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Sonderausstellung mit Rolf Löhrmann

„Augenblicke“, die faszinieren

Warendorf

Die Bilder sprechen für sich, dafür bedarf es nicht der Farbe. Die Werke von Rolf Löhrmann sind im Westpreußischen Landesmuseum in einer Sonderausstellung zu sehen. Kleine Aktionen rund um die Ausstellung sind noch geplant.

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Rolf Löhrmann und Jutta Fethke vor dem Bild zum Thema „Flüchtlinge“ – Farbe würde hier nur ablenken, meint der Künstler. Foto: Rebekka Lek

Mit der Ausstellung „Augenblicke“ von Rolf Löhrmann hat das Westpreußische Landesmuseum außergewöhnliche Exponate in der Sonderausstellung. Löhrmann versteht sich auf Gemälde und Zeichnungen, die auf Basis von Bildern aus der Presse aus Kriegsgebieten entstanden sind. „Anfangs waren die Darstellungen zu heftig und lösten Ablehnung aus. Die Menschen wollten die Bilder nicht in dieser Intensität sehen“, beschreibt Löhrmann seine ersten Erfahrungen. Er hörte sogar Aussprüche wie ‚Igitt, so was hängt man sich doch nicht an die Wand‘. „Hier galt das bürgerliche Dekorationsdenken, nicht aber die Botschaft, die ich mit meinen Werken übermitteln wollte“, bedauerte der Künstler und beschloss, die Farbigkeit herauszunehmen. Dafür nahm er die Originale, die nahezu alle in Farbe sind, und reduzierte diese über ein Bildbearbeitungsprogramm auf „das, um das es in dem Bild gehen soll“. Rund 50 Prozent des Originalbildes wurde so weg reduziert, sodass auf Fläche und mit geringem Kontrast das Werk entstehen kann. Als Beispiel führte Löhrmann ein Bild von Flüchtlingen an. Zentrum des Bildes sind die verzweifelten Augen. Im Original sind es dunkelhäutige Menschen die in goldene Rettungsdecken eingewickelt sind. In Weiß und Grau sind die Gestalten nur bei genauer Betrachtung zu erkennen „Das Gold würde nur ablenken“, erklärt Löhrmann.

Bilder auf das Wesentliche konzentrieren.

„Ich möchte damit nicht als erstes im Kopf ankommen, sondern im Bauch“, sagt er. Etwas, dass er bei der Kunsthistorikerin Jutta Fethke bei einer Ausstellung 2018 schaffte. Die stellvertretende Museumsleiterin war so begeistert, dass sie auch für das Westpreußische Landesmuseum eine solche Ausstellung anstrebte. „Die Bilder konzentrieren sich aufs Wesentliche. Sie berühren einen stark und geben dennoch genug Raum, um sich damit zu beschäftigen“, betont Fethke.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 20. Juni. Bis dahin sind kleinere Aktionen geplant. Am 19. Mai und 20. Juni soll es jeweils eine Führung mit Ausstellungsgespräch mit Rolf Lehrmann geben. Zusätzlich ist eine Begleitveranstaltung in Form von einer Lesung von Dr. Andreas Kolosser geplant. Derzeit ist der Besuch des Museums nur mit negativen Schnelltest möglich (Dienstag bis Sonntag von zehn bis 18 Uhr).

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