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Warendorf präsentiert sich als „Essbare Stadt“

An 25 Stellen gesät und geerntet

Warendorf

Warendorf ist Teil der Initiative „Essbare Stadt“. Was das bedeutet, machte Cornelia Kalkhoff bei einer Führung deutlich.

Von Stephan Ohlmeierund

Cornelia Kalkhoff, Johanna Kalkhoff und Lisa Lindenblatt schauten sich die Hochbeete am Spielplatz hinter der Stadtbücherei an. Foto: Stephan Ohlmeier

Urbanen Raum zum Anbau von Lebensmitteln zu nutzen und die Gemeinschaft der Bevölkerung zu stärken, dieses Ziel verfolgt die Initiative „Essbare Stadt“ der Bürgerstiftung Warendorf. Um diese Initiative bekannter zu machen, hatte Cornelia Kalkhoff für die Stadt Warendorf anlässlich des Tages der Gärten und Parks in Westfalen-Lippe extra eine Führung erarbeitet. Das sich am Samstag lediglich Neubürgerin Lisa Lindenblatt angemeldet hatte, störte Kalkhoff wenig. Vielmehr freute sie sich über das Interesse und gab bereitwillig eine 90-minütige Privatführung.

„Die Idee der essbaren Stadt ist 2008 von zwei Frauen in Großbritannien gekommen“, berichtete Cornelia Kalkhoff. Von dort habe sich der Ansatz für gesunde Ernährung und mehr Miteinander in der Stadt weltweit verbreitet. In Deutschland gebe es mittlerweile rund 140 essbare Städte, in Warendorf habe die Bürgerstiftung die Idee 2019 vorangebracht. „Wir setzen uns nach dem Prinzip Bürger für Bürger ein“, sagte Kalkhoff, die von Anfang an Feuer und Flamme für die Idee war. Wie viele Unterstützer es zurzeit vor Ort gibt, könne sie nicht genau sagen: „In unserer WhatsApp-Gruppe sind rund 30 Personen.“

Im Stadtgebiet gebe es rund 25 Stellen, wo gesät, gepflanzt, gepflegt und geerntet werden könne: „Die Bürger können sich nehmen, was sie brauchen.“ Vom Marktplatz führte der Weg zum Scala Filmtheater, wo mit Unterstützung der Altstadtfreunde zwölf Obstbäume gepflanzt wurden und die Fassade begrünen.

Ein besonders Anliegen war Cornelia Kalkhoff der Besuch der Streuobstwiese im Emsseepark: „Die Bürger dürfen gerne das Obst ernten. Es ist bislang immer mehr dagewesen, als geerntet wurde.“ Sie bedauerte, dass die Streuobstwiese im Zusammenhang mit der Umlegung und Renaturierung der Ems weichen müsse.

Weiter ging es zur ehemaligen Kaiserlichen Post in der Oststraße, wo im Innenhof Blumen und Bäume gepflanzt wurden, und dann durch die Stadt und über die Promenade zum Spielplatz hinter der Stadtbücherei. Dort haben Engagierte zwei Hochbeete gebaut, um unter anderem Staudensellerie, Paprika und Zucchini anzupflanzen. Wie Cornelia Kalkhoff verriet, sollen zusätzliche Hochbeete demnächst im Zusammenhang mit dem barrierefreien Umbau der öffentlichen Toilettenanlage am Münsterwall entstehen.

Ein Zwischenstopp wurde auch im kleinen Waldgarten an der Paul-Schallück-Straße eingelegt, wo ein Waldrand nachgebildet werden soll und eine Obstbaumlebensgemeinschaft angelegt wurde. Um einen Pflaumenbaum formieren sich ringförmig verschiedene andere Gewächse, die biologisch voneinander profitieren. „Der Waldgarten wird von den Anwohnern gepflegt und hat sich zu einem Treffpunkt entwickelt“, freute sich Cornelia Kalkhoff.

Den Schlusspunkt der Führung bildete der Besuch des Emskolks, wo es neben mehreren Hochbeeten, Obstbäumen und Blumen seit kurzem auch eine Kräuterspirale und Insektenburg gibt. „Ich würde mich freuen, wenn uns noch weitere Mitbürger unterstützen würden“, sagte Cornelia Kalkhoff. Wer Interesse habe mitzuwirken, könne am besten montags und freitags gegen 18 Uhr zu den Hochbeeten kommen oder sich auch an die Bürgerstiftung wenden: „Es geht uns in erster Linie um den kommunikativen Aspekt und darum das Bewusstsein zu schaffen, wo unsere Lebensmittel herkommen.“ Lisa Lindenblatt war von der exklusiven Führung begeistert: „Es ist viel persönlicher und man fragt viel mehr nach.“ Zugleich habe sie die Stadt besser kennengelernt.

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