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„Alltagswelt und große Gefühle“

Stiftskammer öffnet ab April – Lesung entführt in die Vergangenheit

Freckenhorst

Die Schauspieler Carolin Wirth und Carsten Bender entführten die Besucher der jüngsten Lesung in der Stiftskammer anhand ausgewählter Textpassagen in die Alltagswelt auf dem Adelssitz von Korff (Haus Harkotten, Füchtorf), der auch eng verbunden war mit dem Freckenhorster Damenstift.

Von Andreas Engbert

Die Bonifatiusfigur auf dem Kirchplatz ist eine von Korffsche Stiftung. Vor der Lesung versammelten sich dort die Verantwortlichen der Veranstaltung (v. l.): Klaus Gruhn (Förderkreis Stiftskammer), Ferdinand und Myriam von Korff, Carolin Wirth, Carsten Bender, Dr. Birgit Gropp und Dr. Gunter Tönne (Förderkreis Stiftskammer). Foto: Andreas Engbert

Bis vor gut 200 Jahren war Freckenhorst quasi einer der Dreh- und Angelpunkte des adligen Lebens in Westfalen. Denn die Bewohnerinnen des 1811 aufgelösten Damenstiftes stammten allesamt aus Adelshäusern. Die Stiftskammer in der Petrikapelle zeugt mit ihren Ausstellungsstücken noch heute vom Prunk der damaligen Zeit und der Bedeutung, die dem Stift eins zukam. Denn Alltag des Lebens der Adligen zu dieser Zeit spiegeln die Ausstellungsstücke nur bedingt wider.

Trotzdem bot das kleine Museum natürlich den passenden Rahmen für eine Lesung, die in eben diese Alltagswelt auf dem Adelssitz von Korff (Haus Harkotten, Füchtorf) näher beleuchtete, wie der ehemalige Vorsitzende des Förderkreis Stiftskammer zu Beginn der Veranstaltung, die in der vergangenen Woche unter dem Titel „Alltagswelt und große Gefühle“ stand, feststellte. Das Freckenhorster Damenstift sei eng mit dem Hause von Korff verbunden. Über die Geschichte, insbesondere des Hauses Harkotten, forscht Dr. Birgit Gropp seit einigen Jahren intensiv. Dabei hat sie die verschiedensten Dokumente, wie Briefe, Rechnungen, Gedichte und sogar Tagebücher ausgewertet. Und dabei viel über das alltägliche Leben der Menschen zur damaligen Zeit erfahren.

Alltägliches Leben der Menschen

Die Schauspieler Carolin Wirth und Carsten Bender entführten die Besucher der Lesung anhand ausgewählter Textpassagen in die damalige Zeit. So berichteten sie vom geregelten Tagesablauf der Köchin auf Haus Harkotten oder einer „Kavaliersreise“, die Friedrich Anton und Clemens von Korff unter anderem nach München führte und von ihrem Erzieher mit Argwohn betrachtet wurde. Dieser beklagte in seinen Notizen einen „allgemeinen Sittenverfall, der hier in allen Ständen herrscht“. Ab April ist die Stiftskammer bis Oktober an jedem Sonntag zwischen 15 und 16.30 Uhr für Besucher geöffnet.

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