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Ludger Gerhardt kandidiert für die ÖDP

Umbau der Wirtschaft im Visier

Ahlen

Mit 25 Jahren will Ludger Gerhardt aktiv in der Politik mitmischen. Mit seiner Kandidatur für den Bundestag will der Ahlener die Werbetrommel für seine Partei schlagen. Denn die ÖDP habe im Kreis nur wenige Mitstreiter. Dabei sei es wichtig, ein alternatives Konzept zu den großen Parteien vorzulegen. „In der Energiepolitik wird aktuell beispielsweise immer noch auf Atomkraft und Braunkohle gesetzt“, kritisiert Gerhardt. „Niemand traut sich durchzusetzen, was jetzt nötig wäre.“

Von Beate Kopmann

Ludger Gerhardt aus Ahlen Foto: Beate Kopmann

Immer höher, schneller, weiter – das ist nicht sein Ding. Auch deshalb ist Ludger Gerhardt aus Ahlen bei der ÖDP. „Ich habe die Ökologisch-Demokratische Partei durch Kommilitonen kennengelernt“, erzählt der 25-jährige Student (Geschichte und Archäologie). „Das Programm hat mir sofort gefallen.“ Es sei die Mischung aus Umweltschutzzielen und einer werteorientierten Politik gewesen, die ihm zusagte.

Mehr Mensch im Fokus

Zu letzterem zählt Gerhardt, dass die Gesellschaft wegkommen müsse vom ständigen Wirtschaftswachstum. „Das Wohl des Menschen sollte im Vordergrund stehen.

Tatsächlich dreht sich aber fast alles um die Wirtschaft“, kritisiert der 25-Jährige und ergänzt: „Es geht darum, die Wirtschaft fair für alle und ohne Wachstumszwänge zu organisieren“. Dazu gehöre auch, für Pflege und Erziehungsarbeit mehr Wertschätzung spürbar durchzusetzen.

Energie- und Verkehrswende

Generell setze sich die ÖDP für mehr direkte Demokratie ein sowie für eine konsequente Energie- und Verkehrswende. „Der öffentliche Nahverkehr ist mir auch persönlich ein wichtiges Anliegen. Denn wer vom Süden des Kreises mit dem Bus in den nördlichen Teil will, oder erst nach 18 Uhr unterwegs ist, der weiß, wie schlecht oft die Anbindung ist.“

Konkrete Ziele verfolgt Gerhardt auch in der Agrarpolitik. „Die EU-Fördermittel sollen nicht mehr nach Fläche vergeben werden, sondern nach ökologischen Kriterien und Tierschutz-Aspekten.“

Mit seiner Kandidatur für den Bundestag will der Ahlener die Werbetrommel für seine Partei schlagen. Denn die ÖDP habe im Kreis nur wenige Mitstreiter. Dabei sei es wichtig, ein alternatives Konzept zu den großen Parteien vorzulegen. „In der Energiepolitik wird aktuell beispielsweise immer noch auf Atomkraft und Braunkohle gesetzt“, kritisiert Gerhardt. „Niemand traut sich durchzusetzen, was jetzt nötig wäre“, fügt er hinzu.

Heinrich Brüning als Vorbild

Dass man mit politischer Verantwortung auch anders umgehen könne, habe Heinrich Brüning gezeigt, erläutert er – aus einer schon historischen Perspektive – Gerhardt hat eben Geschichte studiert. Zum Hintergrund: Heinrich Brüning war Kanzler in der Weimarer Republik und wegen seiner Sparmaßnahmen zur Bekämpfung der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre unbeliebt.

Aber Politik sollte sich, so der ÖDP-Kandidat, eben nicht an Zustimmung orientieren, sondern umsetzen, was sachlich geboten sei.

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