1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Warendorf
  6. >
  7. Ab 2023 dann "alle Jahre wieder"?

  8. >

Erstes offenes Weihnachtssingen in Warendorf

Ab 2023 dann "alle Jahre wieder"? 

Warendorf

Die 100 Liederzettel waren schnell vergeben, die Stimmung unter der großen Tanne maximal weihnachtlich.

Von Jörg Pastoor

Die richtigen Worte für Markus Austerhoffs Stimmungslage am Morgen danach: „einfach nur glücklich.“ Der 57 Jahre alte Initiator des ersten offenen Warendorfer Weihnachtssingens denkt zwar am Freitag im WN-Gespräch noch nicht über eine Wiederholung oder gar jährliche Wiederholung nach. Aber die Singstunde im leichten Donnerstagsregen macht es ihm warm ums Herz.

100 Liederzettel schnell vergriffen

Rückblick auf 18.30 Uhr am Donnerstag. Markus Austerhoff und sein Freund Berthold Lui bilden mit Pastoralreferent Ulrich Hagemann von St. Laurentius das Kernteam. Austerhoff baut den Faltpavillon auf, das Hagemanns E-Piano vor dem Regen schützen soll, der gerade noch eher sparsam aufs Marktpflaster tröpfelt. Lui und Hagemann suchen noch nach der Lösung, wo der Stecker fürs Pianopedal eingestöpselt gehört. Und wenn's nicht geht: Muss halt auch ohne gehen.

Zu diesem Zeitpunkt stehen schon vereinzelte Grüppchen unter ihren Schirmen, von denen man vermuten könnte, dass sie wegen des in den sozialen Medien so herbei diskutierten und einige Zeit nicht möglich scheinenden Singens hergekommen sind. Noch weiß keiner, dass genau das der Fall ist. Heiner Kamp, der Wiwa-Geschäftsführer, kommt auch gerade an und verteilt gleich die von Sven Darpe gesponserten. Liederzettel-Pakete. Die sind schnell weg. Markus Austerhoffs QR-Codes für die Smartphonennutzer liegen ebenfalls aus.

Ideengeber Markus Austerhoff

Seine Erwartung jetzt, gut 20 Minuten vor dem geplanten Start am Abend? „Wie das angenommen wird, das werden die Leute entscheiden. Wenn niemand kommt, dann habe ich keine Argumente, es nochmal zu versuchen“, sagt Markus Austerhoff. Sicher, die vielen Post auf Facebook, das gerade abgelehnte Angebot des Fanfarenzugs Freckenhorst, dass er wegen der fehlenden Planungssicherheit dankend ablehnen musste - das zeige schon großes Interesse.

Dann kommt er nochmals auf seine Motivation zu sprechen. „Mir geht es darum, dass die Menschen zur Ruhe kommen, Gemeinschaft erleben können.“ Der aktive Christ versteht, dass viele Gründe haben, nicht mehr in die Kirche zu gehen. „Aber mit so einem Singen können wir doch etwas erleben wie in der Christmette. Auch hier auf dem Markt. Auch ohne Glühweinbuden und Bratwurst.“

Dafür mit Strom vom „In Mezzo“. Den Liederzetteln von Darpe. Und der Last-Minute-Moderation von Heiner Kamp, dem Geschäftsführer von Wirtschaft für Warendorf (Wiwa), zu deren Mitgliedern die beiden Sponsoren auch gehören. „Mir hat das imponiert, wie Herr Austerhoff sich für diese Idee eingesetzt und nicht aufgegeben hat. Wir alle können so eine schöne Veranstaltung doch dringend gebrauchen.“ Veranstalterhaftpflicht? Dank des weiteren Mitglieds Versicherungsbüro Möllmann auch kein Problem. „Natürlich gibt es für solche Veranstaltungen Regeln, die muss es auch geben. Aber in meinem Gespräch mit Bürgermeister Horstmann haben wir dann ganz schnell eine Lösung gefunden.“

Kurzer Dienstweg, wenig Aufwand

Minuten später tritt eine Frau unter den Pavillon, fragt: „Sind wir hier richtig mit Singen?“ Eine andere fragt: „Weihnachtsliedersingen? Cool.“ Die letzten Zweifel am Echo auf seinen Einfall kann Markus Austerhoff jetzt hinter die große Tanne schieben.

Um 19.05 Uhr - das Getröpfel ist in leichten Dauerregen übergegangen - starte das Singen dann. Ulrich Hagemanns Pianopedal ist inzwischen auch funktionsfähig. „Wir sagen euch an den lieben Advent“ ist das erste Lied, das die inzwischen geschätzt 130 bis 140 Menschen mit anstimmen, „O du fröhliche“, Leise rieselte der Schnee" und anderen vom Markus Austerhoff jeweils kurz anmoderierte deutsche Weihnachtslieder folgen.

Markus Austerhoff

Auch über die eine Stunde hinaus, als schon niemand mehr singt und der Applaus der Teilnehmer verhallt ist, bedanken sich Menschen beim Ideengeber. Was 2023 wird? „Für mich war das jetzt erst mal eine einmalige Gelegenheit. Die Menschen schienen so froh und dankbar. Ich habe einfach in viele glückliche Gesichter gesehen. Darum ging's mir ja.“ Also nochmal: Und was wird 2023? „Ach, wir schauen vielleicht dann mal.“

Startseite