1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Warendorf
  6. >
  7. Ab jetzt grünen Daumen drücken

  8. >

Landesgartenschau-Jury hat Warendorf bereist

Ab jetzt grünen Daumen drücken

Warendorf

Knappe zwei Stunden für 27 Stationen: sportliches Programm für die Laga-Jury. Und viel bequemer, wenn man dabei in einer Radrikscha sitzt.

Von Jörg Pastoor

Die größte und dunkelste Halle der ehemaligen Weberei Brinkhaus – durch eine Lichtinstallation auf eine ungewohnte, künstlerische Weise in Szene gesetzt.Die passende Blumendekoration mit einem Logo, das eines ausdrückt: Hoffnung auf den Zuschlag.Bürgermeister Peter Horstmann führt am Emskolk kurz thematisch in das Format Essbare Stadt der Bürgerstiftung ein. Fotos: Jörg Pastoor Foto: Ulrich LieberFotos: Jörg Pastoor

Ab jetzt heißt es Daumen drücken – am besten den grünen: Nach gut vier Stunden hat die Bewertungskommission für die Landesgartenschaustadt 2026 am Dienstagnachmittag Warendorf verlassen. Die 27-teilige Tour entlang wesentlicher Schauplätze einer künftigen Laga Warendorf absolvierte die zehnköpfige Jury bei wolkenlosem Frühlingswetter überwiegend in Fahrradrikschas. Wer die NRW-Gartenschaustadt 2026 wird, gibt Umweltministerin Ursula Heinen-Esser am 30. März bekannt.

Auch wenn alle Mitglieder der Jury die Grundlagen der Bewerbung schon kannten: Vor dem Start der Bereisung durch Altstadt und Kerngelände um den Emssee herum gab es zunächst eine gute Stunde Theoretisches im HOT.

Landrat Dr. Olaf Gericke begrüßte die Delegation unter Hinweis auf die typische Souveränität des Münsterländers, der „den Pelz nach innen“ trage. Zwar könne man auch anders, wie bei der Triumph-Fahrt der Hoetmarer nach dem Gewinn des Golddorftitels im offenen Landauer vor dem Brandenburger Tor. Aber heute gehe es darum, „souverän, bodenständig und nicht zu laut“ zu zeigen, was man könne: „Wir wollen überzeugen.“

Kommissionssprecher Michael Becker

Dafür waren neben Fraktionsmitgliedern des Rates die Verwaltungsspitze, das Team vom Baubetriebshof, der Stadtplanung, der Stadtwerbung, der Öffentlichkeitsarbeit, sowie Sportschulkommandeur Oberst Rüdiger Jorasch, der neue Gestütsleiter Dr. Felix Austermann und Fritz Otto-Erley für die FN, die Stadtwerkegeschäftsführung, die Deula-Chefetage sowie Vertreter aller wichtigen Verbände wie Nabu, Freckenhorster Werbegemeinschaft, Wiwa und Altstadtfreunden anwesend – und natürlich Rebecca Löbbert und Matthias Förder vom gleichnamigen Büro Förder Landschaftsarchitekten, das die Stadt fachlich in Sachen Laga betreut.

Nach der Vorstellung der Grundlage für die Bewerbung durch Baudirektor Peter Pesch, Bürgermeister Horstmann, das Büro Förder und Pascale Kaell für das Projektteam gab es dann noch per Videobotschaft Fürsprache von einem Warendorfer Promi: Guido-Maria Kretschmer wünschte sich für seine frühere Heimat aus Hamburg eine positive Entscheidung.

Coronabedingt fehlte ein Jurymitglied – für die verbliebenen zehn ging es dann in die Rikschas, die vorm HOT einsatzbereit warteten. Von Rad-Streifenpolizisten begleitet ging es dann zunächst in die Altstadt – und damit zu Laurenz Sandmann von den Altstadtfreunden. der neben dem runden Geburtstag des Landgestüts im Jahr 2026 ein weiteres, als bisher weitgehend unbekannt geltendes Faktum verriet: 1826 sei der bisher unvollendete Promenadengürtel um Warendorf vorerst beendet worden. Das letzte Stück würde, bekäme Warendorf den Zuschlag, also im 200. Jahr die Lücke schließen.

Grußbotschaft von Guido-Maria Kretschmer

Danach setzte sich die Tour fort. Am Ende summierten sich die paar Minuten „drüber“ auf eine angesichts des vollen Tourplans übersichtliche Viertelstunde Verzug. Der kurze, nur informelle Frageteil fand in einem Stall des Landgestüts statt. Die Tafel für den kleinen Imbiss war in der Stallgasse aufgebaut, Pferde und Schwalben mischten akustisch ordentlich mit.

Kommissionssprecher Michael Becker bedankte sich für den Überblick über das, „was hier wachgeküsst werden soll“. Fragen aus der Jury nach dem ehrgeizigen Zeitplan (Peter Pesch: „Das ist machbar.“) und der aktuellen Beschlusslage des Rates (Peter Horstmann führte die „Warendorfer Position“ an) machten noch Klärungsbedarf deutlich. Den Hinweis auf mehr dauerhaftes touristisches Marketing mit dem Umland nahmen die Warendorfer mit auf. Auch die zogen sich nach den gut vier Stunden zunächst zur Manöverkritik zurück, waren aber sehr zufrieden.

Startseite
ANZEIGE