1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Telgte
  6. >
  7. Zusatzschichten keine Seltenheit

  8. >

Fahrradwerkstatt auch über Weihnachten und Neujahr geöffnet

Zusatzschichten keine Seltenheit

Westbevern

Da das Fahrrad eines der beliebtesten Fortbewegungsmittel für Jung und Alt ist, ist es kein Wunder, dass sich auch zahlreiche Flüchtlinge mittwochs in der Fahrradwerkstatt einfinden. Sie ist zu einer regelrechten Institution geworden und bleibt auch zwischen Weihnachten und Neujahr geöffnet.

Von Bernhard Niemannund

Ulli Seidel und Arno Zubrägel (v.l.) aus der Fahrradwerkstatt bringen eins der zahlreichen Fahrräder auf Vordermann, um es wieder Verkehrstüchtig zu machen, damit die Flüchtlinge einen fahrbaren Untersatz haben. Foto: Bernhard NiemannBernhard Niemann

Gezai Hadish hat einen Kinderanhänger mitgebracht, um ihn durch die Ehrenamtlichen der Fahrradwerkstatt überprüfen zu lassen. Ein anderer Besucher und seine Frau bekommen gut erhaltene Räder zur Verfügung gestellt. Beide werden in einer Liste registriert. Für eine „Gebühr“ in Höhe von 15 Euro können sie die Drahtesel nutzen. Alltag in der mittlerweile bekannten Fahrradwerkstatt.

„Wir freuen uns darüber, das es die Fahrradwerkstatt gibt. Es ist eine gute Sache. Wir sagen den Helfern danke“, so die beiden Rad-Nutzer, die von Flüchtlingshelfer Uwe Werdermann begleitet werden. Er übersetzt auch die Fragen.

In einem Klassenraum

Die Fahrradwerkstatt, die sich in einem Klassenraum der ehemaligen Grundschule in Westbevern-Vadrup befindet, ist mittwochs von 15 bis 17 Uhr geöffnet. „Wir sind auch zwischen Weihnachten und Neujahr in der Werkstatt, um die Fahrräder verkehrstüchtig zu machen“, sagt Hubert Burlage. Er bildet zusammen mit Albert Harmann, Elmar Bahr, Helmut Kampelmann, Uli Seidel und Thomas Müller vom Westbeverner Krink sowie Arno Zubrägel vom Verein Zib (Zusammen ist besser) das Team der ehrenamtlicher Helfer.

Sie schrauben, verlegen Kabel, überprüfen Bremsen und regulieren den Luftdruck, um die fahrbaren Untersätze auf Vordermann zu bringen. „Wir haben in jüngster Zeit mehrere gut erhaltene Fahrräder und auch Kinderfahrräder erhalten“, berichten Hubert Burlage und Helmut Kampelmann. „Nach Kinder-Fahrradanhängern wird immer gefragt, daher würden wir uns freuen, wenn es hier Nachschub gibt“, fügt Hubert Burlage hinzu. Nachgefragt werden auch Fahrradsitze für den Nachwuchs, um diesen transportieren zu können.

Augenscheinlich wurde in den vergangenen Wochen und Monaten in vielen Haushalten aufgeräumt und gut erhaltenes Material zur Fahrradwerkstatt gebracht. Die Mitarbeiter sichten es, machen es fahrbereit und verkehrstüchtig.

Auch Einzelteile werden verbaut

Wenn sich der Reparatur-Aufwand nicht mehr lohnt, werden die Einzelteile abmontiert und später als Ersatzteile bei anderen Fahrrädern wieder verwendet. „Wir sind zwar derzeit gut ausgestattet, nehmen aber gerne Fahrräder, Kinderfahrräder, Kinder-Fahrradanhänger und einzelne Teile sowie Werkzeug gerne an“, berichtet das Team.

Da das Fahrrad eines der beliebtesten Fortbewegungsmittel für Jung und Alt ist, ist es kein Wunder, dass sich auch zahlreiche Flüchtlinge mittwochs in der Werkstatt einfinden, um an ihrem Zweirad kleine Dinge beheben zu lassen. „Wir machen das gerne, sind ein eingespieltes Team“, unterstreicht Albert Harmann. „Es kommt auch mal vor, dass wir eine Zusatzschicht einlegen, um größere Reparaturen vorzunehmen. Im Regelfall aber wird alles gleich am Tag und vor Ort erledigt.“

Startseite