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Initiative will Integration fördern

Austausch als Basis für besseres Verstehen

Warendorf

Ziel der Initiative „Die Brücke“, die vor wenigen Wochen gegründet worden ist, ist die Integration von Flüchtlingen, die nicht nur bei Behördengängen von den Mitgliedern begleitet werden sollen.

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Veli Firtina, Zeliha Karalik und Necmi Yildirim (v.l.) gründeten die Initiative „Die Brücke“. Foto: Rebecca Lek

Vor einigen Wochen gründete sich die Initiative „Die Brücke“ als Interessensgemeinschaft für die Teilhabe und Vielfalt im Kreis Warendorf. Die Gründer sind überwiegend türkischstämmige Muslime, die den interkulturellen Austausch suchen. „Der Islam und der muslimische Glauben sind negativ behaftet. Wir möchten informieren und zeigen, dass unser Glauben nicht schlecht ist. Er ist sehr wohl mit Demokratie vereinbar“, erklärt Mitbegründer Serif Firtina. Er selber lebt schon viele Jahre in Deutschland und beherrscht die Sprache gut.

Besonders für Flüchtlinge sieht er die Sprachbarriere als großes Problem. „Wir möchten den Menschen die Angst nehmen und unterstützen sie beispielsweise bei Behördengängen.“ Das soll aber nur der Anfang sein.

Die Initiatoren von „Die Brücke“ sind laut Satzung der Überzeugung, dass ein gutes Zusammenleben nur gelingen könne, wenn alle am politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Leben in Deutschland teilhaben können. Gleichzeitig bedürfe es jedoch auch der Bereitschaft, teilhaben zu wollen.

Das soll dadurch ermöglicht werden, dass nicht nur Muslime Mitglieder sind, sondern dass eine multikulturelle Gesellschaft entsteht – aus hier Geborenen und Menschen, die gerade erst hierher geflüchtet sind. „Wir möchten auch voneinander lernen. Gemeinsam die anderen kulturellen Feste feiern und gemeinsam in den Dialog treten“, beschreibt Firtina weiter. Gleichzeitig versuchen sie möglichst viele ehrenamtliche Helfer zu mobilisieren, um Flüchtlingen den Einstieg in die Gesellschaft zu erleichtern. Mit Zeliha Karalik und Necmi Yildirim hat er zwei Weggefährten gefunden, die sich in der Gemeinde von Beelen als ehrenamtliche Helfer bewährt haben. „Als Ehrenamtliche hat man noch mal eine andere Vertrauensbasis. Die Menschen sind so dankbar und das macht die Arbeit aus“, beschreibt Karalik mit einem Strahlen in den Augen. Serif Firtina ist sehr froh, sie im Team zu haben, denn gerade an weiblichen Ansprechpartnern hapert es oft. Necmi Yildirim kam erst vor drei Jahren nach Deutschland, nachdem er in der Türkei seine Existenz verloren hatte. Die Hilfe, die ihm entgegengebracht wurde, hat ihn so geprägt, dass er der Gesellschaft etwas zurückgeben möchte.

Für „Die Brücke“ stellt auch das Weihnachtsfest eine wichtige Tradition dar. Auch wenn derzeit noch keine Christen der Initiative angehören, sehen sie es als wichtigen Teil der Kultur an, in der sie leben. „Wir möchten daher die Chance nutzen, einen Weihnachtsgruß zu entsenden und ein frohes neues Jahr zu wünschen“, sind sich alle einig. Vor allem hoffen sie darauf, 2021 ohne Corona richtig durchstarten zu können.

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