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Kostenlose digitale Lernbetreuung per Video-Chat

Wissen statt Viren austauschen

Telgte.

Tobias Bork ist Mitbegründer der Corona School, die eine kostenlose, digitale Lernbetreuung per Video-Chat anbietet. Das Angebot kommt an. Inzwischen arbeiten fast 100 Helfer im Hintergrund mit, um die Seite weiter zu entwickeln.

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Tobias Bork ist Mitbegründer der Corona School, die eine kostenlose digitale Lernbetreuung per Video-Chat anbietet. Foto: privat

Seit einigen Wochen können Schülerinnen und Schüler nicht mehr zur Schule gehen und müssen Aufgaben wie Unterrichtsinhalte eigenständig erarbeiten. Auch in Zeiten der Corona-Krise können sie Hilfe – anderer Art – in Anspruch nehmen. Um Schülern in diesen Situationen unter die Arme zu greifen, haben vier Studierende aus Bonn und Berlin die Corona School entwickelt. Sie vermittelt den Kontakt zwischen Schülern und Studierenden für eine kostenlose digitale Lernbetreuung per Video-Chat.

Das Prinzip funktioniert wie folgt: Schüler und Studierende können sich auf der Website registrieren und angeben, in welchen Fächern sie Unterstützung benötigen oder anbieten möchten. Die Studierenden durchlaufen anschließend ein selbst entwickeltes sogenanntes Screening-Gespräch, um eine sichere wie zuverlässige Lernbetreuung zu garantieren. In diesen Gesprächen werden die Studierenden auf grundlegende fachliche wie pädagogische Fähigkeiten überprüft und mit den Werten wie Verhaltensrichtlinien der Corona School vertraut gemacht. Mithilfe eines Matching-Algorithmus werden dann geeignete Lernpaare gebildet und beide Seiten über den gefundenen Lernpartner beziehungsweise die gefundene Lernpartnerin informiert. Für eine digitale Lernunterstützung erhalten beide einen Link, mit dem die Video-Gespräche unkompliziert direkt über den Browser oder über das Handy stattfinden können. In einem erstem digitalen Kennenlerngespräch werden genaue Unterrichtsinhalte besprochen, und das weitere Vorgehen wird geklärt.

Tobias Bork, einer der vier Gründer, arbeitet rund um die Uhr an der Entwicklung der Corona School. Der ehemalige Schüler des Maria-Sibylla-Merian-Gymnasiums erläutert, dass nicht nur Schülerinnen und Schüler, sondern auch die Eltern in dieser Krisensituation dadurch entlastet werden sollen. Die Umstellung auf das Homeoffice ist für viele Familien eine besondere Herausforderung. Mit den über 10 000 Nutzern hatten sein Team und er anfangs nicht gerechnet.

Mittlerweile arbeiten fast 100 Helfer hinter den Kulissen ehrenamtlich an der Weiterentwicklung der Plattform. „Wir sind davon überzeugt, dass es in diesen Zeiten nicht ums Geld, sondern um Solidarität gehen sollte. Wir hoffen, dass wir auch über die Corona-Krise hinaus Schülerinnen und Schüler kostenfreie, digitale Unterstützung ermöglichen können“, sagt Tobias Bork.

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