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Premiere für das StadtTeilFest

Ausbruch aus der Lethargie

Warendorf

Mit dem ersten Warendorfer StadtTeilFest haben die Initiatoren, allen voran Jörg Middendorf, der den Tag der Musikzüge angeregt hatte, offenbar einen Nerv getroffen. Hunderte Warendorfer waren am Sonntag mit Oldtimerbussen oder per Fahrrad unterwegs, um Konzerte der Musikzüge und ein buntes Unterhaltungsprogramm in der Kernstadt und den Ortsteilen mitzuerleben.

Von Stephan Ohlmeier und Joke Brocker

Hunderte Menschen hatten sich am Sonntagnachmittag vor der Stiftskirche versammelt, um ein kurzweiliges Unterhaltungsprogramm mit viel Musik zu genießen. Der Tag begann in Einen-Müssingen mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel.Die Kistenrutsche der Landjugend war ein besonderer Anziehungspunkt für die Jüngsten in Hoetmar. Foto: Joke Brocker (8), Stephan Ohlmeier (5)

Mit ganz viel Musik und einer gefühlten Rückkehr zur Normalität hat das erste Warendorfer Stadtteilfest am Sonntag die Menschen begeistert. In allen Ortsteilen spielten mindestens drei der sieben heimischen Musikzüge auf und es wurde ein buntes Programm für alle Altersklassen geboten. Obwohl die Sonne sich rar machte und es mit 17 Grad relativ frisch war, gierten die Menschen nach den Entbehrungen der zurückliegenden Monate förmlich nach Kurzweil und Unterhaltung.

„So eine Veranstaltung hat es in Warendorf noch nicht gegeben. Wir setzen heute ein Zeichen, dass unsere Stadt und ihre Ortsteile unheimlich viel zu bieten haben“, sagte Bürgermeister Peter Horstmann, der per Fahrrad, begleitet von vielen Bürgern, von Stadtteil zu Stadtteil fuhr und im Laufe des Tages natürlich immer wieder auf den „Coup“ vom Freitag, den Ankauf der Brinkhaus-Brache durch die Stadt, angesprochen wurde.

Auch mit Blick auf eine mögliche Landesgartenschau-Bewerbung habe man die Veranstaltung bewusst unter das Motto „Warendorf blüht auf“ gestellt. Ein besonderes Dankeschön sprach der Erste Bürger der Stadt Jörg Middendorf aus. Der langjährige musikalische Leiter des Berittenen Fanfarenzuges Freckenhorst habe nicht nur die Idee zum Tag der Musikzüge gehabt, sondern mit seinem Enthusiasmus alle angesteckt.

„Zum ersten Mal seit zwei Jahren können sich alle unsere Ortsteile heute zeigen“, sagte Jörg Middendorf, der sich Stunden später in Hoetmar überwältigt von der großen Resonanz zeigte. In Richtung der vielen Ehrenamtlichen bemerkte er: „Dass es soll toll geworden ist, liegt an Ihnen und daran, dass Sie alle mitgemacht haben.“ Immer wieder sei er in den vergangenen Jahren darauf angesprochen worden, dass nicht nur in Warendorf, sondern auch in den Ortsteilen kulturell etwas geboten werden solle. Um endlich aus der Corona-Lethargie auszubrechen und dem Fanfarenzug sowie dem Spielmannszug Milte, der Stadtkapelle Warendorf, dem Spielmannszug St. Georg Müssingen, der in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiert, dem Orchesterverein Freckenhorst, dem Berittenen Fanfarenzug Freckenhorst und dem Spielmannszug Freckenhorst Gelegenheit zu geben, wieder aufzuspielen, sei nun der richtige Zeitpunkt für die Veranstaltung gewesen.

Miltes Schützenkönig Mike Atig, der das Musikprogramm vor der Kirche moderierte, ergänzte: „Jeder Ortsteil hat super Ecken. Ich finde es toll, dass das Leben in unsere Stadt zurückkehrt.“ Für viele Vereine sei es daher Ehrensache gewesen, sich beim Stadtteilfest ehrenamtlich einzubringen: „Was würde unserer Stadt ohne dieses Ehrenamt fehlen.“

Im Mittelpunkt standen am Sonntag natürlich die Musikzüge, die für jeweils eine Stunde in drei Ortsteilen aufspielten und eine Menge Puste brauchten und bewiesen, dass ihr Repertoire sich keineswegs auf Marschmusik beschränkt, sondern auch Rock- und Pop-Titel umfasst.

Neben den Platzkonzerten erwartete die Besucher in allen Stadtteilen ein buntes Rahmenprogramm, gestaltet von den ortsansässigen Vereinen. Alleinstellungsmerkmal in Einen-Müssingen war ein Freiluftgottesdienst. In Milte luden die Messdiener von St. Johannes zur Kirchenrallye ein. Wie in Milte und Hoetmar war es auch in Warendorf die Freiwillige Feuerwehr, die im Schatten von St. Laurentius mit Kinderschminken und Wasserspielen das Programm für die jüngsten Besucher gestaltete.

In Freckenhorst war eine von der Landjugend gebaute Rutsche aus 64 Strohballen die von den Kleinsten stets dicht belagerte Attraktion. Mindestens genau so attraktiv: die Traktoren der Oldtimer-Freunde Greffen, die von Ortsteil zu Ortsteil knatterten und von Groß und Klein eingehend unter die Lupe genommen wurden.

Der Tag der Musikzüge klang in Hoetmar aus, wo wieder einmal Volksfeststimmung herrschte. Die Landfrauen hatte derart viel Kuchen gebacken, dass sie mühelos mehrere Kompanien damit hätten versorgen können. Das stattliche Kuchenbuffet stand im zum Café umfunktionierten Saal Bütfering, der natürlich coronakonform nur mit Mund-Nase-Schutz betreten werden durfte. Angesichts des Andrangs an Würstchen- und Getränkestand draußen auf der Straße bemerkte ein älterer Herr zufrieden: „Es ist fast wie früher.“ Verlost wurden am Abend 500 Euro unter den Teilnehmern der Stadtrallye.

Ein Dankeschön sprach Jörg Middendorf der Sparkasse Münsterland Ost als Hauptsponsor der Veranstaltung aus. Den Erlös wolle man zwischen den Stadtteilen solidarisch teilen und spenden. Peter Horstmann ergänzte: „Von mir aus können wir das Stadtteilfest gerne im kommenden Jahr in ähnlicher Form wiederholen.“

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