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Beliebte Urlaubsziele werden zu Hochinzidenzgebieten

Auslandsreisen mit Corona

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Sobald eine Rückreise aus einem Risikogebiet ((einfaches Risikogebiet, Hochinzidenzgebiet, Virusvariantengebiet) ansteht, sind Urlauber zu einer digitale Einreiseanmeldung verpflichtet.

Von Rebecca Lekund

Einfach am Strand die Seele baumeln lassen. Gerade nach dem Monatelangen Lockdown mit vielen Beschränkungen ein Traum von vielen für die Sommerferien.Sobald eine Rückreise aus einem Risikogebiet ((einfaches Risikogebiet, Hochinzidenzgebiet, Virusvariantengebiet) ansteht, sind die Urlauber zu einer digitale Einreiseanmeldung verpflichtet Foto: dpaRebecca Lek

In Spanien und den Niederlanden steigen die Corona-Infektionszahlen stark an, beide Länder hat die Bundesregierung zum „Hochinzidenzgebiet“ hochgestuft. Die Inzidenzen in Deutschland sind dagegen sehr niedrig. Die Sommerferien sind noch nicht zu Ende und nach dem langem Lockdown dürsten die Deutschen einfach nach Urlaub – da machen auch die Warendorfer keine Ausnahme. Was eine Umfrage in den Warendorfer Reisebüros ergab.

Dass gerade zur Hochsaison die beliebten Reiseziele Spanien und Niederlande zu Hochinzidenzgebieten erklärt wurden, lässt bei einigen Urlaubern jedoch die Stimmung sinken. Die große Stornowelle, wie im vergangenen Jahr, blieb allerdings laut Simona Schlamann, Inhaberin des Reisecenters Dr. Krimphove, aus. „Viele Urlauber haben bewusst gebucht und waren sich des Risikos bewusst. Zudem haben viele vor Urlaubsantritt bereits den vollen Impfschutz“, beschreibt Reiseexpertin die derzeitige Situation.

Für Bettina Sieckendiek spiegelt sich im Verhalten der Urlauber die „Bandbreite des ganzen Lebens“ wider. „Wir haben ganz unterschiedliche Personen, die reisen“, betont sie. Während einige bereits geimpft seien, wollten Menschen ohne Impfschutz keine Quarantäne riskieren. Auch Familien mit kleineren Kindern, die bis jetzt kein Impfangebot erhalten haben, überlegen oft zweimal, ob sie wirklich fliegen. „Familien nehmen oft das Angebot der Umbuchung an“, weiß Simone Schlamann. Besonders beliebt bei den Reisezielen sei Griechenland, gefolgt von der Türkei. „Die Veranstalter sind, wie auch im vergangenen Jahr, größtenteils sehr kulant. Stornierungen und auch Umbuchungen sind meistens kostenlos“, berichtet Schlamann weiter. Denn ganz auf den Urlaub verzichten möchten die meisten nicht. „Nach allen Einschränkungen haben viele das Bedürfnis einfach wegzufahren und den Wunsch, dass es wieder normaler wird“, beschreibt Bettina Sieckendiek das Verhalten ihrer Kundschaft. Sie sieht den Impfstatus als entscheidend an. Denn auch, wenn derzeit in Deutschland Genesene und Getestete meistens gleichgestellt sind, sei dies im Ausland nicht immer der Fall. Urlauber in den Hochinzidenzgebieten wundern sich hingegen, wie „normal“ alles wirkt. Vor rund einer Woche stieg in den Niederlanden die Inzidenz über 400 an, mittlerweile wieder rückläufig. Von verschärften Maßnahmen sei vor Ort jedoch offenbar nichts zu merken. „Es ist ein komisches Gefühl, dass in Läden in den Niederlanden keine Mundschutzpflicht ist. In Deutschland haben wir uns da schon sehr dran gewöhnt“, gesteht eine Warendorfer Familie. Unsicher fühlen die Warendorfer sich allerdings nicht. Die Aktivitäten mit den Kindern finden im Regelfall sowieso Outdoor statt.

So sieht es auch eine andere Familie aus Warendorf. „Wie auch in Deutschland versuchen wir Menschenansammlungen zu meiden“, gesteht die Mutter. Bei beiden Familien sind die Erwachsenen vollständig geimpft, sodass die Quarantänepflicht entfällt. Durch die Einstufung als Hochinzidenzgebiet muss allerdings eine digitale Einreiseanmeldung durchgeführt werden. Hier wird der Impfstatus überprüft. „Anders sieht es allerdings aus, wenn man aus einem Virusvariantengebiet kommt. Auch Geimpfte kommen dann um die Quarantänepflicht nicht drumherum“, betont Simone Schlamann. Zumindest in Europa gibt es diese Gebiete derzeit nicht. Im Rahmen der Fernziele gehört aber beispielsweise Namibia in diese Kategorie. Gerade Fernreisen werden derzeit kaum gebucht. Ebenso wie Gruppenreisen. „Wir stehen im engen Kontakt zu unseren Kunden und versuchen auch für nächstes Jahr schon zu planen“, sagt Bettina Siekendiek. Sie hofft, dass dann auch in der Tourismusbranche wieder mehr möglich ist.

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