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Schulleitungen äußern sich zur Kritik einiger Eltern

Zwei Schüler teilen sich ein Tablet

Telgte/Westbevern

Eltern in Telgte monieren, dass iPads noch nicht oder nicht im ausreichenden Umfang in den Grundschulen eingesetzt würden. Das stimmt so nicht, sagen die Verantwortlichen und nehmen ausführlich Stellung.

Von A. Große Hüttmann

Die iPads, die die Stadt Telgte unter anderem für die Grundschulen angeschafft hat, sind mit verschiedenen Apps ausgerüstet, die das Lernen erleichtern sollen. Foto: Presseamt Münster

Natalie Nolte, Leiterin der Don-Bosco-Schule, unterstreicht auch im Namen ihrer Kolleginnen der anderen Grundschulen: „Wir haben alle eine gute Ausstattung mit iPads für die Kinder, und diese werden auch regelmäßig genutzt.“ Damit widerspricht sie einigen Eltern, die sich in der WN-Redaktion gemeldet und moniert hatten, dass die teuren Geräte noch nicht oder nicht im ausreichenden Umfang in den Grundschulen eingesetzt würden.

„Dort, wo es Sinn macht, setzen wir die auch Geräte ein“, betont die Schulleiterin. Dafür seien in enger Abstimmung mit der Stadt verschiedene Apps (Anwendungen) installiert worden, die speziell für den Unterricht ausgelegt seien.

Die Einsatzgebiete der Tablets sind laut Nolte vielfältig. Beispielsweise im Kunst-, Mathe-, Deutsch- und Sachunterricht würden sie genutzt – zum Teil mit Hilfe der Apps, aber beispielsweise auch, um etwas zu einem Thema zu recherchieren oder Arbeitsergebnisse zu fotografieren und dann den anderen Schülern zu präsentieren. Insofern seien die Leitungen aller vier Grundschulen „überrascht“ von den Vorwürfen.

Probleme mit dem WLAN

Probleme, das verschweigt Natalie Nolte nicht, gebe es sporadisch mit dem WLAN-Netz. Das sei aber wegen der Zahl der Geräte nicht unbedingt verwunderlich. Außerdem sei die Stadt als Schulträgerin dabei, solche Pro­bleme zu beheben. Zudem habe der Abstimmungsvorgang, bis sich Schulen und Schulträger auf die Lern-Apps verständigt hätten, ein wenig gedauert.

Was allerdings keineswegs nur Telgte und Westbevern betrifft, sondern landesweit so üblich ist, ist die Zahl der sogenannten Verfügungsstunden, die der betreffende Lehrer, der beispielsweise für das Administrieren der Geräte zuständig ist. Eine Wochenstunde ist das. Das ist in den Augen der Schulleitungen zu wenig. „Das kann alles nur funktionieren, weil die entsprechenden Kolleginnen und Kollegen mit einer hohen Motivation dabei sind“, sagt sie.

Natalie Nolte

Die Ausstattung der Grundschulen, zwei Schüler teilen sich bei solchen Unterrichtsnutzungen jeweils ein Gerät, hält die Pädagogin für den Grundschulbereich für völlig ausreichend. „Außerdem lernen die Schüler bei der gemeinsamen Nutzung unter Umständen auch voneinander“, sagt sie.

Ähnlich auch die Aussage von Bürgermeister Wolfgang Pieper zu den Vorwürfen. „Damit die Ausstattung und die laufende Nutzung der IT an den Schulen gut funktioniert, müssen verschiedene Zahnräder ineinandergreifen. Deshalb ist die enge Zusammenarbeit des Schulträgers, des Schulamtes, der IT-Abteilung der Stadtverwaltung, der Schulleitungen und der Medienbeauftragten der jeweiligen Schulen ein zentraler Aspekt“, sagt er.

Digitalisierungsprozesse

Und er nennt Zahlen: Die Stadt habe neben der bereits geplanten IT-Ausstattung im Sommer für die Grundschulen durch Dringlichkeitsentscheidungen 26 Monitore für den digitalen Unterricht montieren lassen. Mit einer überplanmäßigen Mittelbereitstellung seien für alle Telgter Schulen zusätzlich 120.000 Euro für digitale Endgeräte einschließlich Zubehör, Lizenzen und Ladestationen bereitgestellt worden. Zudem wurden im September weitere iPads und Zubehör im Wert von 124.000 Euro über den Digitalpakt angeschafft.

„Ende September gab es ein Treffen mit allen Grundschulleitungen, den IT-Verantwortlichen der Schulen, dem IT-Team der Verwaltung und dem Schulamt, um die gesamten Digitalisierungsprozesse zu besprechen und Fragen zur praktischen Handhabung zu klären. Bei der Umsetzung sind wir auf die Mitwirkung an den Schulen angewiesen, was in aller Regel auch gut funktioniert. Damit die IT-Verantwortlichen in den Schulen schnell selbst handlungsfähig sind und etwa Einstellungen für die Geräte selbst vornehmen können, hat unser IT-Team gerade noch eine Schulung für die Administrierung der iPads angeboten“, betont Wolfgang Pieper.

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