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Fachbereich Planen, Bauen und Umwelt soll umstrukturiert werden

Zwei Köpfe sollen eine gemeinsame Spitze bilden

Telgte

Der Fachbereich Planen, Bauen und Umwelt im Telgter Rathaus steht vor einer grundlegenden Umstrukturierung.

-agh-

Foto: Stefan Flockert

Nachdem die Stelle des Fachbereichsleiters Bauen zum dritten Mal in rund drei Jahren vakant ist, soll diese leitende Tätigkeit durch eine Zweiteilung des Aufgabenbereiches auf zwei Köpfe verteilt werden. Das hatte die Verwaltung dem Finanzausschuss vorgeschlagen, der sich nach einer längeren Diskussion einstimmig für diesen Vorschlag aussprach.

Wie Kämmerer und Personalleiter Stephan Herzig erläuterte, habe die Verwaltungsspitze unter Beteiligung der Teamleitungen ausführlich die Rahmenbedingen für eine Neubesetzung erörtert. Dabei sei auch berücksichtigt worden, dass qualifizierte Bewerber zumeist Wert darauf legen würden, Beruf und Privatleben gut in Einklang bringen zu können. Zudem sei der Markt weitgehend leer gefegt und durch die dritte Ausschreibung in einem kurzen Zeitraum bestehe zusätzlich die Gefahr, dass die Stelle an Attraktivität deutlich verloren habe.

Daher sei eine Neustrukturierung des bisherigen Fachbereiches Planen, Bauen und Umwelt eine Option, zum einen die Chancen auf gute Bewerber zu erhöhen und andererseits die Arbeit noch besser angehen zu können. Denn: „Es ist festzustellen, dass der Umfang sowie die Bandbreite und Komplexität der in diesem Fachbereich zu bearbeitenden Aufgaben und Prozesse in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat“, betonte Herzig.

Die Verwaltungsleitung schlägt daher die Aufteilung des bestehenden Aufgabenpakets auf künftig zwei Fachbereiche vor.

Der neue Fachbereich „Bauen und Umwelt“ soll die eher technischen Aufgabenfelder zur Schaffung, Unterhaltung und Instandhaltung der städtischen Infrastruktur umfassen. Das sind das Gebäudemanagement, der Tiefbau, die Grünanlagen und der Baubetriebshof.

Der neue Fachbereich „Stadtentwicklung“ wiederum soll die Aufgaben der Stadtplanung, der Bauleitplanung, der Verkehrsentwicklungsplanung, des Klimaschutzes und der Denkmalpflege bündeln.

Beide Stellen könnten sowohl mit Beamten als auch mit Angestellten besetzt werden und seien attraktiv vergütet, so der Personalleiter. Die entsprechenden Eingruppierungen würden derzeit noch mit externen Beratern geklärt, letztlich gehe es aber auch beim Gehalt darum, die Voraussetzungen für eine gute Besetzung zu schaffen.

„Die Situation ist nicht gut für die Stadt und ihre Entwicklung“, sagte Christoph Boge (CDU) mit Blick auf zahlreichen Stellenwechsel. Gerade der Fachbereich Planen, Bauen und Umwelt lebe von Kontinuität und insofern habe die Aufteilung auf zwei Köpfe auch einen gewissen Charme. Das Ganze berge aber auch das Risiko, dass es möglicherweise Probleme bei den Kompetenzen und der Zusammenarbeit untereinander geben könne.

In anderen Kommunen hatte sich Klaus Resnischek (SPD) im Vorfeld der Diskussion informiert und wusste: „Das ist in anderen Städten durchaus schon seit Jahren Usus“. Nachfragen hatten er und andere Politiker zur Vergütung, die bei beiden Stellen, sollten diese mit Beamten besetzt werden, mit A 14 angedacht ist. Personalleiter Stephan Herzig betonte, dass die genauen Rahmenbedingungen derzeit noch mit der Kommunalberatung geklärt würden, diese aber in einem Vorgespräch eine gleiche Vergütung für beide Bereiche vorgeschlagen habe.

„Wir sehen das Ganze sehr positiv“, betonte Karin Horstmann (FDP), die beispielsweise auf Vertretungsmöglichkeiten und andere Synergieeffekte anspielte. Ihr Fraktionskollege Dr. Oliver Niedostadek wiederum übte in diesem Zusammenhang Selbstkritik am Verhalten der Politik. „Wir sollten uns alle einmal an die eigene Nase fassen. Denn einen Teil der Belastung, die mit der Fachbereichsleitung verbunden ist, haben wir zu verantworten“, sagt er. Die Vielzahl von Anfragen, Anträgen und Workshops würde nicht dafür sorgen, dass die bisherige Stelle in Sachen Vereinbarkeit von Familie und Beruf besonders attraktiv gewesen sei.

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