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Kameradschaft ehemaliger Soldaten

Blick zurück auf 125 Jahre

Milte

Die Festschrift beinhaltet einen historischen Rückblick auf ein Dorf, auf die leidvollen Einschnitte durch die Kriege im 19. und 20. Jahrhundert und auf die Geschichte eines Vereins, der sich die Arbeit für den Frieden auf die Fahne geschrieben hat. Eigentlich hatte die Kameradschaft ehemaliger Soldaten in Milte schon im vergangenen Jahr ihr 125-jähriges Jubiläum begehen wollen. Ob sie angesichts der Pandemie 2021 nachgeholt werden kann, ist noch offen.

wn

Präsentieren ihre Jubiläumsfestschrift auf historischem Boden: Emil Schoppmann, Jeanine Müller-Keuker, Mike Atig und Wenzel Havelt am Milter Ehrenmal Foto: privat

Eigentlich hatte die Kameradschaft ehemaliger Soldaten in Milte schon im vergangenen Jahr ihr 125-jähriges Jubiläum begehen wollen. Ob sie angesichts der Pandemie 2021 nachgeholt werden kann, ist noch offen. Fest steht aber, dass nun doch wenigstens die eigens erstellte Jubiläumsfestschrift erscheinen wird.

Die Festschrift beinhaltet einen historischen Rückblick auf ein Dorf, auf die leidvollen Einschnitte durch die Kriege im 19. und 20. Jahrhundert und auf die Geschichte eines Vereins, der sich die Arbeit für den Frieden auf die Fahne geschrieben hat. Emil Schoppmann hat historische Dokumente und Fotos aus der Vereinsgeschichte zusammengetragen und gemeinsam mit Jeanine Müller-Keuker in der Festschrift verarbeitet, heißt es in einer Pressemitteilung der Kameradschaft. Auch die vielen Schicksale, die es in fast jeder Milter Familie gab, werden darin sichtbar.

Möglich gemacht habe dies die jahrelange Arbeit von Emil Schoppmann. Der studierte Historiker verstehe sich als ehrenamtlicher Chronist seines Heimatdorfes. Er sammele alles, was es zur Geschichte von Milte zu finden gibt: Fotos, Schriftstücke, die Erlebnisberichte von Zeitzeugen, heißt es weiter.

Sofort erklärte sich Schoppmann daher bereit, sich mit der Historie der Kameradschaft ehemaliger Soldaten zu befassen: „Als einer der ältesten Vereine hat die Kameradschaft das gesellschaftliche Leben in Milte entscheidend geprägt. In ihrer Entwicklung war sie besonders den politischen Strömungen und kriegerischen Ereignissen unterworfen. So spiegelt die Geschichte des Vereins eben auch einen Teil der Geschichte dieses Dorfes wider“, erklärt Schoppmann.

Dr. Jeanine Müller-Keuker hat die Texte und die vielen Fotos grafisch so aufbereitet, dass der Wandel des „Kriegervereins“ in eine Institution, die der Opfer gedenkt und zum Frieden mahnt, leicht nachvollziehbar wird. „Es soll ja Spaß machen, darin zu lesen und zu blättern. Mich würde es freuen, wenn gerade viele junge Menschen im Ort vielleicht etwas über ihre eigene Familie darin entdecken.“ 40 Seiten hat die gebürtige Niederländerin, die Milte zu ihrer Wahlheimat gemacht hat, gestaltet. Die Festschrift will erinnern und zum Erzählen und Nachfragen anregen. „Das ist ja ohnehin eine der wichtigsten Aufgaben des Vereins“, erklärt dessen Vorsitzender Wenzel Havelt. „Unser Dorf hat während der beiden Weltkriege viele Männer verloren. Indem wir die Erinnerung an sie und die Opfer von Gewalt wachhalten, machen wir den Menschen bewusst, dass aus Krieg nur Leid und Elend entsteht.“

Jedem Haushalt in Milte wird in den nächsten Tagen eine Jubiläumsfestschrift ausgehändigt. Wer darüber hinaus noch Exemplare haben möchte, kann diese zum Preis von 5 Euro in der Milter Dorfapotheke erwerben. Mit dem Erlös soll die Arbeit des Vereins und vor allem die Jubiläumsfeier unterstützt werden, die 24. Juli geplant ist.

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