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Bürgerstiftung koordiniert Restaurierung des Meditationssteins

Alles Gold, was glänzt

Warendorf

Die Bürgerstiftung hat in Abstimmung mit der Hörster-Stiftung den Meditationsstein am Oberen Lohwall restaurieren lassen. Der gebürtige Warendorfer Franz Hörster hatte der Stadt das von Bildhauer Josef Recker geschaffene Kunstwerk 2007 geschenkt.

Von Joke Brocker

Freuen sich über die gelungene Restaurierung des Meditationssteins am Oberen Lohwall (v. l).: Hubert Schulze Althoff (Bürgerstiftung), Horst Breuer (Kulturamt), Benno Elpers (Firma Budde) und Mark Pitchforth, Steinmetz und Steinbildhauer bei der Firma Budde.Bildhauer Josef Recker bei der Arbeit.So sah die Spitze des Steins vor der Restaurierung aus.Mark Pitchforth bei der Restaurierung. Foto: Joke BrockerStadt Warendorf Firma Budde

14 Jahre lang hatte der Zahn der Zeit am „Stein des Nachdenkens“ genagt, jetzt erstrahlt der „Meditationsstein“ am Oberen Lohwall wieder in neuem Glanz. Etwa eine Woche habe es gedauert, die 2007 vom Freckenhorster Bildhauer Josef Recker im Auftrag des gebürtigen Warendorfers Franz Hörster geschaffene Skulptur zu restaurieren, berichtete Mark Pitchforth, Steinmetz und Steinbildhauer bei der Firma Budde, am Mittwochvormittag bei einem Ortstermin.

In dem Meditationsstein, den der vermögende Jurist Hörster seiner Heimatstadt schenkte, hatte der Künstler Blattgold und goldgelben Baumberger Sandstein vereint. Doch sowohl das Blattgold wie auch das „westfälische Gold“, wie Kulturamtsleiter Horst Breuer den Sandstein nennt, sind anfällig für Wind und Wetter. In enger Absprache mit der Hörster-Stiftung, die die Kosten übernimmt, veranlasste die Bürgerstiftung Warendorf daher jetzt die Restaurierung der Skulptur.

Risse im Sandstein wurden versiegelt und die gesamte Skulptur gereinigt. Besondere Sorgfalt musste Mark Pitchforth auf die Vergoldung der unbearbeitet wirkenden Spitze verwenden. Weil Josef Recker das Blattgold seinerzeit direkt auf den Stein aufgetragen hatte, war es in die Poren des Sandsteins eingedrungen oder abgeplatzt, wie Pitchforth erläuterte. Damit das künftig nicht mehr geschieht, hat der gebürtige Schotte die Oberfläche des Steins versiegelt, ehe er sie erneut mit 24-karätigem Blattgold belegte.

Dadurch erhalte die Oberfläche des Steins eine Wertigkeit, die mit der bearbeiteten, gemeißelten und geglätteten Fläche in Korrespondenz trete, hatte Horst Breuer vor 14 Jahren anlässlich der Übergabe des Kunstwerks an die Öffentlichkeit bemerkt und ergänzt: „Gleichzeitig vermag die vergoldete Fläche das natürliche Licht, die Sonnenstrahlen durch Spiegelung einzufangen und unterstreicht so das bildhafte Leuchten des Steins.“

Um dieses zu erkennen, war am verregneten Mittwochvormittag allerdings ein wenig Fantasie gefragt. Mit dem Meditationsstein habe Hörster, dessen Vermögen in die gleichnamige Stiftung geflossen ist, der Stadt etwas Gutes tun wollen, als er erfuhr, dass der Brunnen, der sich jahrelang auf dem Oberen Lohwall befand, abgängig war. „Er war undicht“, erinnerte sich Hubert Schulze Althoff, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung, der damals den Baubetriebshof leitete.

Dort, wo der Brunnen stand, habe sich ursprünglich ein Ems-Mäander befunden, wusste Horst Breuer zu berichten. Nicht von ungefähr sei von der Dreibrückenstraße die Rede. Doch der zwischen neuer Ems und alter Ems verlaufende Mäander sei – bis in den Brinkhauspark hinein – mit Schutt zugeschüttet worden. „Das war der ehemalige Schuttplatz“, bemerkte Breuer, der den Stifter des „Meditationssteins“ mehrfach in dessen Zuhause in der Klosterstraße besuchte. Franz Hörster habe damals Kontakt zu Josef Recker aufgenommen, den er sehr geschätzt habe. Und dieser habe Anröchter Dolomit für den Sockel und Baumberger Sandstein für die sich emporwindende, organische Form ausgewählt. Tatkräftig unterstützt habe ihn dabei, wie schon beim „Geschichtsstein“, den Recker für den Kreisverkehr an der Sassenberger Straße geschaffen hatte, Wolfgang Budde. Schmunzelnd erinnerte sich Breuer an den „interessanten, kreativen“ Schaffensprozess, dessen Zeuge er damals wurde. Denn ganz offensichtlich prallten zwei ganz unterschiedliche Temperamente aufeinander. Nicht immer passten die klaren Vorstellungen des strukturiert denkenden Juristen und Auftraggebers Hörster zu denen des offenbar weniger fokussierten Künstlers Recker.

Die Grünanlage, in deren Mittelpunkt der Stein steht, solle im nächsten Frühjahr gärtnerisch neu gestaltet werden, teilte Hubert Schulze Althoff mit. Wahrscheinlich werde an dieser Stelle ein Staudenbeet entstehen.

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