1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Warendorf
  6. >
  7. Ärger über Fixierung auf die Inzidenz

  8. >

Ausfall von „Hoetmar live“

Ärger über Fixierung auf die Inzidenz

Hoetmar

Nächstes Wochenende hätte „Hoetmar live“ stattfinden. Die Verantwortlichen des Projekts haben nicht nur Verständnis für die Regeln.

Von Stephan Ohlmeier

Der Vorstand des Schützen- und Heimatvereins hat nach einer Sitzung „Hoetmar live“ abgesagt. Foto: Stephan Ohlmeier

Mit der Kulturveranstaltung „Hoetmar live“ wollte der Schützen- und Heimatverein am kommenden Sonntag (22. August) die Leichtigkeit und Geselligkeit in das Dorf zurückholen. Rund 500 Karten waren bereits verkauft. Aufgrund steigender Inzidenzzahlen und erhöhter Auflagen haben sich die Vorstandsmitglieder am Sonntagmorgen jedoch schweren Herzens zu einer Absage der Veranstaltung entschieden.

„Unter den aktuellen Rahmenbedingungen ist eine Veranstaltung in dieser Größenordnung für unseren Verein nicht durchführbar“, sagte Theo Fleuter am Sonntagmorgen im Rahmen eines Pressegespräches.

Wie der Vorsitzende des Schützen- und Heimatvereins erläuterte, werde aller Voraussicht nach Ende der Woche landesweit die Inzidenzstufe 2 ausgerufen. Für Kulturveranstaltungen im Freien für bis zu 500 Zuschauer bedeute dies unter anderem, dass auch bei einem Negativtestnachweis Tische nur noch mit vier Personen im Schachbrettmuster besetzt werden dürften. Rechts und links müsse jeweils ein Platz freibleiben. „So wollen wir letztendlich auch kein Fest feiern“, betonte Theo Fleuter.

Theo Fleuter zu den inzidenzabhängigen Abstandsregeln

Dass es für „Hoetmar live“ eng werden könnte, war den Vorstandsmitgliedern am Mittwoch bewusst. Erstmals wurde an dem Tag landesweit der kritische Inzidenzwert von 35 überschritten. Wenngleich sie sich ihrer Verantwortung für die öffentliche Gesundheit bewusst sind und die geltenden Regelungen akzeptieren, ärgert sie doch die Inzidenzfixierung. „Wir handeln lokal, werden aber überregional gemaßregelt“, sprach Ansgar Drees als Vorsitzender des Heimatvereins allen Anwesenden aus dem Herzen. Während es in den Großstädten Corona-Hotspots gebe, wisse man von keiner aktuellen Infektion im Golddorf.

„Es ist schon bitter, dass wir die Veranstaltung absagen müssen“, ist auch Dieter Jungmann als Vorsitzender des Festkomitees überzeugt. „Es wäre eine tolle Veranstaltung geworden.“ Enttäuscht seien nicht nur die Vorstandsmitglieder und Hoetmarer, die sich auf einige gesellige Stunden gefreut hätten, sondern auch die beteiligten Musikvereine oder die Damengarde, die extra dafür einen Tanz einstudiert habe. „Durchschnittlich haben wir uns zuletzt zweimal pro Woche getroffen. Der Aufwand für ‚Hoetmar live‘ war höher als für ein normales Schützen- und Heimatfest“, so Jungmann.

Dieter Jungmann

Zeremonienmeister Stefan Brinkmann kann dem nur zustimmen: „Die Absage ist auch ein Wermutstropfen für das Ehrenamt.“ Dabei habe sich der Verein selbst nichts vorzuwerfen, sondern habe vielmehr frühzeitig das Gespräch mit dem Ordnungsamt der Stadt Warendorf gesucht und verschiedene Fallkonstellationen durchgespielt. „Dass die Inzidenzzahlen wieder steigen, haben wir befürchtet“, so Kassiererin Dorothee Krumbeck. Den Kartenpreis werde der Verein in der nächsten Zeit erstatten.

Stattfinden wird am nächsten Sonntag aber der Open-Air-Gottesdienst um 9.30 Uhr auf dem Kirchplatz mit anschließender Kranzniederlegung und Totengedenken am Ehrenmal der Lambertus-Kirche. „Anmeldungen für den Gottesdienst sind weiterhin über das Pfarrbüro möglich“, sagte Theo Fleuter. Für die musikalische Begleitung zeichne das Jagdhornbläsercorps des Hegerings Warendorf-Freckenhorst-Hoetmar verantwortlich.

Zudem wolle man das Dorf zum Wochenende punktuell grün-weiß schmücken und rufe alle Mitbürger auf, die Schützenfestfahnen zu hissen.

Der Verein sei auch weiterhin überzeugt, dass viele Hoetmarer im Kreis ihrer Familien, Freunde und Nachbarn kleinere Schützenfeste in einem verantwortungsvollen Rahmen feiern werden.

Startseite