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Werke von Mundinger

Bilder eines Lebensweges

Warendorf

Wer mehr über den Künstler Friedrich Wilhelm Mundinger wissen möchte, der lange in Telgte gelebt und gearbeitet hat, der kann einige seiner Werke in der Ebbers-Galerie bewundern. Hauptsächlich war Mundinger Künstler. Er schuf Landschaften und Stillleben. Seine bevorzugte Maltechnik war das Aquarellieren.

Von Beate Trautner

Sechs Original-Aquarelle von Friedrich Wilhelm Mundinger sowie winterliche Drucke nach Aquarellen von ihm sind in der Ebbers-Galerie zu sehen. Foto: Beate Trautner

Haben Sie schon einmal etwas von Friedrich Wilhelm Mundinger gehört? Mundinger ist bekannt, und er ist es irgendwie doch nicht. Dabei hat er viele Jahrzehnte in Telgte gelebt und gearbeitet. Und es gibt eine Menge über ihn zu berichten. Und seine Werke aktuell auch in der Ebbers-Galerie in Warendorf zu sehen.

Friedrich Wilhelm Mundinger wurde 1893 in Offenburg geboren und ist 1965 in Remscheid gestorben. Von 1945 bis 1947 war er als FDP-Mitglied des ernannten Landtags von Nordrhein-Westfalen und danach bis 1950 gewählter Landtagsabgeordneter. Aber das war nur eine Seite.

Hauptsächlich war Mundinger Künstler. Er schuf Landschaften und Stillleben. Seine bevorzugte Maltechnik war das Aquarellieren.

All das ist Grund genug, sich diesen Künstler mal genauer anzuschauen. Das kann man nun In der Ebbers-Galerie tun. Sechs Original-Aquarelle Friedrich Wilhelm Mundingers hat Rudolf Berger dort zusammen getragen, dazu zwölf winterliche Drucke nach Aquarellen Mundingers aus der Kunstmappe von 1947 des Verlags Velhagen und Klasing (Bielefeld) unter dem Titel „Friedrich Wilhelm Mundinger – ein moderner Meister des Aquarell“.

Das Hauptsujet seiner Bilder ist meist das, was er mit eigenen Augen gesehen hat – Dorfansichten, Landschaften, Straßenszenen. Mal ist das impressionistisch und realistisch, dann wieder abstrahiert und expressiv. Mal arbeitet Mundinger mit klaren Konturen und kräftigen Farben, und ein anderes Mal durchscheinend und fragil wirkend. Zwischendurch sieht man von Mundinger auch immer wieder Arbeiten, in denen er sich von den vorgegebenen Formen ablöst. Seine Arbeiten strahlen dennoch immer eine positive Kraft aus.

Und das ist bemerkenswert, denn so angenehm seine Bilder anzusehen sind und so anschmiegsam sein Lebenslauf auf den ersten Blick erscheinen mag, umso nachdenklicher wird man beim Blick auf sein Leben. Dabei wird es dann klar, dass Politik – oder besser gesagt die Demokratie – eine Notwendigkeit für ihn war und die Kunst ein Bedürfnis.

Meilensteine für Friedrich Wilhelm Mundinger

Als Künstler hatte Mundinger ab 1933 unter den Nationalsozialisten zu leiden, unterlag einem Mal- und Ausstellungsverbot. Dennoch war er als Aquarellist durchaus anerkannt. Er gehörte zum Worpsweder Kreis, hatte zwei längere Studienreisen mit Otto Modersohn und nach dem Krieg einige Ausstellungen, unter anderem in Münster und Hagen.

Erstaunlich, dass er in der Lage war, positive Bilder zu malen, denen anscheinend jede politische Ambition fehlt.

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