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Sanierung des Daches der Mehrzweckhalle: Ein Blick in die Geschichte

Zig Hürden bis zum Bau gemeistert

Westbevern

Alle – Verantwortliche sowie Sportlerinnen und Sportler – sind froh, dass es die Mehrzweckhalle in Vadrup gibt. Sie steht seit gut 22 Jahren. Notwendige Dacharbeiten geben Anlass, einen Blick zurück zu werfen auf die Entstehungsgeschichte.

Von Bernhard Niemannund

Foto: Bernhard Niemann

Der Zahn der Zeit nagt deutlich an ihr, es besteht dringender Handlungsbedarf: Für die Mehrzweckhalle in Westbevern- Vadrup am Sportzentrum steht in den nächsten Wochen (Februar/März) eine Dachsanierung an. Wie die Einschränkungen für den Spielbetrieb während der Baumaßnahmen aussehen werden, steht noch noch nicht fest.

Ein Rückblick: Die Mehrzweckhalle, in der auch schon zahlreiche Feiern der örtlichen Vereine stattfanden, wurde am 14. April 2000 feierlich eingeweiht. Das damals 1,1 Millionen Mark teure Bauwerk, dessen bürokratischer Verlauf schon eine Geschichte für sich war, animierte eine Schar von über 200 Freiwilligen, die durch Eigenleistung einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum Ganzen setzten.

Große Herausforderung

Der Hallenbau war von Beginn an eine große Herausforderung für alle. Die Barleistung der Stadt Telgte in Höhe von 1,1 Millionen Mark war der vorgegebene Grundstock, mit dem man die schmucke Mehrzweckhalle bauen musste. Am Anfang stand die Frage: Wie sollte man den zur Verfügung stehenden Betrag bei einer solchen Baumaßnahme einsetzen.

Beim Sportverein Ems Westbevern als Bauherr war man sich aber bald einig, „das Ding durchzuziehen“. Dabei setzte man volles Vertrauen in das Engagement der Vereine und Bürger. Und das erwies sich als unerschütterlich. Die große Mannschaft machte es möglich, dass man eine Mehrzweckhalle für diesen Betrag errichten konnte. Es war eine enorme Eigenleistung notwendig, die schon bis an die Grenze des Machbaren reichte.

Zahlreiche Hürden

Insbesondere Manfred Mönig, der damalige Vereinsvorsitzende und heutige Ehrenvorsitzende, war es, der sich im Vorfeld als Kämpfer für den Wunschtraum Hallenbau hervortat, um die zahlreichen Hürden seit dem ersten Antrag an die Stadt im Jahr 1987 zu nehmen. Anträge der Stadt an die Bezirksregierung zwecks Bezuschussung wurden negativ beschieden. So blieb als letzter Ausweg, den Bau der Mehrzweckhalle in eigener Trägerschaft zu übernehmen.

Am 28. April 1999 erhielt der Verein den Bewilligungsbescheid der Stadt Telgte, nachdem am 20. April der Ratsbeschluss erfolgt war. Mit dem ersten Spatenstich begann die Herausforderung „Mehrzweckhallenbau“, bei der es viele Eckpfeiler bei der Verwirklichung der verschiedenen Abschnitte gab.

Hermann-Josef Schulze Hobbeling stellte die tragende Säule dar. Bei ihm liefen alle Fäden auf dem Bausektor zusammen. „Ohne ihn wäre das nicht möglich gewesen“, meinte der Emser Vereinschef rückblickend bei der Einweihung im April 2000. „Ich will damit aber keineswegs die Arbeiten der Helfer schmälern.“

Bis zu 60 Helfer am Tag

Die Mehrzweckhalle hat eine Nutzfläche von 500 Quadratmetern, auf weiteren 274 Quadratmetern befindet sich der Umkleide-, Dusch- und Abstellbereich. Bis zu 60 Helfer waren an manchen Tagen auf der Baustelle, um den Fachkräften zur Seite zu stehen oder selbst tätig zu werden.

Die Holzarbeiten im Innenbereich wurden ebenso in Eigenleistung abgewickelt wie die Pflasterarbeiten. Ferner sorgten die Hilfestellungen beim Verblenden der Mehrzweckhalle (520 Quadratmeter) für erhebliche Kosteneinsparungen. Die Erdbewegungen, Rohrverlegungen, die Vorarbeiten für die Betonsohle, in die 156 Kubikmeter Beton gepumpt wurden – auch das waren Tätigkeiten, die herausforderten. „Das Zusammenspiel mit den Firmen klappt hervorragend“, so Hermann-Josef Schulze Hobbeling während der Bauphase.

„Sie haben in sechs Monaten die Mehrzweckhalle fertiggestellt und darüber hinaus der Stadt viel Geld gespart. Das Werk ist gut geworden, und sie können mit Stolz sagen: Es ist unser Haus“, so das Lob des damaligen Bürgermeisters Ulrich Roeingh im Rahmen der Einweihungsfeier. Die Männergesangvereine MGV „Eintracht“ Vadrup und „Cäcilia Dorf“ sowie der Vadruper Fanfarenzug und der Musikzug Westbevern-Dorf umrahmten gesanglich und musikalisch den Festakt.

In den Tagen nach der offiziellen Einweihung rückten dann Sport, die Arbeit der Jugend, kulturelle Veranstaltungen und fröhliche Feste in den Mittelpunkt. Alle – Verantwortliche sowie Sportlerinnen und Sportler – sind froh, dass es die Mehrzweckhalle in Vadrup gibt, hier Sport für die körperliche Fitness, aber auch für den Leistungssport betrieben werden kann.

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