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Bürgerschützen Freckenhorst ehren langjährige Mitglieder

Aufmüpfige „vors Pferd“ zitiert

Freckenhorst

Zu erzieherischen Maßnahmen griff Oberst Thomas Feldmann am Schlusstag des Festes der Freckenhorster Bürgerschützen. Einige Mitglieder waren durch ihre Aufmüpfigkeit aufgefallen. Der Oberst verteilte aber auch Lob, unter anderem bei der Ehrung langjähriger Mitglieder.

Von und

Beim zum Festumzug einsetzenden Regen waren die Damen des Vereins froh über ihre Schirme, die zur Damenuniform gehören.

Es ist der wohl gefürchtetste Moment des Freckenhorster Schützenfestes: Wenn sich die Schützen am Montagmorgen nach dem erfolgten Antreten auf dem Stiftsmarkt und dem Umzug zum Festplatz zum Abschlussbild auf der Schützenwiese versammeln, ruft der Oberst traditionell aufmüpfige Schützen zu erzieherischen Maßnahmen „vors Pferd“.

Am Montag musste niemand „vors Pferd“ – was aber nicht am guten Benehmen der Schützen lag, sondern an einem einsetzenden Regenschauer just als der Umzug startete. So fand der Abschluss nicht auf der Wiese, sondern ohne Pferd im Zelt statt – diszipliniert wurde natürlich trotzdem.

Oberst zitiert Schützen zu sich

„Stellen wir uns vor, ich sitze auf dem Pferd“, machte Oberst Thomas Feldmann den Ernst der Lage deutlich und zitierte neben Schützenbruder Meinolf Mersmann gleich die ganze Truppe der Fahnenaufsteller aus der Bauerschaft Walgern vor das imaginäre Pferd. Weil Meinolf Mersmann dem Oberst im Rahmen der Versammlung des Kreises der ehemaligen Jungschützenchargierten das Wort habe verbieten wollen, wurde ihm aufgetragen, die Jungschützen als „Mundschenk“ zu unterstützen.

Seit einem halben Jahrhundert sind Günter Lukoschek, Bernhard Eickelmann, Alfons Hunkemöller, Alfons Schulze Niehues und Wilhelm Schulze Stentrup Schützenbrüder. Foto: Andreas Engbert

Die Nachbarn aus Walgern hatten die urlaubsbedingte Abwesenheit des ehemaligen Königs Bernd Sendker genutzt, um dessen frisch in strahlendem Weiß gestrichenen Fahnenmast vor dem Aufstellen rosa anzupinseln. Und so durften sie mit rosafarbenen Warnwesten, Hüten und Federn den Schützenfesttag verbringen. „Dies war eine noch nie dagewesene Kulturgutschändung“, echauffierte sich der Oberst. Freckenhorst sei immerhin Fahnenweltmeister, gab Feldman zu bedenken.

Antreten auf dem Stiftsmarkt

Ernsthafter ging es vor dem Umzug – und noch ohne Regen – beim morgendlichen Antreten auf dem Stiftsmarkt zu. In einer umfassenden Huldigungsrede würdigte Georg Dühlmann das Schützenleben des Noch-Königs Alfons Keßmann.

Vor 50 Jahren traten Hermann Dahlhues, Dieter Middendorf, Ewald Oertker, Bernhard Pösentrup und Josef Forsthövel dem Freckenhorster Schützenverein bei. Foto: Andreas Engbert

Seit 70 Jahren ist Dr. Hermann Lammers Mitglied im Bürgerschützenverein. Er wurde in Abwesenheit für seine Treue ausgezeichnet. Seit 60 Jahren halten Hermann Dahlhues, Josef Forsthövel, Hugo Grothues, Dieter Middendorf, Ewald Oertker, Bernhard Pösentrup und Josef Witczak dem Verein die Treue. Für ein halbes Jahrhundert im Verein wurden Bernhard Eickelmann, Alfons Hunkemöller, Paul Kleine­langhorst, Günter Lukoschek, Heinz Pomberg, Theo Pösentrup, Alfons Schulze Niehues, Wilhelm Schulze Stentrup und Heinrich Wichmann ausgezeichnet.

Nachgeholt wurden zudem die Ehrungen für 25-jährige Mitgliedschaft aus den vergangenen zwei Jahren, sodass Oberst Thomas Feldmann gleich 61 Namen zu verlesen hatte.

„Rosa Kompanie“: Die Nachbarn aus Walgern wurden für einen Scherz beim Aufstellen der Fahnen mit rosafarbenen Westen und Hüten ausgestattet.„Rosa Kompanie“: Die Nachbarn aus Walgern wurden für einen Scherz beim Aufstellen der Fahnen mit rosafarbenen Westen und Hüten ausgestattet. Foto: Andreas Engbert
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