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Ausstellung „LichtSpiegel“

Bekannte Details neu betrachtet

Warendorf

Die erste Ausstellungseröffnung seit Corona mit Begrüßungsrede und Einführung – eben so, wie man es kennt und liebt - fand am Sonntag im Historischen Rathaus statt. Eva Maria Koch hat hier ihre Ausstellung „LichtSpiegel“ installiert.

Von Beate Trautnerund

Eva Maria Koch, Rudi Mennecke, Sibylle Glück, Dr. Hermann Mesch, Manfred Kronenberg und Alfred Smieszchala (v.l.) bei der Ausstellungseröffnung.Ausstellung „LichtSpiegel“ von Fotografin Eva Maria Koch im Historischen Rathaus Foto: Beate TrautnerBeate Trautner

Der Kunstkreis Warendorf und die Stadt Warendorf hatten am Sonntag zur Ausstellung „LichtSpiegel“ von Eva Maria Koch ins Historische Rathaus eingeladen und die Kunstinteressierten kamen in Scharen. Denn es war nach 16 Monaten voller Corona-Maßnahmen die erste Ausstellungseröffnung mit Begrüßungsrede und Einführung – eben so, wie man es kennt und liebt.

Kunstkreisvorsitzender Manfred Kronenberg leitete das Wort, nach einer kurzen Begrüßung, an den stellvertretenden Bürgermeister Dr. Hermann Mesch weiter. Bürgermeister Peter Horstmann hatte sich die Ausstellung am Tag zuvor interessiert angesehen. „Zum zweiten Mal dürfen wir die Arbeiten von Eva Maria Koch betrachten“, erinnerte Mesch auch an die KulTourey- Aktion Mitte des Jahres. „Ihre Fotografien zeigen uns neue Blickwinkel, Perspektiven und Farben in neuem Licht.“

„Die Fotografien sind mit vielen analogen Mitteln gemacht, was man aber erst auf den zweiten Blick sieht“, klinkte sich Manfred Kronenberg wieder ein. Das war das Stichwort für die Fotokünstlerin Eva Maria Koch:b „Es sind keine Fotomontagen“, erklärt sie vehement. „Ich ziehe höchstens etwas Kontrast hinein – mehr nicht.“ Dann erklärte sie den Anwesenden genau, wie sie arbeitet. Das wesentliche Element in ihren Fotoarbeiten sind Spiegelungen. Dazu nimmt sie Spiegelfolie oder Acrylobjekte durch die sie hindurch fotografiert. Zur Veranschaulichung hatte sie ein Stück Spiegelfolie und einen kleinen Acrylquader mitgebracht. Bei ihren Erklärungen wurde klar, wie aufwendig die Realisierung ihrer bizarr anmutenden fotografischen Landschaften ist. Ob Nordsee, Ostsee oder Sahara – die Materialien müssen ja immer zum Ort gebracht und installiert werden. Manche Projekte hätten ohne eine Gemeinschaftsaktion sicher so nicht statt finden können. „Und daher widme ich diese Ausstellung meinen lieben Freunden Sibylle Glück und Rudi Mennecke“, sorgte Koch für einen emotionalen Moment.

Tatsächlich waren die Erklärungen in diesem Fall sehr gewinnbringend beim weiteren betrachten ihrer Bilder. Was vorher als Visionen oder Fantasiegebilde anmutete, zeigt sich nun als konkreten Landschaftsausschnitt, bei dem Doppelungen oder vermeintliche Verfremdungen allein durch die Spiegelung entstehen. Auch der Eindruck des Lichts wird verfremdet oder verstärkt.

In machen Bildern sind Spiegelfolie oder Acrylobjekte bewusst im Landschaftsausschnitt inszeniert. Größenverhältnisse verschieben sich und lassen für den Betrachter ganz neue Welten entstehen. Gespiegelte Welten.

Wirken die Bilder fantastisch, unrealistisch oder sogar künstlich, ist dies allein dem Spiegelungseffekt und damit der bewussten Verfremdung geschuldet. Mit dem Wissen über Eva Maria Kochs Arbeitsweise im Hinterkopf, kann man den realistischen Ansichten beim genauen hinsehen auf die Spur kommen. Bis zum 24. Oktober haben Interessierte Gelegenheit, im Historischen Rathaus und zu den bekannten Öffnungszeiten, auf die Entdeckungsreise der „Licht Spiegel“ zu gehen.

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