1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Warendorf
  6. >
  7. Autoverkehr deutlich reduzieren

  8. >

Antrag der Grünen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Innenstadt

Autoverkehr deutlich reduzieren

Warendorf

Die Grünen wünschen sich eine deutliche Reduzierung des Autoverkehrs in der Innenstadt. Vor allem der Parksuchverkehr soll ausgemerzt werden. Davon versprechen sie sich eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität.

Von Ulrich Lieber

Jessica Wessels und Hubert Grobecker präsentieren den Antrag der Grünen, in dem es um die Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Warendorfer Innenstadt geht. Dabei soll vor allem der Autoverkehr reduziert werden. Foto: Ulrich Lieber

Eine deutliche Reduzierung des Autoverkehrs in der Altstadt wünschen sich die Grünen und haben nun einen entsprechenden Antrag gestellt. Genau lautet der Titel: „Antrag zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Warendorfer Innenstadt“.

„Wir müssen den Verkehr reduzieren und eine Entspannung für die Menschen in der Altstadt erreichen“, sagt Hubert Grobecker, stellvertretender Fraktionssprecher der Grünen.

Hubert Grobecker, stellvertretender Fraktionssprecher der Grünen

Ziel ist es, dass nur noch Anwohner und Anlieferverkehr zu fest definierten Zeiten erlaubt wird. Die Anwohner sollen entsprechende Parkausweise erhalten, und zwar auf die Adressen, die bei der Stadt gemeldet sind. Aber auch die Anfahrt zu den Arztpraxen soll im Notfall weiter möglich sein. „Fahrzeuge des öffentlichen Nahverkehrs, wie Buslinien und Taxen ist ebenfalls das weitere Befahren möglich“, erklärt Grobecker.

Kein Parksuchverkehr in der Innenstadt mehr

Durch den verringerten Verkehr soll sich die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt verbessern, so dass die Anwohner mehr Ruhe haben. Auch für die Geschäftsleute sei es von Vorteil, wenn die Fahrzeuge nicht mehr vor den Schaufenstern parken.

„Der Parksuchverkehr belastet die Innenstadt. Man sieht oft das gleiche Fahrzeug immer wieder kreisen, weil ein Parkplatz gesucht wird“, sagt Grobecker. Dabei gebe es in Warendorf genügend Parkplätze, wie eine Untersuchung ergeben habe.

Jessica Wessels, Fraktionssprecherin der Grünen

Der Bereich, der den Grünen für eine Verkehrsberuhigung vorschwebt, soll die innerhalb der Promenade liegenden Straßen umfassen und durch eine entsprechende Beschilderung gekennzeichnet werden. „Die Parkplätze am Ostwall und der Gerichtsfuhlke sollen reduziert werden und ausschließlich dem Anwohnerparken dienen“, ergänzt Jessica Wessels, Fraktionssprecherin.

„Wir müssen den Radverkehr attraktiver machen“

Die Grünen sehen es als Aufgabe Kommune, das weitere Fortschreiten des Klimawandels zu verhindern. Dazu müssten vor allem die Treibhausgase reduziert werden, und die werden in Deutschland vor allem im Mobilitätsbereich verursacht. Der gewonnene Platz soll Radfahrern und Fußgängern zugute kommen. „Wir müssen den Radverkehr attraktiver machen“, fordert Hubert Grobecker. Bei der anstehenden Erneuerung der Münsterstraße und der Freckenhorster Straße müsse hier bereits das Konzept für die Radfahrer umgesetzt werden.

Damit trotzdem jeder einen Parkplatz findet, soll das bereits 2019 beschlossene Parkleitsystem ausgebaut werden, damit die Flächen am Lohwall, in den Emswiesen, am Wilhelmsplatz und am Bahnhof angesteuert werden können. „Das Parkdeck am Bahnhof soll ja auch noch gebaut werden“, sagt Grobecker.

Die Stadt ist für den Menschen da, nicht für Autos

Der Innenstadtraum könne so neu verteilt werden und damit familienfreundlicher und attraktiver werden. Gleichzeitig würden Gastronomie und Einzelhandel gestärkt und die Wohnqualität verbessert. „Die Stadt muss für die Menschen da sein und nicht für Autos“, wünscht sich Jessica Wessels. Sie erwartet, dass dadurch das mittelalterliche Altstadtensemble mit seiner touristischen Strahlkraft von Gassen und kleinen Straßenführungen aufgewertet wird und auch mehr Menschen nach Warendorf ziehen.

Die Idee ist übrigens kein Unikat, denn es gibt bereits einige Städte, die dies umgesetzt haben. In Bielefeld und Hameln gebe es bereits Pilotprojekte. „Nach anfänglichem Widerstand wird es nun gut angenommen“, sagt Grobecker.

Der Antrag soll eine Diskussionsgrundlage für die Politik bilden, und Jessica Wessels hofft, dass „wir schauen, wie wir es möglich machen können und es als Chance sehen“.

Startseite
ANZEIGE