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IHK-Regionalausschuss besorgt wegen Energiekrise

„Versorgungslage bleibt unsicher“

Beckum

Die Bundesregierung hat eine Entlastung der Wirtschaft in der Energiekrise gefordert. Jetzt müssten diesen Worten auch Taten folgen.  Das fordert Bernd Eßer, Vorsitzender im IHK-Regionalausschuss für den Kreis Warendorf.

Bernd Eßer IHK Bernd Eßer ist Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses. Foto: Andreas Beckmann

„Die von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen zur Dämpfung der stark gestiegenen Energiepreise müssen jetzt sehr schnell bei den Unternehmen ankommen.“ Klare Worte richtete Bernd Eßer in der Herbstsitzung des IHK-Regionalausschusses für den Kreis Warendorf bei der Berief Food GmbH in Beckum an Politik und Verwaltung. „Denn die hohen Gas- und Strompreise haben für viele Betriebe existenzbedrohende Ausmaße erreicht“, warnte der Ausschussvorsitzende. Auch die Sorge vor einer Gasmangellage im Winter sei nach wie vor präsent.

Die Versorgungslage bleibe unsicher, bestätigte auch Dr. Eckhard Göske, Abteilungsleiter Industrie, Energie und Umwelt der IHK Nord Westfalen und fachpolitischer Sprecher Industrie, Forschung, Innovation und Informationstechnologie der IHK NRW. „Es kann durchaus sein, dass es im Winter doch noch zu einer Gasmangellage kommt und die Notfallstufe nach dem Notfallplan Gas ausgerufen wird“, so Göske. Die wirtschaftlichen Folgen seien kaum abzuschätzen. Er betonte, dass energieintensive Unternehmen angesichts der schon länger hohen Energiekosten bereits alles daransetzten, ihren Gas- und Stromverbrauch zu senken.

Vorsitzender Eßer berichtete, dass sich die IHK-Organisation für eine Gas- und Strompreisbremse eingesetzt und für längere Laufzeiten aller verfügbaren Kohle- und Atomkraftwerke ausgesprochen habe. Auch die Arbeit des DIHK-Präsidenten in der Expertenkommission für Gas und Wärme sei für die regionale Wirtschaft sehr wichtig gewesen.

Eßer mahnte schließlich in einem persönlichen Wort ein „neues Verständnis“ an, um zu richtigen Antworten auf die drängenden Fragen der Zeit zu kommen. „Wir sind von staatlicher Seite schnell in der Formulierung von dem, was wir nicht wollen, jedoch schwach in der Umsetzung notwendiger Lösungen“, betonte der Ausschussvorsitzende. Es müssten eindeutige Anforderungen formuliert werden, damit gezielte Forschungs- und Entwicklungsprozesse angestoßen werden könnten, die das Land nach vorne brächten.

Markus Lübbering, Nachhaltigkeitsreferent der IHK, informierte den Ausschuss darüber, dass sich Unternehmen bis zum 20. Dezember an der Onlinebefragung der IHK Nord Westfalen zum nachhaltigen Wirtschaften beteiligen können. Die Hinweise, Anregungen und Bewertungen werden abwägend berücksichtigt in dem Zukunftspapier „Nachhaltige Wirtschaft Nord-Westfalen“, das im kommenden Jahr von der IHK-Vollversammlung verabschiedet werden soll. Das Papier behandelt grundlegende, alle Unternehmen betreffende Fragen einer nachhaltigen Wirtschaft.

Der IHK-Regionalausschuss für den Kreis Warendorf mit rund 50 ehrenamtlich tätigen Unternehmerinnen und Unternehmern bildet die Stimme der gewerblichen Wirtschaft im Kreis Warendorf. Das Gremium befasst sich mit Themen und Projekten im Kreis, die Auswirkungen auf die Wirtschaft haben. Zudem berät der Regionalausschuss die Vollversammlung, das Präsidium und die Geschäftsführung der IHK.

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