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Neues Fahrzeug für Bürgerbusverein Nord

86 000-mal mehr als nur Transport

Warendorf

Das aktuelle Fahrzeug des Bürgerbusvereins Nord hat 306 000 Kilometer auf dem Tacho. Zeit für Ersatz. Jetzt ist er da.

Von Jörg Pastoor

Der Neue ist ein Niederflurbus. Damit haben es Fahrgäste mit Rollator, Rollstuhl oder Kinderwagen mit dem Zustieg leichter als beim ersten Fahrzeug. Foto: Jörg Pastoor

„Es wurde Zeit“, sagte Klaus Artmann. Der Vorsitzende des Bürgerbusvereins Warendorf-Nord meinte das rein zeitlich gesehen. Denn nach sieben Jahren und 306 000 Kilometern hat es der alte „Nord“-Bus hinter sich. Dienstag stellte er den neuen vor.

Kaum hatten sich neben Vereinsmitgliedern und Offiziellen von Stadtverwaltung und Regionalverkehr Münsterland GmbH auch Erster Beigeordneter Dr. Martin Thormann und Straßenverkehrs-Teamleiter Benedikt Wuttke auf dem Parkplatz der Gallitzinpassage eingefunden, rollte der Altbus im Liniendienst vorüber. „Da fährt das alte Schätzchen noch“, rief Artmann.

In den Jahren, das zählte Artmann auf, habe dieses Fahrzeug rund 86 000 Menschen transportiert. Das Innere des neuen Wagens der übrigens rund 100 000 Euro kostete, ist als Niederflurfahrzeug besser für Menschen mit Einschränkungen zu erreichen.

Vorsitzender Klaus Artmann beim Blick auf den vorbeifahrenden „Oldtimer“

Draußen steht die Werbung der Sponsoringpartner noch nicht auf den Seiten, was laut Artmann aber bald geschieht. Schließlich sei so ein Bürgerbus „ein Sympathieträger“.

Bis der Neue in Betrieb geht, braucht das Team auch noch Zeit zum Trainieren. Ein Mitarbeiter der Herstellerfirma in Thüringen kommt dazu nach Warendorf, um die ehrenamtlichen Fahrer einzeln mit dem Neunsitzer vertraut zu machen.

Dr. Martin Thormann teilte in Vertretung von Bürgermeister Peter Horstmann die Freude und begrüßte es auch, dass mit Paul Schwienhorst (Bürgerbus Hoetmar) und Dieter Holsträter (Warendorf-Süd) die Vorsitzenden der beiden anderen Vereine da waren, Er, Thormann, habe überschlägig ausgerechnet, dass so ein Fahrer gute zwei Menschenjahre hinterm Steuer des Busses verbringe – und das ehrenamtlich. „Für mich ist das die wesentlichere Zahl“, meinte er. Für die Stadt erfüllten die Ehrenamtler damit nicht nur eine Beförderungsleistung, sondern auch „eine soziale Aufgabe“.

Beigeordneter Dr. Martin Thormann über die Zahl freiwilliger Fahrdienste

Der Rat, fand Benedikt Wuttke, in dessen Zuständigkeit die Bürgerbusse unter anderem bei der Stadtverwaltung fallen, habe diese soziale Bedeutung der Bürgerbuslinien erkannt und deshalb auch einhellig den Stadtanteil von 30 000 Euro für den Kauf des Busses befürwortet. Mit den Fahrzeugen würden in beträchtlichem Umfang auch Menschen Mobilität erhalten, „die sonst vielleicht zu Hause bleiben.“ Im Moment nehmen monatlich zwischen 400 und 700 Bürger im Norden der Stadt das Angebot für einen Euro pro Fahrt in Anspruch.

Zwischen 400 und 700 Nutzer im Monat

Von den Hoetmarer Bus-Kollegen gab es für Klaus Artmann und sein Team eine Christopherus-Plakette, die Artmann im Wagen anzubringen zusagte. Die Südener hatten sich statt eines schnell vergänglichen Blumenstraußes einen Präsentkorb überlegt.

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