1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Kreis-Warendorf
  6. >
  7. „Tiere haben ein gutes Gespür für Kinder“

  8. >

Warum die Frühförderung auf Therapeutisches Reiten setzt

„Tiere haben ein gutes Gespür für Kinder“

Kreis Warendorf

 Kinder lieben Tiere. Und Tiere tun Kindern gut. Daher setzt die Caritas bei ihrer Frühförderung auch auf Reittherapie

Von Christopher Irmler

Reittherapie hilft nicht nur vielen Kindern, sie macht auch Spaß - wie hier dem kleinen Fynn beim Striegeln Foto: Caritasverband

„Kinder entwickeln sich selten so, wie es in Lehrbüchern steht, und das ist in den allermeisten Fällen auch völlig normal. Kinder, die Unterstützung bei ihrer Entwicklung brauchen und deren Eltern können wir mit unserem berufsgruppenübergreifenden Angebot optimal helfen“, erläutert Stefan Hunfeld. Er ist Leiter der Interdisziplinären Frühförderung (IFF) des Caritasverbandes im Kreisdekanat Warendorf. In den Räumen an der Everswinkeler Straße hat die Caritas ihre Fähigkeiten gebündelt und bietet hier Angebote aus den Bereichen Psychologie, Logopädige und Krankengymnastik an.

240 Kinder in der Frühförderung

„Eltern können sich niedrigschwellig an uns wenden. Wir wollen das Kind nicht überfordern und sprechen uns daher im Team ab.“ Aktuell befinden sich demnach 240 Kinder in der Frühförderung. Die Wege seien kurz, Ansprechpartner schnell erreichbar. „Er ist schon schwierig genug, überhaupt einen Therapeuten zu bekommen. Hier ist alles vor Ort“, berichtet auch Kerstin Kraß. Die Mutter der heute dreijährigen Hannah erfuhr über Bekannte von einem weiteren Angebot der IFF: dem heilpädagogischen Reiten. Zunächst sei sie noch sehr skeptisch gewesen, ihre Tochter sei relativ klein gewesen. „Es war die beste Entscheidung, die wir treffen konnten. Hannah hat das unheimlich gut getan“, blickt Kraß glücklich auf das heilpädagogische Reitangebot zurück, bei dem ihre Tochter sich schnell mit dem Isländer-Therapiepferd von Reittherapeutin Barbara Ehring-Hüttemann anfreundete. Dabei sei die Annäherung behutsam erfolgt.

Über die Fortsetzung des heilpädagogischen Reitangebots freuen sich Herbert Kraft (Sprecher des Vorstands im Caritasverband), Stefan Hunfeld (Leiter IFF), Stefan Hölzle (VIA-Stiftung) und die dreijährige Hannah, die selbst vom der IFF profitierte. Foto: Christopher Irmler

Das Angebot umfasst insgesamt zwölf Stunden, wobei das Konzept ganzheitlich sei, so Hunfeld. „Kinder sollen Gefühle entwickeln, sich auf das Pferd freuen.“ Dem pflichtet auch Julia Kuhn (Stabsstelle Kommunikation Caritas) bei. „Es geht nicht nur um das Reiten, sondern das Drumherum. Zu merken: Das Pferd kommt mit mir mit. Kind und Pferd lassen sich aufeinander ein, ohne groß nachzufragen.“ Die Tiere, ist Hunfeld überzeugt, hätten ein gutes Gespür für Kinder. „Das ist eine Bereicherung für sie“, blickt Kraß auf die zwölf Stunden des heilpädagogischen Reitens zurück. „Ihr hat das gerade mit Blick auf die motorische Entwicklung gut getan.“ Sie kümmerte sich um eine Fortsetzung auf Hof Lohmann. Die Warteliste bleibt derweil lang. Während stets sechs oder sieben Kinder einen Platz in der Reittherapie erhalten, warteten nochmals so viele auf einen Platz, berichtet Hunfeld.

Außenstellen in Oelde, Ostbevern und Sassenberg

Neben der Bündelung der Interdisziplinären Frühförderung am Standort Freckenhorst betreibt die Caritas Außenstellen in Oelde, Ostbevern und Sassenberg. Bei der Finanzierung bleibe man auf Spenden angewiesen, da der Landschaftsverband Westfalen-Lippe zwar die Kosten für die meisten Therapien übernehme, nicht aber zusätzliche Kosten wie etwa das Futter für die Therapiepferde. Umso dankbarer sei man einmal mehr der VIA-Stiftung, die mit einer Spende über 1000 Euro zum bereits dritten Mal helfe. „Wir haben diese Erfolge live erlebt“, ist deren Vertreter Stefan Hölzle vom Therapieangebot überzeugt.

Startseite