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Stadt fragt Abgeordnete nach Fördermitteln

Aufklärungsarbeit am Beckenboden

Warendorf

Wer Aussagen über Fördertöpfe für einen Badneubau machen soll, muss erst mal sehen, wie marode der alte ist. Montag war es so weit.

Von Jörg Pastoor

Von oben kleben Fliesen darauf. Von unten sieht das Becken im Hallenbad nicht nur an dieser Stelle so aus. 54 Jahre Betrieb wirken auch auf den Beton. Vor allem, wenn so ein Bad nie als öffentliches Hallenbad konzipiert warSPD-Bundestagsabgeordneter Bernhard Daldrup erwähnte Bürgermeister Peter Horstmann gegenüber ein für Warendorf passendes Zuschussprogramm des Bundes. Das sei aber tausendfach überzeichnet. Stadtwerke-Geschäftsführer Urs Reitis. Foto: Jörg Pastoor

Die Antwort auf Henning Rehbaums Frage nach Kostenschätzungen? Urs Reitis mochte sich nicht genau festlegen. Aber: „Es wird achtstellig werden“, sagte der Geschäftsführer der Stadtwerke, „vielleicht im unteren Bereich, aber deutlich achtstellig.“

Ob sich Warendorf für so einen Preis ein neues Hallenbad leisten kann, ist Thema in den Fraktionen des Rates, der auf jeden Fall den Mehrheitsbeschluss für so einen Neubau getroffen hat. Montagabend sollten fünf heimische Abgeordnete aus Bundes- und Landtag sich ein Bild davon machen, wie nötig so ein Neubau ist.

Stadtwerke-Geschäftsführer zum Preis des neuen Hallenbads

Henning Rehbaum (CDU) und sein Bundestagskollege Bernhard Daldrup (SPD) waren der Einladung von Bürgermeister Peter Horstmann an die Von-Ketteler-Straße gefolgt, aus dem Landtag konnten es Annette Watermann-Krass (SPD), Josefine Paul (Bündnisgrüne) und Markus Diekhoff (FDP) sehen und riechen. Der Unterschied zwischen „oben", also dem sauber gefliesten Innenraum mit jeder Menge Kindern beim Schwimmunterricht zu „unten“ in den Technik-Katakomben hätte Urs Reitis‘ Kommentars nicht bedurft: „Das Becken ist schon in einem anderen Zustand, als es oben vermuten lässt.“

Auch ohne aktuelle Rohrbrüche, wie sie laut Reitis regelmäßig zur Sperrung der darunter liegenden WSU-Umkleiden führen, tropfte und sickerte es an etlichen Stellen des Becken-Betons. Mit dem neuen, großflächigen Fliesenschaden bleibt es im bekannten Muster: „Wir müssen immer wieder und zunehmend mehr Aufwand treiben.“

Bürgermeister Peter Horstmann

Unabhängig von den massiv gestiegenen Energiekosten (die Stadtwerke haben die Wassertemperatur um zwei Grad gesenkt) und dem vor allem durch Ehrenamtler erfüllten Anspruch, Warendorfer Kinder das Schwimmen lehren zu können, den Dirk Schellhammer als Sportausschussvorsitzender betonte, müsse also etwas geschehen, fand Bürgermeister Horstmann. Der wollte mit der Informationsrunde erreichen, dass die Gäste aus Berlin und Düsseldorf verstehen: „Wir wollen hier kein Luftschloss bauen, sondern ein solides Familienbad.“

In der Pausenhalle der Gesamtschule nebenan unterfütterte Urs Reitis das mit dem bekannten, den Abgeordneten aber neuen Raum- und Nutzungsprogramm.

Zweifel an der Planung schien niemand von ihnen zu haben. Henning Rehbaum attestierte, diese Planung sei „kein Luxus, sondern ein Neubau schon die richtige Entscheidung.“ Markus Diekhoff bezog sich auf einen NRW-Fördertopf für Vereinsbäder, war sich aber mit Josefine Paul einig: „Dafür sollte es eine Förderung geben.“ Zumindest, so Paul, gebe es einen Konsens in der Koalition, auch Zuschüsse zu kommunalen Bädern zu leisten.

Womöglich Fördertöpfe von Bund und Land

Der Bund? Der habe, so Bernhard Daldrup, vor Jahren ein eigenes Programm aufgelegt, obwohl er sich dafür nicht verantwortlich sehe, aber die Not so groß gewesen sei. Und wohl noch ist: „Das Programm ist fast tausendfach überzeichnet.“ Sollte es dieses Jahr erneut mit Geld ausgestattet werden und womöglich darüber hinaus, müsse Warendorf also schnell sein.

Dazu würde das Drehbuch für den Badplan passen, das 2023 als Antragszeitpunkt für die Einwerbung der Fördermittel vorsieht. 50 bis 90 Prozent Förderung gäbe der Bundestopf her, erwähnte Bernhard Daldrup auf Peter Horstmanns Frage. Das hieße bei einer „deutlich achtstelligen Investition“ in Warendorf vielleicht „nur noch“ einen siebenstelligen Anteil. . .

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