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Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs Schutzbefohlener

Angeklagter war ihr Fachlehrer

Warendorf

Der des Missbrauchs Angeklagte war im mutmaßlichen Tatzeitraum Fachlehrer des damaligen Teenagers. Das kam am zweiten Prozesstag heraus.

Von Christopher Irmler

Symbolbild. Foto: dpa

Mitte April musste sich erstmals ein Gymnasiallehrer vor dem Schöffengericht verantworten. Demnach wurde ihm der sexuelle Missbrauch einer Schutzbefohlenen vorgeworfen.

Im Kern geht es um eine Beziehung des mittlerweile 60-Jährigen und seiner damals 15-jährigen Schülerin, die zwischen 2011 und 2013 geführt worden sei. Publik geworden waren die Anschuldigungen der heute 26-Jährigen durch einen Brief an ihre ehemalige Schule, woraufhin der Angeklagte vom Dienst suspendiert wurde (die WN berichteten).

Jetzt folgte die Fortsetzung, abgeschlossen ist das Verfahren allerdings noch nicht. Im Zuge der Fortsetzung wurde unter anderem die Frage erörtert, ob der Pädagoge im fraglichen Zeitraum die Schülerin auch unterrichtete.

Die Sichtung der Lehrpläne ergab, dass der Angeklagte tatsächlich in den Jahren 2010 und 2011 die Jugendliche in den Fächern Deutsch und Erdkunde unterrichtete. Bis 2012 war er ferner als Vertrauenslehrer ein direkter Ansprechpartner für die Schülerschaft – und die Zeugin. Diese neuen Informationen könnten von Bedeutung sein, hatte der Verteidiger des derzeit freigestellten Lehrers beim Prozessauftakt im April auf Urteile des Bundesgerichtshofs in ähnlich gelagerten Fällen verwiesen: Allein die Tatsache, die gleiche Schule – ob als Lehrer oder Schüler – zu besuchen, reiche für die Annahme einer Obhutsbeziehung nicht aus. Diese besondere Beziehung dokumentierten die ausgewerteten Lehrpläne der Warendorfer Schule nun.

Die mittlerweile 26-Jährige sagte erneut als Zeugin aus – unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das Verfahren soll im kommenden Jahr mit einer weiteren Zeugin fortgesetzt werden. Einen genaueren „Fahrplan“ konnte Amtsgerichtsdirektor Ralf Kruse auf WN-Anfrage noch nicht mitteilen. Und auch die Frage, ob nach dem nächsten Wiedersehen im Gerichtssaal ein Urteil zu erwarten sei, sei reine Spekulation. „Es gibt in solchen Verhandlungen keinen starren Zeitplan. Dazu sind diese Prozesse einfach zu dymamisch“, verwies er auf mögliche weitere Erkenntnisse, Beweismittel oder neue Anträge, die eine erneute Vertagung erforderlich machen könnten.

Auf den arbeitslosen Angeklagten wartet in jedem Fall ein weiteres arbeitsrechtliches Verfahren, das bis zum Abschluss des Verfahrens vor dem Schöffengericht ruht.

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