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Galeriekonzert mit Peter Rösel

Beethoven kommt mit Verspätung

Warendorf

Das nächste Galeriekonzert findet am Sonntag (18. Juli) statt – nun wieder wie gewohnt, im Sophiensaal an der Kurzen Kesselstraße. Peter Rösel aus Dresden wird einen Klavierabend mit Beethoven-Sonaten geben. Konzertbeginn ist um 19 Uhr.

Er ist einer der alten Freunde der Warendorfer Galeriekonzerte, er hat sie mitgeprägt und durch seine Auftritte befördert: Zum zwölften Mal ist Peter Rösel am 18. Juli in Warendorf zu Gast Foto:

Das nächste Galeriekonzert findet am Sonntag (18. Juli) statt – nun wieder wie gewohnt, im Sophiensaal an der Kurzen Kesselstraße. Peter Rösel aus Dresden wird einen Klavierabend mit Beethoven-Sonaten geben. Konzertbeginn ist um 19 Uhr.

Im Gegensatz zum vorigen Galeriekonzert am 13. Juni wird es kein vorgeschaltetes Konzert um 17 Uhr geben. Die Platz-Kapazität ist reduziert, deshalb wird dringend empfohlen, Konzertkarten im Vorverkauf in der Buchhandlung Ebbeke (Freckenhorster Straße) zu erwerben. Denn an der Abendkasse wird es voraussichtlich keine Restkarten mehr geben. Des Weiteren gilt nach wie vor, dass alle Besucher nachweisen müssen, dass sie entweder geimpft, getestet oder genesen sind. Um frühzeitiges Erscheinen wird gebeten.

Er ist einer der alten Freunde der Warendorfer Galeriekonzerte, er hat sie mitgeprägt und durch seine Auftritte befördert: Zum zwölften Mal ist Peter Rösel in Warendorf zu Gast. 1945 in Dresden als Sohn eines Dirigenten und einer Sängerin geboren, erhielt er mit sechs Jahren seinen ersten Klavierunterricht.

Am Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium absolvierte er ein fünfjähriges Studium bei Dmitri Baschkirow und Lew Oborin. In dieser Zeit wurde er nicht nur als erster Deutscher Preisträger des Tschaikowsky-Wettbewerbes Moskau und des Klavierwettbewerbes Montreal, sondern begann auch eine internationale Karriere, die ihn in die Musikzentren aller Kontinente führt.

Seine Auftritte bei internationalen Festivals in Salzburg und Edinburgh, bei den „London Proms“, in Perth, Hollywood und Hongkong wurden von Publikum und Presse begeistert aufgenommen.

Seit Jahren ist er gern gesehener Gast bei vielen bedeutenden Orchestern wie Los Angeles und Royal Philharmonic, Montreal, Toronto und Detroit Symphony, bei den Berliner Philharmonikern und der Staatskapelle Dresden. Peter Rösel musizierte mit namhaften Dirigenten wie Blomstedt, Haitink, Kondraschin, Sanderling, Vonk. Allein mit Kurt Masur und dem Gewandhausorchester Leipzig konzertierte er über zweihundertmal.

Reverenz an Beethoven

Olympia 2020 wird in diesem Jahr nachgeholt und so wird auch Peter Rösel am 18. Juli dem Jubilar des vorigen Jahres – Beethoven – seine Reverenz erweisen: Er wird neben den späten Sonaten Nr. 30 und Nr. 31 das frühe Werk op. 14 Nr. 2 in G-Dur spielen. Diese Sonate entstand in den Jahren 1798/99, parallel zur Arbeit an der „Pathétique“.

Doch trägt dieses kleine Meisterwerk einen gänzlich anderen Charakter. Spielerisch und fröhlich gibt sich der Kopfsatz. Der 2. Satz – ein Andante – kommt als ein leichtfüßiger Marsch mit Variationen daher. Den Schlusssatz bezeichnet Beethoven als „Scherzo“. Im Hauptthema spielt er mit turbulenten Rhythmen, die den Takt teilweise komplett verschleiern.

Mit den beiden folgenden Werken betritt Rösel die quasi auratische Sphäre der „drei letzten Sonaten“ Beethovens. Die E-Dur-Sonate op. 109 entstand 1820 und ist dreisätzig angelegt. Der 1. Satz ist gekennzeichnet vom krassen Gegensatz zwischen Vivace-Abschnitten und improvisatorisch wirkenden Adagio-Einschüben.

Nach einem „Prestissimo“ in e-Moll endet die Sonate mit einem Variationssatz über eine „erhabene“ Melodie: „gesangvoll, mit innigster Empfindung“ lautet die Spielanweisung des Komponisten.

Beethovens vorletzte Klaviersonate op. 110 steht in As-Dur. Der Schwerpunkt dieses Werkes liegt klar auf dem Finalsatz. Dieser kombiniert langsame „Klage-Gesänge“ mit einer großangelegten, kraftvollen Fuge. In einer fulminanten Schlusssteigerung behält das Fugenthema das letzte Wort.

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