber auch über das, was noch kommen wird. Foto: Niemann

Die Krinkrentner feiern in diesen Tagen ihr 20-jähriges Bestehen. WN-Redakteur Andreas Große Hüttmann sprach mit Heiner Schapmann, Vorsitzender der Krinkrentner, über die Entwicklung in den vergangenen zwei Jahrzehnten und das ehrenamtliche Engagement der tatkräftigen Gruppe.

Herr Schapmann, oft heißt es: Wenn es die Krinkrentner nicht gäbe, sie müssten erfunden werden. Erfüllt Sie so etwas mit Stolz?

Heiner Schapmann: Ohne Frage, denn die Krinkrentner erfahren viel Anerkennung aus allen Bereichen für das, was sie tun. Sie sind für den Krink und damit für Westbevern wichtig. Wo immer es notwendig ist, packen sie an. Die Leistungen der Krinkrentner sind unter anderem durch die Verleihung des Preises der Thünte-Stiftung im Jahre 2001 und der Auszeichnung im Rahmen des Ehrenamtspreises 2012 der Akademie Ehrenamt anerkannt worden. Wir sind ein Team, das in 20 Jahren von zehn auf 121 Mitglieder gewachsen ist. An dieser stetigen Entwicklung haben viele Krinkrentner im Laufe der 20 Jahre mitgewirkt. An erster Stelle ist hier der langjährige „Chef“ der Krinkrentner, Franz Josef Schründer zu nennen.

Können Sie annähernd sagen, wie viele Stunden die Krinkrentner im Laufe eines Jahres ehrenamtlich tätig sind?

Schapmann: Eine schwierige Frage, weil die Krinkrentner auf sehr vielen verschiedenen Feldern aktiv sind. Wobei viele Arbeiten von verschiedenen Gruppen in regelmäßigen Abständen selbstständig wahrgenommen werden. Bei einer überschlägigen Schätzung ist zu unterscheiden zwischen den jährlich wiederkehrenden Aufgaben und einmaligen Aktionen, die in unterschiedlichen Abständen anfallen: Jährlich wiederkehrende Aufgaben sind etwa die Mithilfe beim Vadruper Weihnachtsmarkt oder Frühlingsfest, die Unterhaltung der Wanderwege und Bänke und vieles mehr. Für diese Tätigkeiten sind die Krinkrentner jährlich rund 5000 Stunden ehrenamtlich im Einsatz. Einmalige Aktionen sind zum Beispiel die Baumaßnahmen Brinker Platz, Grevener Straße bis zum Bahn oder die jetzt angedachte Erneuerung des Fahrradweges im Westbevern Dorf. Bei der Baumaßnahme der Grevener Straße ab Brinker Platz bis zur Bahn waren die Krinkrentner an 50 Tagen ca 700 Stunden ehrenamtlich tätig.

Was war für Sie das bislang größte oder spannendste Projekt der Gemeinschaft?

Schapmann: Das größte und spannendste Projekt für mich war der Ausbau der Grevener Straße in Vadrup, weil es hier um die Frage ging, können wir drei Monate lang von montags bis freitags täglich zwei Krinkrentner zur Unterstützung des Bauunternehmers engagieren. Zu meiner eigenen Überraschung hat das problemlos geklappt. Das schönste Projekt aber war für mich der Bau der Storchennester mit den Kindern des Kindergartens Sternenzelt. Zur Freude vieler Westbeverner ist in diesem Jahr das erste Nest von einem Storchenpaar belegt worden.

Ist es eigentlich schwer, Neue für das Mitmachen zu begeistern?

Schapmann: Die Kombination von geselligen Treffen, Ausflügen und Arbeitseinsätzen in einer Gemeinschaft wird geschätzt. Deshalb kommen immer wieder neue Jungrentner zu uns. Sobald sie die Gemeinschaft näher kennengelernt haben, nehmen sie gerne an allen Aktivitäten der Krinkrentner teil.

Was haben Sie sich für die nächsten Jahre vorgenommen?

Schapmann: Die Erhaltung der angesprochenen Kombination ist mir wichtig. Außerdem sind im Rahmen der Dorfwerkstatt viele Ziele für Westbevern genannt worden, die möglichst bis 2030 erreicht werden sollen. Hier wollen wir uns aktiv einbringen, damit Westbevern ein attraktives Dorf bleibt. Die Ermittlung verfügbarer Bauplätze in Westbevern oder der Erhalt der Nahversorgung sind beispielsweise zu nennen. Auch wollen wir unsere Lebens- und Berufserfahrung an die Jüngeren weitergeben, um ein gutes Miteinander der Generationen zu fördern, etwa bei der Fahrradwerkstatt, wo wir gemeinsam mit Jugendlichen kleinere Reparaturen durchführen wollen.

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