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Fest abgesagt – Solidarität beschworen

Bürgerschützenzeigen Flagge

Warendorf

„Der Zusammenhalt fand überwiegend digital statt“, beschreibt Schützenkönig Dr. Markus Wiedeler die immer noch etwas unwirkliche Situation. Doch das Gemeinschaftsgefühl sei groß. Jetzt freue man sich auf das Schützenfest 2022, betonte der Schützenkönig. Und dieses Gemeinschaftsgefühl beschwor auch Gerd Leve, Präses der Warendorfer Bürgerschützen, auf der Pressekonferenz am Mittwochnachmittag im Hotel „Im Engel“.

Von Joachim Edler

Der große Vorstand der Warendorfer Bürgerschützen kam am Mittwoch zu einer außerordentlichen Versammlung zusammen. Foto: Joachim Edler

Das hätte sich Dr. Markus Wiedeler nicht in seinen kühnsten Träumen vorstellen können, als er am 19. August 2019 den Vogel von der Stange holte und als neuer König der Warendorfer Bürgerschützen gefeiert wurde. Bereits im dritten Jahr hält er die Königswürde – coronabedingt.

Denn es bleibt dabei: Trotz der von der Landesregierung angekündigten Lockerungen bei Festen und Großveranstaltungen hat der Bürgerschützenverein Warendorf zum zweiten Mal in Folge sein Bürgerschützenfest, das vom 13. bis 16. August hätte stattfinden sollen, abgesagt. Damit bleibt Wiedeler ein weiteres Jahr Schützenkönig. Und mit ihm die Throngesellschaft.

„Der Zusammenhalt fand überwiegend digital statt“, beschreibt der Schützenkönig die immer noch etwas unwirkliche Situation. Doch das Gemeinschaftsgefühl sei groß. Jetzt freue man sich auf 2022, betonte der Schützenkönig. Und dieses Gemeinschaftsgefühl beschwor auch Schützenpräses Gerd Leve auf der Pressekonferenz am Mittwochnachmittag im Hotel „Im Engel“. Es gebe ein starkes Eigenleben in den Formationen, eine starke Hilfsbereitschaft und Solidarität unter und mit der Schützengemeinde. Und damit sprach Leve insbesondere die Nachbarschaft und die Bogengemeinschaften an. Gerade die zwischenmenschlichen Beziehungen, so Leve, zeichneten den Bürgerschützenverein aus, der sich Hilfsbereitschaft und Solidarität auf die Fahnen geschrieben habe und der auch in Krisen wie der aktuellen Flutkatastrophe sofort helfen würde.

Die Erkenntnis, erneut das Schützenfest abzusagen, sei zwar ernüchternd, doch sei die Pandemie noch nicht vorbei, die Gefahr der Ansteckung zu groß. „Wir wären zwar in der Lage gewesen, das Schützenfest kurzfristig hochzufahren, doch haben wir auch eine Verantwortung unseren Mitgliedern gegenüber. Große Events sind noch nicht vertretbar. Das hat der Vorstand einstimmig entschieden.“ Und Ehrenpräses Hermann Josef Vinke fügte hinzu: „Mariä Himmelfahrt findet nicht im gewohnten Rahmen statt, die Bogengemeinschaften bauen die Marienbögen nicht auf, der Schützenverein Hinter den drei Brücken, der in diesem Jahr 100 Jahre alt wird, sagt sein Fest ab – da können wir nicht unser Schützenfest feiern. Die Absage war die richtige Entscheidung.“

Das Schützenfest-Wochenende soll aber trotz aller Umstände ein besonderes Wochenende bleiben, sagt Präses Gerd Leve. Feiern in den Throngesellschaften, Freundeskreisen und Formationen, selbstverständlich nach den geltenden Verordnungen, seien erlaubt und würden vom Vorstand begrüßt. Wünschenswert wäre Fahnenschmuck in der Altstadt, um an das traditionelle Schützenfest zu erinnern. Leve: „Flagge zeigen für unser Heimat- und Bürgerschützenfest ist das Motto.“

Am Schützenfestmontag, 16. August, werden die Bürgerschützen mit Abordnungen ein Gedenken an die verstorbenen Mitglieder des Vereins sowie der Opfer der Pandemie und der Flutkatastrophe am Ehrenmal der Marienkirche abhalten. Der Gastredner bleibt noch geheim. Weitere öffentliche Veranstaltungen soll es – ausgenommen in den verschiedenen Formationen – nicht geben. Dafür gibt es aber eine Verlosung für die 840 Mitglieder des Schützenvereins. Deren Mitgliedsnummern kommen in eine Lostrommel und werden nach dem Schützenfestmontag von Königin und Ehefrau „Cilly“ Wiedeler gezogen. 46 Gewinne im Wert von 3300 Euro. Der 1. Preis: ein Gutschein im Wert im 300 Euro berechtigt den Gewinner an der Teilnahme der Parade (Kutschfahrt) anlässlich des Schützenfestes 2022. Zu gewinnen gibt es weiter Verzehrgutscheine im Wert von 50 Euro für das nächste Schützenfest. Leve: „Wir richten den Blick auf das Jahr 2022 und hoffen auf ein normales Schützenjahr. Dann wird es wieder ein großes Event wie das „Brings“-Konzert am Schützenfestfreitag geben. Der Vorstand steht mit populären Bands im Gespräch.“ In der Überlegung ist ebenfalls ein großes Frühlings- und Wiedersehensfest Ende April 2022 auf dem Schützenplatz.

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